Neue Welten – Spielkritik

Neue Welten besteht in erster Linie aus ganz vielen Karten. Sie helfen, das eigene Weltbild ein wenig einzugrenzen. Denn in diesem Spiel ist es entscheidend, wie ich die Welt sehe. Und zudem auch ein wenig, wie sie von meinen Mitspielern gesehen wird.

Auf 275 ES-Kärtchen sind Wörter notiert. Jeder Spieler erhält 12 Kärtchen davon als Vorrat. Ein Spieler in der Runde wird zum Individuum, das erläutert, wie es die Welt sieht – das Idewedwes. Das Idewedwes zieht eine MeineWelt-Karte. Davon gibt es 55. Sie sind beidseitig mit unvollendeten Sätzen bedruckt. Das Idewedwes liest den Satz vor, die Mitspieler ziehen verdeckt ein passendes ihrer Es-Kärtchen dazu. Ergänzt mit einem ES-Kärtchen des Nachziehstapels werden sie gemischt und danach offen ausgelegt.

Nun wählt das Idewedwes das Kärtchen aus, das seiner Meinung am besten zum vorliegenden Satz passt. Die Wahl ist frei und unbeeinflussbar. Zieht es ein Kärtchen eines Mitspielers, so gewinnt der einen Punkt in Form der MeineWelt-Karte. Der Punktegewinner wird in der nächsten Runde zugleich zum neuen Idewedwes. Wird aber das ES-Kärtchen des Stapels gewählt, so muss es selber einen Gewinnpunkt abgeben – wenn es denn schon einen hat. Zudem bleibt es auch in der nächsten Runde das Idewedwes. Die verwendeten ES-Kärtchen werden nach jeder Runde ersetzt, ausser beim Punktegewinner. Er hat ab sofort ein Kärtchen weniger zur Auswahl.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler eine bestimmte Anzahl Gewinnpunkte eingefahren hat. Je nach Anzahl der Mitspieler ist das unterschiedlich oder kann sogar selber vorgängig bestimmt werden.

Neue Welten bietet auch Sätze mit zwei oder drei Leerstellen. Dann muss man eben auch zwei oder drei ES-Kärtchen auswählen. Einige ES-Kärtchen sind auch international ausgerichtet. Sie haben eine Variante für Deutschland, Österreich und die Schweiz aufgeführt. Das gibt manchmal sehr witzige Kombinationen, wenn man sie quer liest. Horst Schlämmer aus Deutschland, Kaiser Robert Heinrich I. aus Österreich und Mike Shiva aus der Schweiz werden im gleichen Atemzug genannt. Wer alle drei Figuren kennt, kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Fazit:
Neue Welten ist ein einfaches, tolles Spiel für eine lustige Spielrunde. Da werden Sätze gebildet, über die man sich manchmal sehr wundern muss. Das Idewedwes wählt so aus, wie es niemand erwartet hätte. Und mit der eingefügten Karte des Nachziehstapels erhält das Spiel eine zusätzliche Unberechenbarkeit. Kurz: Neue Welten macht Spass! Auf leeren Kärtchen ist der eigenen Kreativität noch freien Lauf gelassen – also nur zu!
Neue Welten ist ein eigenständiges Spiel, kann aber auch mit Wie ich die Welt sehe kombiniert werden und ist so in einer noch grösseren Spielrunde einsetzbar.

Neue Welten | Autor: Urs Hostettler | Verlag: Fata Morgana / Abacusspiele
Kartenspiel für 3-5 Spieler | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Benötigt: Weltkenntnis, Menschenkenntnis, Kärtchenkenntnis, Grammatikkenntnisse | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Fata Morgana für ein Rezensionsexemplar von Neue Welten!

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