Miyabi – Spielkritik

Die Gartengestaltung hat vor allem in Japan eine grosse Tradition. Bei Miyabi sind die Spieler selber gefragt, ihr Gelände nach Vorgaben der japanischen Baukunst zu überarbeiten. Schon sind wir mitten im Legespiel, und das auf allen Ebenen.

Miyabi

Miyabi besteht aus einem Grundspiel und 5 Erweiterungen, die man beliebig kombinieren kann. Dadurch verlagern sich die spielerischen Schwerpunkte, der Grundmechanismus des Spiels bleibt aber erhalten. Jeder Spieler bearbeitet seinen eigenen Garten, der in Spalten und Reihen eingeteilt ist. Je nach Spielerzahl führt man eine gewisse Anzahl an Bauphasen durch. In jeder Phase stehen den Spielern zufällig ausgewählte Gartenteile zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in der Grösse, der Form und den darauf abgebildeten Accessoires für den Garten.

In den einzelnen Phasen sind die Baumeister reihum am Zug. Jeder Spieler wählt sich ein passendes Gartenteil und legt es in seinen Garten. Der kniffligste Teil von Miyabi ist das vorausschauende Legen der Teile. Bei der Platzierung gelten zudem noch gewisse Regeln: In den Reihen müssen die richtigen Accessoires liegen. Ein Ahornbaum taucht also nie in der Reihe für Fische auf. In einer Spalte darf pro Bauphase nur ein Gartenteil positioniert werden. Mit Laternen oberhalb des Spieltableaus markiert man bereits benutzte Spalten. Und nicht zuletzt spielt die dritte Dimension noch mit. Ähnlich wie bei NMBR9 legt man Gartenteile auch übereinander, wenn die gesamte Fläche benutzt wird. Je höher die Ebenen, desto mehr Punkte liegen drin.

Miyabi

Gleich nach dem Legen eines Gartenteils findet eine Punktewertung statt. Multipliziert man die Anzahl der eben gelegten Objekte mit der Ebene, die erreicht wurde, erhält man seine Punktzahl.
Mit dem Erreichen der 5. Ebenen in einer Disziplin, bringt das für den ersten Spieler Bonuspunkte ein.
Am Ende findet in jeder Reihe noch eine Mehrheitenwertung statt. Danach ist der neue japanische Gartenbaumeister gekürt und die Spieler versinken in einem natürlichen Rundum-Wohlgefühl.

Miyabi

Was machen die Erweiterungen? Grundsätzlich sind sie beliebig kombinierbar. Das würde ich allerdings nicht empfehlen. Meist reichen 2 Erweiterungen, um den Gartenbau zusätzlich zu würzen. Drei der Module beschäftigen sich mit baulichen Zielen (zusammenhängende Flächen, 7 Objekte in Reihen und Spalten), beim Zen-Garten muss man um Objekte bauen und der Frosch hüpft gerne hoch hinaus. Gewisse Module beissen sich ein wenig, aber jedes für sich ist ein Gartenbau wert!


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Fazit

Miyabi hat rein optisch nur wenig mit der japanischen Gartenbaukunst zu tun, zumindest die Gartenteile erinnern daran. Im tiefsten Inneren ist Miyabi jedoch ein abstraktes, aber sehr gutes Legespiel, bei dem man seine Teile nach allen Seiten richtig bauen muss. Der Kniff mit den Reihen und Spalten ist grossartig. Während in Spalten nur ein Mal pro Phase gebaut wird, dürfen in einer Reihe bis zu 6 gleiche Objekte gelegt werden, sofern die passenden Teile ausliegen. Miyabi ist ein flexibles Spiel. Das gilt sowohl für die Planung, als auch für die Schwerpunkte, die man architektonisch setzt. Man kennt zwar die möglichen Gartenteile, aber nicht den Zeitpunkt ihres Erscheinens. Zudem verfolgen auch die Mitspieler ihre Ziele. Ein Gerangel um gute Gartenteile ist also vorprogrammiert. Leider ist der benötigte Platz mit den unterschiedlichen Ebenen nicht immer vorhanden. Freunden des gepflegten Legespiels ist Miyabi also sehr zu empfehlen. Mit den 5 Erweiterungen setzt man in jeder Partie neue Schwerpunkte. Das sorgt für anhaltende und beruhigende Gartenunterhaltung.

Alles über Miyabi

Miyabi| Autor: Michael Kiesling| Illustration: Studio Vieleck | Verlag: HABA

Spielerzahl: Legespiel für 2 bis 4 Personen
Spieldauer: 45 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Ein Auge für Flächen und Ebenen
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2-4 Personen
Richtet sich an: Familie

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