No Secrets – Spielkritik

Als schonungsloses Enthüllungsspiel wird No Secrets angepriesen. Tatsächlich geht es eindeutig in die Richtung Wahrheit oder Pflicht. Auch wenn man dabei seinen persönlichen Fragepartner im Geiste sucht, ist die eine oder andere Diskussion im Anschluss nicht aussergewöhnlich. Es gibt keine Geheimnisse.

No Secrets

Erst sucht man sich einmal seine persönliche Tierart aus. Und da sind wir schon beim ersten dicken Plus dieses Spieles. Ich habe noch nie in einem einfachen Fragespiel derart tolle Tierfiguren gesehen. Wäre nicht nötig, ist aber einfach schön anzusehen. Nun ziehen sich alle Spieler geheim ihre Teamfarbe: Pink oder blau. Das wird gleich wichtig sein beim Beantworten der Fragen. Der erste Spieler zieht ein Fragekarte des Nachziehstapels und liest laut vor. Auf jeder Karte befinden sich zwei Fragen, je eine in pink und blau. Es sind einfache Ja/Nein-Fragen, die es aber in sich haben. Hast du schon einmal gestohlen? Bist du ein guter Liebhaber? Hast du dir schon einmal über längere Zeit von einem Freund viel Geld geliehen?

Jeder Spieler beantwortet die Frage seiner zugelosten Farbe und stellt sein Tier auf die Ja- oder Nein-Seite der Karte. So beantworten in einer Spielrunde alle gleichzeitig ihre Fragen von drei Karten. Die Tiere sammeln sich links und rechts der jeweiligen Karte. Doch noch hat niemand Farbe bekannt. Denn das Ziel von No Secrets ist es, seinen eigenen Farbpartner zu finden. Wer ist noch im Team pink oder blau. Anhand der Antworten sucht man sich seinen möglichen Kandidaten raus. Das gelingt natürlich mal besser, mal schlechter.

No Secrets
Tierische Fragerunde

Die Lösung folgt mit einem Fingerzeig: Alle Spieler zeigen gleichzeitig auf den vermuteten Partner mit der eigenen Farbe. Daraus erhält man schliesslich seine Punktechips: Ein richtiger Tipp – 3 Punkte. Wurde man von einem Partner richtig erkannt – 1 Punkt. Mit frisch ausgelosten Teamkarten beginnt eine neue Runde. Nach insgesamt 3×3 Fragen steht der beste Menschenkenner von No Secrets mit den meisten Punkten fest.

No Secrets
Team Pink oder Blau?

Mit einer ungeraden Spielerzahl bleibt eine Farbe auf dem Tisch liegen, da sich schlecht Teams bilden lassen. Auch auf die Tischkarte kann man bei der Auswahl zeigen. Mit dem Ausschlussverfahren ist es gut möglich, dass nur noch der Tisch als Partner in Frage kommt, auch wenn er in Wirklichkeit keine einzige Frage beantwortet hat.


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Fazit

No Secrets hat natürlich ein gewisses Sprengpotenzial. Der Einsatz des Spiels will gut überlegt sein, in der passenden Konstellation erlebt man damit aber ganz viel Spass. Die Fragen variieren und das ist auch gut so. Es geht nicht immer um die Jagd nach der nächsten Sensation. Mal liegen die Antworten irgendwie auf der Hand, mal überwindet man sich leicht, mal erlebt man ganz überraschende Momente. Bei der Spielerzahl empfehle ich ganz klar eine gerade Zahl. Auf eine spielerlose Karte zu zeigen, macht irgendwie keinen Sinn und ist nur eine Notlösung. Noch schöner als das Ratespiel um die eigenen Teammitglieder ist aber die Diskussion danach. Das ist zugleich auch die Antriebsfeder, dass man No Secrets nicht gleich zur Seite legt. Oft spielt man Runde für Runde, weil Enthüllungen ja so spannend sein können. Wer für No Secrets also eine passende Spielrunde besitzt, sollte unbedingt in den Geheimnissen forschen. 154 Fragekarten liefern Material für viele Spielrunden.

Alle über No Secrets

No Secrets | Autoren: Arno Steinwender, Markus Slawitscheck | Illustration: Kreativbunker | Verlag: moses.

Spielerzahl: Kartenspiel für 3-6 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 14 Jahren
Benötigt: Keine Geheimnisse im Raterausch
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: nicht für 2 Spieler
Beste Spielerzahl: 4 oder 6
Richtet sich an: Erwachsene, sehr einfacher Spielablauf

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