Neptun – Spielkritik

Als römischer Kaufmann reist man bei Neptun durch das Mittelmeer und beliefert die Tempel mit Waren. Wer durch seine Lieferungen die Gunst der Götter gewinnt, erntet Ruhm. Über drei Runden sucht man Aufträge und liefert seine Waren. Neptun wacht persönlich über diese anspruchsvolle Aufgabe.

NeptunKreta dient als Ausgangspunkt für die Handelsfahrten im Mittelmeer. Alle Spieler starten auf der Insel und befahren vorgegebene Routen, die sich durch unterschiedliche Distanzen in jedem Spiel unterscheiden. Ein Highlight des Spiels ist die Beschaffung der Aufträge. Nur in Kombinationen wählen sich die Spieler einen Zielhafen, eine Ware und die Ruderstärke des Schiffes aus. Bei der Auswahl der Aufträge beginnt schon die grosse Planung. Nicht jede Ware bringt an jedem Zielhafen gleich viele Punkte in den Tempeln. Die Windkarten dürfen aber unabhängig gesammelt und später als Antrieb eingesetzt werden.
Beim Sammeln der Aufträge sieht man sich einen nach dem anderen an und entscheidet, ob man ihn zu sich nehmen will. Auf abgelehnte Aufträge darf man nicht zurückgreifen. Die letzten Aufträge der Reihe sind zudem noch verdeckt, das Risiko spielt mit. Sieht man die Aufträge bis zum Ende der Reihenfolge durch, muss man sich den letzten nehmen.
Nahtlos geht es weiter. Gezogene Aufträge legt man in geplantem Ablauf der Schiffsroute vor sich ab. Eine Verschiebung ist nicht möglich. Der geschickte Navigator plant eben voraus.

Neptun 2

Haben alle Spieler nach und nach fünf Aufträge gewählt und verplant, stechen die Schiffe in See. Verdeckt macht man mit den Windkarten eine Ansage, wie weit man fahren möchte. Die Seemeilen liegen auf dem Spielplan aus, so kann man leicht ausrechnen, wie weit die Windkräfte reichen. Wind gibt es immer auf dem Meer, mit der gewählten Karte erweitert man den Radius seines Schiffes aber angenehm. Erreicht man seine Hafenstädte nach Plan und kann die Waren ausliefern, erhält man Punkte in den Tempeln der Region oder nimmt sich wahlweise ein Geldstück. Mit dem Geld kann man sich zusätzliche Seemeilen kaufen oder sich ebenfalls Siegpunkte sichern. Schafft man alle fünf Aufträge, sichert man sich einen Bonus von zwei Siegpunkten.
Jeder Spieler besitzt von Anfang an als Joker zwei zusätzliche Windkarten. Mit ihnen darf man irgendwann im Spiel weitere Schifffahrten anhängen. So lassen sich manchmal auch unmögliche Aufträge noch erfüllen.

Neptun 3

In der letzten Phase verteilt man die Siegpunkte. Wer in den Tempeln vorne liegt, sichert sich Punkte. Insgesamt drei Mal spielt man das ganze Szenario durch: Aufträge sichern, Seefahrten durchführen, Punkte sichern. Am Ende gewinnt der Kaufmann mit dem grössten Göttereinfluss.

Fazit:
Neptun ist in seinen Möglichkeiten kein ganz einfaches Spiel. Es benötigt ein wenig Glück bei der Auftragswahl und eine optimale Planung bei den Seefahrten. Da die drei Spielphasen aber immer wieder durchgespielt werden, wiederholt sich der gesamte Ablauf und ist schon nach kurzer Zeit eingeprägt. Die einzelnen Mechanismen sind wunderbar miteinander vernetzt. Vor allem die erst unscheinbaren Windkarten bestimmen die Spielerreihenfolge und die Windstärke in jeder Runde. Plötzlich wird wichtig, was am Anfang unwichtig erschien. Das Kartenglück gleicht sich mit den zusätzlichen Windkarten ein wenig aus. Und manchmal sollte man auch kleine Aufträge erfüllen, um ans Ziel zu gelangen. Einige Punkte stören das Spielerlebnis ein wenig. Die Auftragskarten sind schlecht beschriftet. Da alle erst über fünf Durchgänge ihre Aufträge wählen, erleichtert das die Aufgabe nicht. In grösseren Spielrunden fällt man in einen Wiederholungsmodus: Fünf Mal Aufträge wählen, fünf Mal Windkarten ziehen und alles über drei Durchgänge – das dauert seine Zeit. So wird auch die angegebene Spieldauer von 45 Minuten weit überschritten.
Doch Neptun hat ganz klar seinen Spielreiz: Die Wahl der Auftragskarten ist spannend und jeder Spieler bestimmt sein Risiko selber. Auch die Wahl der Schiffsroute muss gut überlegt sein. Umso schöner, wenn ein Plan aufgeht. Insgesamt ist Neptun eine gut durchdachte Mischung aus Planung und Glück

Neptun | Autor: Dirk Henn | Verlag. Queen Games
Strategisches Brettspiel für 3-5 Personen | Spieldauer: 60-90 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Aufträge, Windantrieb und Göttergunst | Wiederspielreiz: gross

» Mit dem Newsletter immer spielend mehr wissen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Pflichtfelder sind mit * markiert.