Neoville – Spielkritik

Beim Projekt Neoville arbeiten wir an der Zukunft. Häuser aus reinen Naturprodukten sollen die Harmonie und die Lebensqualität in der Stadt fördern. Also sorgen wir bei diesem Legespiel für die besten Bedingungen.

Neoville

Autor Phil Walker-Harding ist kein Unbekannter mehr. Er ist ein Meister von Legespielen (z.B. Llamaland), bei denen es um die perfekte Nutzung von Gebieten geht, um das Optimieren auf engstem Raum. Daher scheint auch das Konzept von Neoville auf den ersten Blick nicht ganz neu, wenn man schon Werke von ihm kennt. Spielmaterial gibt es reichlich, vor der ersten Partie setzt man viele grosse und kleine Wolkenkratzer zusammen. Für die Bioprojekte der Zukunft gibt es gleich noch ein paar Steckfiguren zusätzlich. Je nach Spielerzahl legt man sich die passende Anzahl an Häusern und Projekten bereit, schnappt sich drei Startplättchen auf die Hand, dann kann die Stadtplanung auch schon beginnen.

Die Stadtplättchen bilden den Kern der Planung. Aus einem Raster von 4×4 Plättchen entwickelt man die eigene Stadt. Das bedeutet, es gibt genau 16 Runden zu spielen, danach folgt die Wertung bei Neoville. Jedes Stadtplättchen ist in vier kleine Quadrate unterteilt, auf denen unterschiedliche Landschaften zu finden sind: Erde, Gras, Fels oder Wasser.

Der Spielablauf ist immer derselbe bei Neoville. Erst legt man ein Stadtplättchen, danach baut man optional einen Wolkenkratzer oder ein Bioprojekt auf das eben gelegte Plättchen und schliesslich zieht man ein neues Plättchen aus der allgemeinen Auslage von vier zufälligen Stadtplättchen.

Neoville

Beim Legen der Plättchen arbeitet man zuerst ganz frei und ungezwungen. Wer allerdings Erfolg haben möchte, versucht möglichst grosse und gleiche Flächen zu bilden. Das Bilden der Landschaft selber bringt noch keine Punkte, das Setzen der Wolkenkratzer oder Bioprojekte hingegen schon.
Wolkenkratzer lassen sich nur auf einen Untergrund gleichen Materials stellen. Ein Wald-Wolkenkratzer muss also auf ein Grasland, ein Stein-Wolkenkratzer auf Felsgebiet. Die Wolkenkratzer sind mit Zahlen versehen. Stelle ich einen 8er-Wolkenkratzer auf ein passendes Feld, müssen dort am Ende mindestens 8 gleiche Felder verbunden sein. Das bringt dann 8 Harmoniepunkte. In jedem Gebiet darf nur ein Wolkenkratzer stehen und die Zahlen sind limitiert, die Mitspieler bauen schliesslich auch mit.

Bioprojekte setzt man auf beliebige Felder. Mit ihnen muss man planerische Bedingungen erfüllen. Eco-Mobile fordern eine bestimmte Anzahl an Wolkenkratzern, Parks oder Sportanlagen in ihren Reihen und Spalten. Windräder müssen in gewünschten Reihen oder Spalten platziert werden und Biodome müssen in vorgegebenen Formen von Gebieten stehen. Jeweils 2 Bioprojekte sind bei Neoville mit von der Partie.

Neoville

Nach 16 Runden steht die eigene Stadt in ganzer Pracht und mit vielen Gebäuden. Sind die Bedingungen von Wolkenkratzern und Bioprojekten erfüllt, gibt das die entsprechenden Harmoniepunkte. Bei nicht vollständigen Bedingungen zählt man die Punkte ab. Zudem gibt es noch jeweils 5 Punkte für den Besitzer der meisten Parks und Sportanlagen. Wer baut die Stadt der Zukunft?


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Fazit

Neoville ist ein schönes Legespiel für Familien. Der erste Aufbau benötigt zwar ein wenig Zeit, doch dann legt man schnell los mit dem Gestalten der eigenen Stadt. Es ist eine kleine Knobelaufgabe, die Plättchen möglichst vielversprechend zu legen. In den ersten Zügen setzt man die Wolkenkratzer noch auf gute Prognosen hin. Erreicht man die Anzahl an Feldern tatsächlich? Gegen Ende sind die gesuchten Gebäude vielleicht schon vergeben. Es ist vieles eine Frage des Timings bei Neoville (erhältlich ab 25.37 Euro). Die Bioprojekte sorgen für eine zweite Ebene beim Legen der Plättchen, die man beachten sollte. Man muss seine Projekte sorgsam wählen, um keine hohen Minuspunkte einzufahren. Neoville und Autor Phil Walker-Harding erfinden das Rad der Legespiele nicht neu, der Städtebau erinnert an das gute Limes. Doch hier agiert man freier und die Ziele variieren durch die Bioprojekte ein wenig. Das Spiel ist nicht komplex, fordert doch ein Mass an planerischer Weitsicht und macht Spass bis zur letzten Harmonie. Ein so grosses Brettspiel ist man sich von HCM Kinzel nicht gewohnt, da darf aber gerne mehr kommen.

Alles über Neoville

Neoville | Autor: Phil Walker-Harding | Illustrationen: keine Angaben | Verlag: HCM Kinzel

Spielerzahl: Legespiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 45 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Städtebau in Harmonie
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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