Nautico – Spielkritik

Unter Wasser tummeln sich viele unterschiedliche Fische. Zwischendurch winkt auch Neptun den Spielern immer wieder entgegen. Nautico heisst das neue Kartenspiel des Erfolgsduos Wolfgang Kramer und Michael Kiesling. Und es kommt aus der Schweiz, frisch gefischt bei carta.media.

Nautico 1Beim Familienspiel Nautico geht es natürlich um den Fischfang. Doch jeden Fisch sollte man sich nicht angeln. Nicht die Grösse ist massgebend, sondern die Anzahl der Seesterne, die man gleichzeitig aus dem Wasser holt.
Erst werden die Fischkarten mit den Werten 1-40 in einer langen Reihe zufällig ausgelegt. Mit drei Spielfiguren stürzen sich die Spieler ins Meer. Mit dem Würfel bewegt man in jedem Durchgang jeweils eine seiner Figuren auf den Fischkarten weiter. Zieht man als Letzter von einer Karte weg, darf man sie zu sich nehmen. Steht noch eine weitere Spielfigur beim Fisch, bleibt die Karte liegen.
Mit diesem Spielmechanismus ist es möglich, Karten zu blockieren, sie den Mitspielern zu verwehren. Schliesslich hat man immer drei Figuren, um seinen Wurf zu ziehen.

Nautico 2

Doch was macht man mit seinem Fang? Nun beginnt Teil zwei von Nautico. Die gefangenen Fische müssen nach bestimmten Regeln abgelegt werden: Die Zahlen müssen eine aufsteigende Reihe bilden, es darf nur links und rechts an die Auslage angesetzt werden. Natürlich kann man mehrere Zahlenreihen beginnen, doch am Ende des Spiels zählt nur die beste aller Fischreihen. Alle restlichen Karten geben einen Punkteabzug.

Nautico bietet eine kleine, spielerische Möglichkeit zur Korrektur an. Die Nautico-Karten (die mit dem winkenden Neptun) erlauben eine Anpassung der eigenen Fischreihen. Nautico-Karten liegen verteilt zwischen den Fischkarten und werden wie diese gefangen. Setzt man Neptun ein, darf man eine bereits gelegte Reihe nachträglich manipulieren: Man setzt eine Karte mitten in seine Fische, kann Teile einer Reihe oder gleich eine gesamte Reihe anhängen oder einfügen. Das macht die Nautico-Karten zu einem willkommenen Fang.

Nautico 3

Im Laufe des Spiels lichten sich die Fischgründe, es bleiben nur wenige Karten liegen, die entfernt werden. Erst wenn die letzte Spielfigur aus dem Spiel ist, wird abgerechnet. Die Seesterne der besten Reihe zählen, abzüglich der Seesterne aller anderen Reihen. Und auch Neptun sollte man bis zum Ende wieder ins Meer entlassen haben, sonst bringt er Abzug. Wer die meisten Seesterne hat, gewinnt.

Fazit:
Nautico ist ein schönes Familien-Kartenspiel mit einfachen Regeln. Trotzdem stehen immer wieder Entscheidungen an. Mit den Spielfiguren sperrt man die Mitspieler, doch ewig ist so ein Zustand nicht haltbar. Nicht alle Zahlen passen zu jedem Zeitpunkt in die eigenen Reihen. Geschicktes Abwägen zwischen wünschenswert und sinnvoll findet immer statt. Mit den Nautico-Karten lässt sich einiges korrigieren, vielleicht sogar vieles verbessern? Und immer wieder schön ist auch der Zieleinlauf der Spielfiguren. Wer zuletzt unterwegs ist, sammelt oft noch Karten ein, die er nicht mehr will.
Nautico entfaltet seine ganze Spielpracht ab drei Spielern. Konkurrenz belebt das Geschäft, das Blockieren der Mitspieler ist mitunter entscheidend, wie gut eine Fischreihe wird. Nautico ist auf jeden Fall eine gelungene Kombination zwischen Karten sammeln und legen.

Nautico | Autoren: Wolfgang Kramer, Michael Kiesling | Verlag: carta.media
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Geordnete Verhältnisse beim Fischfang | Wiederspielreiz: gross

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Tolles Spiel!!
    Wir haben es an der Offa 2016 gespielt. Ich werde es für meine Familie kaufen. Auch werde ich es unserer Ludothek empfehlen.

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