Monsterkantine – Spielkritik

Stiefel? Regenschirm? Monster sind nicht gerade wählerisch bei ihrem Essen. Doch sie werden ziemlich sauer, wenn sie in der Monsterkantine nicht ihr Lieblingsessen erhalten. Daher: Augen auf bei der Menüwahl!

Monsterkantine

Monsterkantine ist ein knallhartes Logikspiel, das in einem eher biederen, beinahe kindlichen Gewand daherkommt. Auf den Spielkarten findet man Monster oder Lebensmittel in unterschiedlicher Stärke und in verschiedenen Farben. In der Kantine kombiniert man die Mahlzeiten mit den Monstern, doch entscheidend ist, was übrig bleibt. In den meisten Fällen bleibt ein Snack liegen, den es so schnell wie möglich zu ermitteln gilt. Kein einfaches Unterfangen, denn die Monsterkantine arbeitet zwar mit einfachen Regeln, doch die sind nicht so linear, wie man zuerst glaubt. Es ist also Hirnakrobatik gefordert!

Das Spiel gibt 5 Fressregeln vor und ich nehme es vorweg: Wer sich möglichst schnell und genau an denen orientiert, speist ziemlich gut. Doch erst einmal erhalten alle Spieler einen Stapel mit Karten, den sie verdeckt vor sich legen. Gleichzeitig decken alle die oberste Karte ihres Stapels auf und die Suche beginnt: Welche Karte bleibt übrig? Mit einem Teller in der Spielerfarbe markieren alle Spieler möglichst schnell die Karte, die liegen bleibt.

Unter den Karten gibt es eine klare Hierarchie: Monster schlägt Lebensmittel, unter den Monstern sind die Zähne ein Zeichen von Stärke, unter den Lebensmitteln die Punkte. Damit kennt man die Fress-Reihenfolge der Karten, doch finden auch alle etwas zu fressen? Die Monster fressen am liebsten alles in ihrer eigenen Farbe. Sollte dazu nichts vorhanden sein, nehmen sie zur Not eine Mahlzeit in ihrer Lieblingsfarbe, am Hintergrund zu erkennen.

Monsterkantine

Bis hierhin folgt man noch mit einer gewissen Leichtigkeit, doch entscheidend sind die 5 Fressregeln. Allen voran: Streiten sich zwei Karten um dieselbe Karte, frisst sie kurzerhand ihre beiden Konkurrenten auf. Danach bedienen sich die Monster ihrer Stärke nach an den bevorzugten Farben, erst in der eigenen Farbe, danach in der Lieblingsfarbe.
Will der Stärkere den Schwächeren auf Grund seiner Vorlieben nicht fressen, so schlägt der Schwächere zu.
Und in wenigen Fällen gibt es ein stärkemässiges Patt zwischen den letzten Karten. In diesem Fall hilft nur der sofortige Ruf: „Monsterkantine!“

Monsterkantine

Wer zuerst die richtige Einschätzung trifft und seinen Teller zur Karte legt, die übrig bleibt, gewinnt die Runde und sammelt alle Karten ein. Auch der passende Ruf der Monsterkantine bringt die Karten. Wer am Ende am meisten Karten gesammelt hat, gewinnt das Spiel.


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Fazit

Jetzt sieht dieses Kartenspiel so niedlich und nett aus – und hat es faustdick hinter den Ohren. Die Aufgabe ist schnell klar, die Auslage in jeder Runde bunt gemischt, doch die Fressregeln sind das Salz in der Kantine. Sie sorgen für logische und unlogische Schlussfolgerungen. Das erledigt Monsterkantine mit einem einfachen Umkehrmechanismus. Erst sucht man die stärksten Elemente auf dem Tisch. Wenn auch die Farbe noch passt, ist alles in Ordnung. Für rauchende Hirnwindungen sorgt aber: Wenn es nichts zu fressen gibt, wendet sich das Blatt und der Schwächere greift zu. So purzelt plötzlich der Stärkevorteil oder zwei streitende Monster werden zu Opfern. Das braucht einige Runden, um damit klarzukommen. Der Zeitdruck erledigt den Rest. Die Teller fliegen auf unterschiedlichste Karten und erst bei der ruhigen Auflösung wird klar, wie die Verhältnisse eigentlich wären. Das sorgt für Staunen, überraschende Wendungen und der Gewissheit, dass man mit jeder Partie dazu lernt. Monsterkantine ist ein echter Hirnzwirbler.

Alles über Monsterkantine

Monsterkantine| Autorin: Katrin Abfalter | Illustrationen: Katrin Abfalter | Verlag: riva Verlag

Spielerzahl: Logikspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Essen nach Regeln
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2-4 Personen
Richtet sich an: Familie

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