My City – Spielkritik

Die Stadt wächst, über mehrere Epochen. Die Ansprüche steigen, der Goldrausch setzt ein und auch Naturgewalten nehmen Einzug. So verändert sich das Spiel mit jeder Partie und keine Stadt ist wie die andere, eben My City.

My City

Im Grunde ist My City ein Legespiel, bei dem man die Gebäude passend in die Landschaft platziert. Die Formen der Gebäude sind bekannt. Wer in seinem Leben schon einmal mit Tetris konfrontiert war, kennt sich aus. Drei Gebäudetypen gibt es zu Beginn des Spiels. Spielkarten geben die Reihenfolge vor, welches Gebäude als nächstes in der Landschaft erscheint. Bis zu 24 Teilen platziert man so und puzzelt sich die perfekte Stadt. Passen ist bei einzelnen Legeteilen erlaubt, kostet allerdings einen Punkt. Die Partie kann auch frühzeitig und definitiv beendet werden. Das macht Sinn, wenn man die eigene Auslage nur noch verschlimmern würde.

Das Spezielle an My City: Es ist ein Legacy-Spiel, es verändert sich Runde für Runde. In den 24 Partien gibt es ständig neue Inputs, die Landschaft verändert sich, neue Gebäude erscheinen, die Legebedingungen werden eingeschränkt usw. Zu viel soll hier nicht verraten werden. Für eine gewonnene Runde erhält man Fortschrittspunkte. Die Platzierten erhalten dafür Spielhilfen in Form von zusätzlichen Punktemöglichkeiten und Spielvorteilen für die kommenden Runden. Selbst für geübte Legespieler ist es nicht einfach, in Serie zu gewinnen, wenn die Mitspieler Runde für Runde neue Hilfe erhalten.

My City

Mit Punktewertungen am Ende des Gebäudebaus ermittelt man den Rundengewinner. Natürlich sind auch diese Vorgaben flexibel. Zu Beginn erhält man Punkte für jeden Baum in der Landschaft, kassiert aber Minuspunkte für Steine oder leere, hellgrüne Wiesenflächen. Schon nach wenigen Spielrunden steigern sich die Aufgaben und es gilt, mehrere Bereiche zu beachten. Die 24 Spiele erzählen die Entwicklung einer Stadt und begleiten die Spieler auf ihrer Reise. Wer sämtliche Kapitel souverän meistert, verhilft seiner Stadt zu Ruhm und Ehre.

Das Legacy-Spiel kann jederzeit unterbrochen werden. Es macht aber Sinn, es in gleichbleibender Spielerunde zu absolvieren. Die zahlreichen Veränderungen machen es schwierig, mittendrin einzusteigen.

My City

Doch was ist nach den 24 Kapiteln der Stadtentwicklung? My City besitzt auf der Rückseite des Spielplans ein ewiges Spiel. Das lässt sich jederzeit mit gleichbleibenden Bedingungen spielen. Es bleibt also am Ende ein Legespiel, bei dem man sich durch perfektes Legen die meisten Punkte sichern will.


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Fazit

My City ist ein spannendes Legespiel in 24 Teilen. Es ist erstaunlich, wie viele Ideen auf ein kleines Spielfeld eingeflossen sind. Mit jeder Partie locken kleine Veränderungen zu neuen Höchstleistungen. Durch das kluge Bonus-System erhalten Spieler, die zurück liegen neuen Auftrieb und Vorteile, die sie zu nutzen wissen. Allein die 24 Kapitel ermöglichen eine lange Spieldauer. Der Reiz ist gross, neue Umschläge mit neuen Bedingungen zu öffnen. Obwohl My City ein simples Legespiel zu Grunde liegt, sorgen die Inputs für den Schwung im Spiel. Die kleine Entwicklungsgeschichte trägt die Spieler durch Ereignisse und Katastrophen, ohne die Spieler zu überfordern. Mit jeder Partie packt man eine neue Regel drauf oder verändert die Bedingungen leicht. Kennt man die ganze Kampagne, ist danach beim ewigen Spiel die Luft ein wenig draussen. Kein Wunder, denn in den vorangegangenen 24 Partien wurde man spielerisch abwechslungsreich verwöhnt. My City ist eine tolle und flexible Erfahrung im Familienspielbereich.

Alles über My City

My City | Autor: Reiner Knizia | Illustration: Michael Menzel | Verlag: Kosmos

Spielerzahl: Legespiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: ca. 30 Minuten pro Partie
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Perfekten Städtebau auf grüner Wiese
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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