Nauticus – Spielkritik

Bei Nauticus sind die Spieler im Schiffsbau, Handel und Transport tätig. Das Geschäft ist vielseitig, es gibt einiges zu bedenken. In der Spielschachtel befinden sich auch sehr viele Teile, um sich die eigene Flotte zu bauen. Ob man dadurch die Übersicht behält oder gleich mit allen Schiffen untergeht? Hier steht’s:

Nauticus 1Zentral liegt bei Nauticus die Drehscheibe in der Tischmitte. Dort befinden sich 8 Aktionsmöglichkeiten, von denen in jeder Runde aber nur 7 genutzt werden. Jeweils ein Mitspieler wählt eine Aktion aus und führt sie durch. Nun lernen wir schon einen schönen Zug von Nauticus kennen: Alle anderen Mitspieler dürfen gewählte Aktion auch durchführen. Dadurch gibt es im gesamten Spiel nur ziemlich kurze Wartezeiten. Man muss wachsam sein und kann fortlaufend planen.
Die Planung ist extrem wichtig. Man soll nämlich: Schiffe bauen aus Rumpfteilen, Segel und Masten, Waren kaufen und transportieren, sich um Geld und Arbeiter kümmern und schliesslich auch noch sein Lager im Griff haben. Bei Nauticus herrscht immer Optimierungsbedarf.

Auf der Drehscheibe befinden sich Aktionen, für die man bezahlt und andere, die kostenlos durchgeführt werden. Einzige Gemeinsamkeit: Jede Aktion kostet einen Arbeiter. Auf jeden Fall findet man hier die grosse Auswahl vor: Es gibt Rumpfteile, Segel, Masten und Waren zu kaufen. Hier werden Waren transportiert, man holt sich Geld von der Bank oder leert sein Lager.
Häufig gibt es bei Nauticus nämlich auch kostenlose Dinge. Alles, was nichts kostet, muss aber erst einmal ins Lager gebracht werden. Erst mit einem zusätzlichen Arbeitsschritt wird das Material verarbeitet.

Nauticus 2

Nun bauen die Spieler also ihre Schiffe, natürlich nach strengen Vorschriften. Wer eine Aktion auswählt, erhält immer einen Bonus (Geld, Arbeiter, Waren, Punkte…). Da wird der Aufschwung auch schon wieder in Frage gestellt. In jeder Runde sollte man bei 3 Aktionen passen, sie gar nicht ausführen. Macht man das nicht, erhält man Minuspunkte.
Nauticus 3Im Gegenzug kann man sich für jedes fertig erstellte Schiff, je nach Anzahl der verbauten Masten, einen Bonus aussuchen. Arbeiter, Geld und besonders Kronensegel und -masten stehen hier hoch im Kurs. Sie lassen sich in einer Aktion zu Punkten machen und sind als Joker flexibel verbaubar.
Und Nauticus bietet noch mehr: Einmal im Spiel steht eine ganz persönliche Extra-Aktion zur Verfügung. Der Zeitpunkt ist frei wählbar.

Am Ende entscheiden die Punkte. Man bekommt sie für die Schiffe und ausgelieferte Waren. Auch das restliche Material wird erst in Geld, dann in Punkte verwandelt. Nach 4 oder 5 Runden (je nach Spielerzahl) wird auf jeden Fall abgerechnet.

Fazit:
Nauticus ist ein spannendes Brettspiel für geübtere Spieler. Es wird geplant, verbessert, berechnet. Der Spielmechanismus ist nicht sonderlich schwierig. Schwieriger ist es, mit den vielen Möglichkeiten umzugehen. Was muss dringend erledigt werden, wo kann man passen? In besonders schönen Spielsituationen fliesst das Spiel förmlich vor sich hin: Ein Schiff wird fertiggestellt, mit dem Bonus gleich ein zweites hinterher geschickt und das Lager schon wieder gefüllt. Herrlich! Die Strategien sind unterschiedlich: Sollen die Waren Punkte bringen? Oder doch lieber die grossen Schiffe? Oder entscheidet gar die Kronenwertung?
Bei Nauticus gibt es viel zu entscheiden. Durch die Wahl der Aktionen verläuft eine Partie jedoch immer anders. Nur geschickte Planer kommen ans Ziel.
Was gibt es noch zu sagen: Nauticus besticht durch zahlreiches und tolles Material. Und es lässt sich auch sehr gut zu zweit spielen. Mit Nauticus sticht man gerne in See!

Nauticus | Autoren: Wolfgang Kramer & Michael Kiesling | Verlag: Kosmos
Optimierungsspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60-90 Minuten | Ab 12 Jahren | Benötigt: Weitsicht, Klarsicht, Übersicht und Durchsicht | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Kosmos für ein Rezensionsexemplar von Nauticus!

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