Nile Artifacts – Spielkritik

Um die Gunst der Götter zu gewinnen, opfert man ihnen die gewünschten Artefakte. Dazu schickt man die Segelschiffe entlang des Nils und sammelt die gesuchten Dinge ein. Nile Artifacts ist ein familiäres Sammelspiel.

Nile Artifacts

Das Autorenduo Dunstan und Gilbert hat bereits einige bekannte Spiele veröffentlicht (Spy Connection, City of Rome). Diesmal sind wir in Ägypten unterwegs und sammeln Artefakte für die Götter. Nur mit vielen göttlichen Gunstpunkten gewinnt man bei Nile Artifacts. In einer ersten grossen Phase bewegen wir die Segelschiffe auf dem Nil und sammeln die nützlichen Dinge auf dem Handelsweg ein. Danach opfern wir die Artefakte den Göttern und holen Punkte. Mit einer guten Sammelstrategie sichert man sich am Ende die göttlichen Dienste im alten Ägypten. Aus der kleinen Spielschachtel zaubert man den Nil, die Artefakt- und Monumentkarten, dazu ein Schiff und Gläubige, die bei den Monumente für die Götter arbeiten. In jeder Spielrunde legt man, je nach Spielerzahl, Artefakte unter vorgegebene Handelsstationen am Nil. Das geschieht zufällig, die Auslage verändert sich in jeder Runde. Nun starten die beiden Hauptphasen von Nile Artifacts.

Während der Schifffahrt sichert man sich die begehrten Artefakte für die Götter. Da lohnt sich natürlich ein Blick auf die aktuelle Auslage der Monumente. Dort ist ersichtlich, was sich die Götter wünschen und in welcher Anzahl. Der Reihe nach bewegen die Spieler ihre Schiffe. Der Bug des Schiffes zeigt die Fahrtrichtung an. Wie viele Positionen man sein Schiff bewegt, ist frei wählbar. An einer Station mit Artefakten unterbricht man die Reise. Nun nimmt man ein Artefakt zu sich in die offene Auslage, bevor der nächste Spieler an der Reihe ist. Manchmal erhält man noch eine Münze zusätzlich.

Nile Artifacts

Die Münzen setzt man für zusätzliche Aktionen ein. Für 3 Münzen wendet man sein Schiff und fährt ganz plötzlich in die entgegengesetzte Richtung. Liegen dort noch begehrte Artefakte?
Für 3 Münzen betreibt man auch zusätzlichen Handel und schnappt sich die oberste Artefaktkarte des Nachziehstapels. Ist es die gesuchte Karte für noch mehr Gunstpunkte?
Beide Münzaktionen kann man zu Beginn des eigene Spielzuges durchführen.

Läuft ein Schiff am anderen Ende des Nils in den Hafen ein, wendet es und darf in der aktuellen Runde nicht mehr bewegt werden. Statt eines weiteren Spielzugs nimmt man sich jedes Mal eine Münze aus dem Vorrat bis das letzte Schiff in einem Hafen angelangt ist. Das erhöht den Druck auf die Mitspieler, die Runde ebenfalls zu beenden. Denn wir wissen ja, Münzen lassen sich sehr gut einsetzen.

Nile Artifacts

Nach der Schifffahrt folgen die Opfergaben. Das Spezielle an dieser Phase: Die Artefakte, die man opfern will, zählen für sämtliche Monumente. Eine ägyptische Katze kann gleichzeitig an 3 Stellen verwendet werden, wenn es passt. Verwendete Artefaktkarten verfallen am Ende der Runde und kommen auf den Ablagestapel. Die Monumente fordern ganz unterschiedliche Opfergaben: Gleiche Artefakte, ungleiche Artefakte, kleine Anzahl, grosse Anzahl oder regionale Produkte. Wer sich eine gute Sammlung an Opfergaben zusammenstellt, befriedigt die Götter an mehreren Monumenten. Die Gläubigen vor Ort steigen beim Erfüllen der Wünsche pro Runde um höchstens eine Position nach oben. Die Monumente besitzen zwischen einer und drei Stufen. Je höher man steigt, desto mehr Gunstpunkte erhält man. Sind am Ende einer Runde sämtliche Opfergaben eines Monuments erbracht, erhalten die Spieler ihre Gunstpunkte. Allenfalls erscheinen neue Monumente auf dem Spielplan. Mit neuen Artefaktkarten startet man in eine neue Phase mit den Handelsschiffen.

Erscheint die letzte Monumentkarte im Spiel, beginnt die letzte Spielrunde. Am Ende erhalten die Spieler noch die übriggebliebenen Punkte aller Karten zugesprochen. Wer am meisten Gunstpunkte besitzt, gewinnt Nile Artifacts.


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Fazit

Die kleine Schachtel von Nile Artifacts ist gut gefüllt. Auf dem Tisch entfaltet sich der Nil, an dessen Ufer man Handel betreibt und Artefaktkarten einsammelt. Die beiden grossen Phasen des Spiel verschmelzen ineinander. Die Ziele geben die Monumente mit ihren Opfergaben vor. Danach richtet man seine Sammelleidenschaft aus. Wer klug sammelt, verbindet gleich mehrere Opfergaben miteinander. Das mehrmalige Nutzen der Artefaktkarten in einer Runde ist für mich die Besonderheit des Spiels. Wenn man mit nur drei Karten die Gläubigen mehrerer Monumente voran treibt, ist die Freude gross. Das erfordert ein wenig Planung, aber auch Sammelglück. Die Mitspieler suchen nach denselben Karten. Mit schnellen Zügen oder einem geschickten Wenden des Schiffes setzt man Druck auf. Am Ende holt man die meisten Gunstpunkte, wenn man seine Sammlung während der gesamten Partie am besten optimiert hat. Nile Artifacts ist ein schönes Sammelspiel im fortgeschrittenen Familienspielbereich.

Alles über Nile Artifacts

Nile Artifacts | Autoren: Matthew Dunstan & Brett J. Gilbert | Illustrationen: Iosu Palacios Aseno | Verlag: Board Game Box

Spielerzahl: Sammelspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Opfergaben in allen Varianten
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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