Mit Trick & Tücke – Spielkritik

Zwei Geheimbünde, die in grosser Konkurrenz zueinander stehen und ständig wechselnde Familienmitglieder. Das sorgt für viel Unruhe bei Mit Trick & Tücke. Wer gelangt zuerst an Macht und Geld?

Mit Trick & Tücke

Schönes, grosses Spielmaterial, nur wenige Karten und dazu eher kindliche Illustrationen – Mit Trick & Tücke suggeriert, ein einfaches, nettes Familienspiel zu sein. Doch das Duell zweier Clans hat es faustdick hinter den Ohren. Hier gibt es Intrigen, Freunde werden zu Feinden und am Ende spielen alle für sich selber um die Macht. Denn bei Mit Trick & Tücke kann nur jemand gewinnen. Alle erhalten für ihre Aktionen 6 Spielkarten und 2 Münzen als Startkapital. Mit der Geheimbundkarte zeigt man an, zu welcher Familie man bei Spielbeginn gehört. Das wird sich in den nächsten Minuten schon rasant ändern. Für jede Familie liegt eine Schatztruhe auf dem Tisch bereit. Dort sichert man Geld für seinen Clan.

Gespielt wird reihum. Wer am Zug ist, wählt zwischen Agieren oder Pausieren. Beim Agieren spielt man eine seiner Aktionskarten aus und führt den Effekt durch. Ausgespielte Aktionskarten bleiben vor den Spielenden offen liegen. So macht es Sinn, wenn man beim Pausieren seine Karten wieder auf die Hand nehmen kann. Dadurch vergrössert sich der Aktionsradius für die nächsten Runden sofort wieder.

Mit Trick & Tücke

Für die Aktionen muss man sich ein wenig ins Spiel einarbeiten, auch wenn sie nur ganz kurz beschrieben sind und es nur 6 davon gibt. Die Auswirkungen der Aktionen werden erst während der Partie so richtig bewusst.
Man stiehlt jemandem eine Münze und wechselt selber den Geheimbund. Oder man gibt jemandem eine Münze, damit die Person in den eigenen Geheimbund wechselt. Oder man kann 2 Münzen an jemanden aus dem eigenen Geheimbund verschenken.
Und schliesslich dreht sich bei den restlichen drei Aktionen alles um die Schatztruhe. Man legt eine Münze in die eigene Schatztruhe und nimmt sich 2 Münzen aus dem Vorrat. Man legt eine beliebige Anzahl Münzen in die eigene Schatztruhe. Oder man legt eine Münze in die eigene Schatztruhe und zwingt eine Person zum Wechsel in den gegnerischen Geheimbund.

Mit Trick & Tücke

Alles dreht sich um die Zugehörigkeit oder das Füllen der Schatztruhen, denn: Füllt man die 5. Münze in eine Schatztruhe, erhält man 2 Siegel. Alle Spielenden, die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls im gleichen Geheimbund befinden, erhalten noch 1 Siegel. Mit einer leeren Schatztruhe geht es danach gleich weiter.

Besitzt jemand 5 oder mehr Siegel, endet Mit Trick & Tücke. Das neue Familienoberhaupt ist bestimmt.


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Fazit zu Mit Trick & Tücke

Das Spielmaterial von Mit Trick & Tücke ist gross, beinahe überdimensional. Die Karten hätten es auch eine Nummer kleiner getan. Wenn man sich zu Beginn geheim für einen Geheimbund entscheidet, schafft man es kaum, mit der Hand die Karte abzudecken. Spielerisch ist das aber nur ein Detail.
Es geht knallhart zu und her bei Mit Trick & Tücke. Es ist definitiv ein Intrigenspiel, bei dem man vor allem auf den eigenen Vorteil achten muss. Dazu gehört, die Mitspielenden zu nerven, ihnen Geld zu klauen und ihre Zugehörigkeit nach Belieben zu verändern. Findet man in diesem Durcheinander eine Lücke, füllt man die Schatzkiste und schnappt sie die Siegel. Meist entstehen spielerische Lücken, die man nutzen kann, beim Pausieren. Durch das Aufnehmen der Karten führt man keine Aktion durch. Die Situationen verändern sich im Spiel ständig, gerade in voller Besetzung lässt sich so kaum etwas planen, man muss das Momentum nutzen, um zuzuschlagen oder auf den gerade aktuellen Clan setzen. Was mich aber sehr stört an Mit Trick & Tücke: Es besitzt einen Königmacher-Effekt, man kann Mitspielenden zum Sieg verhelfen. Und das geschieht im Eifer des Gefechts nicht einmal absichtlich. Denn bei diesem Spiel muss man vor allem auch die Pläne der Mitspielenden durchkreuzen. Wer das nicht sieht oder gar eine falsche Karte zieht, verhilft anderen ganz schnell zu den entscheidenden Siegeln. Daher tendiere ich eher zu anderen Ärgerspielen.

Fakten zu Mit Trick & Tücke

Autor: Marc Hein | Illustrationen: Stephan Lorenz | Verlag: Piatnik

Spielerzahl: 3 – 6 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Die richtige Clan-Wahl
Wiederspielreiz: es geht so

Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel
Beste Spielerzahl: 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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