Naschfabrik – Spielkritik

In der Naschfabrik werden Bonbons am Fliessband produziert. Bunt liegt die Auslage vor den Spielern, die ihre Bestellungen abarbeiten. Ein Sammelspiel, bei dem man seine Mitspieler auch einmal ärgern darf.

Naschfabrik

Naschfabrik kommt sehr bunt daher, die länglichen Bonbons sind eine Augenweide und sehen, schön aufgereiht auf dem Fliessband, toll aus. Ebenso bunt treiben es die Karten, auf denen die Bestellungen der Kunden zu sehen sind. Mal sind es nur einzelne Bonbons, mal zwei oder drei. Die Farbkombinationen darauf sind wichtig. Wünscht sich jemand rot vor gelb, muss das auch so auf dem Fliessband liegen. Es ist allerdings erlaubt, die Karten für die Bestellung zu drehen. Mit 5 oder 6 Bestellkarten startet man in die Partie. Das kann sich allerdings schnell ändern, denn bei Naschfabrik wechseln die Gegebenheiten ziemlich plötzlich. Die Bonbonstäbe legt man in zufälliger Reihenfolge in die Mitte des Spieltisches. Ein Nachziehstapel mit drei offen ausliegenden Bestellkarten legt man ebenfalls bereit.

Wer zuletzt genascht hat, startet das Spiel. Endlich eine Startbedingung, mit der meine Kinder vollkommen einverstanden waren. Grundsätzlich gibt es drei Aktionsmöglichkeiten bei Naschfabrik. Bei genauerer Betrachtung sind es eigentlich nur zwei, die dritte Aktion ist der Rettungsanker, wenn alles misslingt.

Naschfabrik

Was man besonders gern macht: Eine Bestellkarte ausspielen und die entsprechenden Bonbons vom Fliessband nehmen. Die Farbreihenfolge, wie oben erwähnt, muss identisch sein. Die ausgespielten Karten bringen am Ende Punkte, jedes Bonbon ebenfalls. Zudem ermöglichen die erworbenen Bonbons weitere Aktionen und manchmal auch Störmanöver: Man zieht für sich eine weitere Bestellkarte nach, entfernt einem Mitspieler eine Bestellkarte von der Hand, legt den Bonbon eines Mitspielers zurück aufs Fliessband, wirft eine erfüllte Bestellkarte eines Spielers ab oder tauscht die Handkarten mit jemandem. Alle Möglichkeiten sind auf einer Übersichtskarte schön erklärt. Auf den Bonbons erinnern kleine Symbole an die Effekte. Hat man die gewünschten Bonbons entfernt und die Effekte genutzt, schliesst man die entstandene Lücke auf dem Fliessband.

All die Störmanöver können dazu führen, dass die Bestellkarten ausgehen. Dann wählt man Aktion 2: Man gibt 1, 2 oder 3 Bonbons zurück aufs Fliessband und zieht sich entsprechend viele neue Karten nach. Die darf man dann in der nächsten Runde einsetzen. Bei der Rückgabe sucht man sich natürlich möglichst Bonbons mit tiefen Punktzahlen aus.

Bleibt der Rettungsanker: Keine passende Bestellkarte? Keine Bonbons? Dann zieht man eine Karte nach.

Naschfabrik

In der Naschfabrik ist Feierabend, wenn ein Spieler das letzte Bonbon vom Fliessband holt. Dann gibt es zur Belohnung noch das goldene Bonbon, das 3 Punkte wert ist. Zieht ein Spieler die letzte Karte vom Nachziehstapel, endet die Partie ebenfalls – allerdings ohne goldenes Bonbon. Wer nun die meisten Punkte mit den Bestellkarten und den Bonbons besitzt, gewinnt das Spiel.

Im Spiel zu zweit legt man eine dritte Kartenhand verdeckt aus. Dort bedient man sich mit den jeweiligen Effekten ebenfalls. Obwohl so mehr Karten im Spiel sind, fehlt doch irgendwie die spielerische Konkurrenz der dritten Kartenhand.


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Fazit

Das Spiel ist bunt, das Spielmaterial toll – da liegen beinahe echte Bonbons auf dem Fliessband in der Naschfabrik, in die man bloss nicht reinbeissen sollte. Die Aktionen sind überschaubar. Im Grunde spielt man mit 2 Möglichkeiten, die dritte ist sozusagen der Notausgang des Spiels. Das Sammeln der Bonbons sieht auf den ersten Blick simpel aus, doch man sollte sich sehr gut überlegen, WELCHE Bonbons man zu sich holt. Die Effekte der Bonbons haben es in sich. Setzt man sie im richtigen Zeitpunkt ein, klaut man den Mitspielern die letzten Handkarten, vernichtet eine hohe Bestellung oder holt sich selber neue Aufträge. Natürlich agieren die Mitspieler ebenso und es entsteht ein süsser Schlagabtausch am Tisch. Auf geradem Weg kommt man nicht durch die Partie. Gibt man (günstige) Bonbons zurück, holt man neue, punktereiche Bestellungen rein. Auch hier ist alles eine Frage des Timings. Naschfabrik ist ein einfaches Sammelspiel mit kleinen, spielerischen Elementen für ein abwechslungsreiches Familienspiel.

Alles über Naschfabrik

Naschfabrik | Autor: Thomas Danede | Illustrationen: Alain Boyer | Verlag: Funnyfox

Spielerzahl: Sammelspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Aufträge und Bonbons
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: es geht
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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