#Mylife – Spielkritik

Das ganze Leben läuft in wenigen Minuten vor den eigenen Augen ab. Nur kann man bei #Mylife Einfluss drauf nehmen und sich die Voraussetzungen für eine tolle, eigene Lebensgeschichte schaffen, von der man später seinen Enkeln noch erzählt.

#Mylife

Ein Hauch von Spiel des Lebens weht den Spielern um die Nase. Denn auch bei #Mylife gibt es zahlreiche Ereignisse, die den Lebensweg pflastern: Kindheit, Ausbildung, Lebensstil und ein Leben im Alter. Doch gespielt wird hier mit Karten, die man draftet, also weiter reicht. So trifft man Runde für Runde eine neue Wahl, die am Ende hoffentlich ein erfülltes Leben beschert. Der Spielablauf in den 10 Runden ist ganz einfach zu verstehen.

#Mylife hat eigentlich zwei Komponenten: Einen spielerischen Teil, den man natürlich schön nach den Regeln absolviert. Ebenso wichtig ist allerdings auch der erzählerische Teil, mit dem man seinen eigenen Lebensweg erklärt beim Hinzufügen einer neuen Karte. Aus 6 Ereigniskarten der frühen Jahre wählt man eine aktuelle Karte aus, die man gleich in seinen Lebenslauf legen will. Die restlichen Karten reicht man seinem Nachbarn weiter für die nächste Runde. Die Babyphase hat man bei Spielbeginn schon geschenkt erhalten und in seinem Leben bereits erste Weichen gestellt. Nun legt man die aktuelle Karte an. Passt sie in den Zeitraum des aktuellen Lebensabschnittes, der sich in jeder Spielrunde verändert, gilt die Karte bereits als aktiviert. Eine neue Karte muss nicht zwingend ans Ende des eigenen Lebenslaufes gelegt werden. Das Alter auf der Karte bestimmt, wohin die Karte kommt. Passt der aktuelle Lebensabschnitt nicht mit dem Alter auf der Karte überein, hat man trotzdem die Chance, die Karte zu legen. In diesem Fall achtet man auf die geforderten Erfahrungen. Hat man im bisherigen Lebenslauf genügend Punkte in den Bereichen Glück, Wohlstand, Weisheit, Gesundheit oder auch Liebe, Stress und Gelassenheit gesammelt, tritt das neue Ereignis ebenfalls sofort in Kraft.

#Mylife

Mit jeder ausgelegten Karte steigen die Erfahrungen, die später neue Ereignisse zulassen. Das Leben ist irgendwie eine Kettenreaktion. In manchen Fällen lassen sich Ereignisse noch nicht aktivieren. Das kann man zu einem späteren Zeitpunkt nachholen, wenn die Bedingungen erfüllt sind oder eine Karte eine entsprechende Aktion mitbringt.

So spielt man 10 Runden, erhält zwischendurch neue Karten für die späten Lebensjahre und versucht, möglichst viele Punkte zu sammeln. Erfüllt man während der Partie ausliegende Lebensziele, sammelt man zusätzliche Punkte.

#Mylife

Das Komplexeste an #Mylife ist das Zählen der Punkte. Manche Ereignisse wirken rückwirkend und vervielfachen Punktzahlen. Andere ziehen auch Punkte ab. Wer die meisten Lebenspunkte sammeln konnte, gewinnt.


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Fazit

Hinter #Mylife steckt ein einfaches Draftingspiel, bei dem man sich seinen passenden neuen Lebensabschnitt aussucht. Passt der gerade in den aktuell ausliegenden Lebensabschnitt – umso besser! Die kleinen Lebens-Puzzleteile fügen sich Runde für Runde zusammen. Das erfordert ein wenig Planung. In kleineren Spielrunden denkt man voraus, da einige Karten wiederkehren. Der spielerische Aspekt ist nicht wirklich neu. Der geschichtliche Aspekt macht aus #Mylife allerdings ein wirklich gutes Spiel. Wenn sich die Spielgruppe von „Mittagsschläfchen“ zu „Ferienjob“ bis hin zu „Einen Baum pflanzen“ bewegt, generiert das bei gewissen Leuten echt lustige Momente. Wenn man seine eigene Geschichte so richtig zelebriert, läuft #Mylife zu Höchstform auf. Das Kartenspiel ist also eine gelungene Mischung aus einfachem Spiel und sich fortsetzendem Erzählstrang.

Alles über #Mylife

#Mylife| Autor: keine Angabe| Illustration: Jan Bintakies | Verlag: AMIGO

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 bis 6 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Lebensstarke Planung
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: geht gut
Beste Spielerzahl: 3-4 Personen
Richtet sich an: Familie

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