My City Roll & Write – Spielkritik

Es ist noch nicht lange her, da hat das wandelbare Legespiel My City über 24 Kapitel begeistert. Kann das Würfelspiel My City Roll & Write daran anknüpfen und eine ähnliche Goldgräberstimmung am Spieltisch erzeugen?

My City Roll & Write

Die Spielschachtel ist diesmal viel kleiner, dafür steckt ein richtig dicker Spielblock drin. Bei My City Roll & Write gibt es diesmal nur 4 Kapitel, zu denen es jeweils drei Abenteuer zu spielen gibt. So kann man die Punkte einzeln zählen oder aber auch in Kapiteln oder im gesamten Abenteuer abrechnen. Das Würfelspiel lässt den Spielern die Wahl. Während es beim grossen Brettspiel noch viele Legeteile gab, simulieren die Würfel jetzt die Gebäudeformen. Jede Würfelseite ist mit einer Form und einem kleinen Punkt versehen. Verbindet man die Würfelseiten mit den Punkten, ergibt das die aktuelle Gebäudeform, die man auf dem Spielzettel einzeichnet. Drei Arten von Gebäuden gibt es: Ausgemalte, schraffierte und solche mit Kreuzen. Das Grundprinzip des Spiels bleibt gleich: Würfeln, eintragen und möglichst den Vorgaben folgen. Und die verändern sich mit jedem Spiel. Der Start erfolgt jedoch ganz gemächlich.

Auf den Landschaftszetteln befinden sich ein paar Bäume, Steine, ein Fluss, Gebirge und Wald. Gebirge und Wald sind unüberwindbar und dürfen dementsprechend nicht verbaut werden. Am Fluss beginnt man mit dem Bau, überbauen darf man ihn allerdings nicht. Steine sollten weg, Bäume lieber nicht. So zeichnet man Form für Form auf den eigenen Zettel. Alle Spieler tragen die Gebäude gleichzeitig ein. Die Vorgaben sind zwar identisch, das Resultat auf den Zetteln wird es nie sein.

My City Roll & Write

My City Roll & Write hilft den Spielern mit einer Liste möglicher Gebäudeformen und deren Häufigkeit. Die Würfel lassen sich aber von Wahrscheinlichkeiten nicht beeinflussen. So verarbeitet man, was da kommt. Gebäude müssen immer seitlich an ein bestehendes Gebäude anknüpfen. Natürlich darf man passen, kassiert dafür aber am Ende Minuspunkte. Den Zeitpunkt zum Aufhören bestimmt man selber und kündigt ihn nach dem Würfelwurf an. Am Ende gibt es Pluspunkte für Bäume und Minuspunkte für liegengebliebene Steine und das Passen.

Damit ist aber noch lange nicht Schluss. In jeder Spielrunde kommt eine neue Begebenheit hinzu. Die Spielanleitung liefert eine kurze Einführung, danach geht es sofort wieder an die Würfel. So gruppiert man schon bald die gleichen Gebäudearten, baut Häuser um Brunnen, rodet Wald, schart sich um die Kirchen, kommt in richtige Goldgräberstimmung und fängt Räuber ein. Da immer nur ein Element neu dazu kommt, spielt sich My City Roll & Write locker runter.

My City Roll & Write

Auf dem Block befinden sich genügend Zettel, um die Geschichten mehrmals zu spielen. Hat man die Story einmal durchgespielt, wählt man seine Kapitel oder Lieblingsszenarien einfach aus. Die Legeaufgaben sind durch das Würfeln jedes Mal anders.


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Fazit

Wer das Spielgefühl von My City bereits kennt und damit zufrieden war, der kommt mit My City Roll & Write sofort klar. Das kleine Würfelspiel schafft es, das Siedlergefühl 1:1 zu portieren. Die Aufgaben sind knackig, die Würfel mit ihren zufälligen Kombinationen teilen ihren Beitrag dazu bei. Die Aufgaben in den einzelnen Runden sind variabel und abwechslungsreich zu spielen, ohne zu überfordern. Wer die Geschichte schön der Reihe nach durchspielt, erhält immer nur ein kleines Häppchen zusätzlich. Das geht sehr gut und spielt sich dementsprechend locker und leicht. Wartezeiten entstehen während des Spiels keine, da alle ihre Gebäude gleichzeitig eintragen. Das Würfelspiel eignet sich sehr gut für unterwegs. Es passt überall rein und benötigt wenig Platz für eine Partie. Diese Umsetzung zum Würfelspiel ist absolut gelungen. Mit 12 unterschiedlichen Wertungsblättern ist man gut unterhalten. Den Blick für Formen und ihre möglichen Positionen benötigt man natürlich. Wer Legespiele mag, kann bei My City Roll & Write ganz einfach seine Knobelaufgaben lösen und das Siedler-Feeling geniessen.

Alles über My City Roll & Write

My City Roll & Write | Autor: Reiner Knizia | Illustration: Michael Menzel | Verlag: Kosmos

Spielerzahl: Spiel für 1 – 6 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Häuser, Städte, Gold
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie

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