Nova Luna – Spielkritik

Es soll ja Leute geben, die ihren Garten exakt nach dem Mondkalender bepflanzen, hegen und pflegen. So verhält es sich wohl auch mit Nova Luna. Doch in welcher Mondphase spielt man das abstrakte Legespiel wohl am erfolgreichsten? Und gilt das dann für alle Spieler?

Nova Luna

Thematisch muss man Nova Luna nicht verstehen. Es ist ein Legespiel mit dem Mond und seinen Phasen, die als Rondell für die Spielerreihenfolge herhalten. Aber: Das Spiel ist echt grossartig illustriert von Lukas Siegmon, der mich bei Reykholt schon überzeugt hat. Die Bilder und Farben strahlen eine ungeheure Kraft aus, in so einem Fall wird das Thema zur Nebensache.
Das Rondell der Monduhr ist das Zentrum des Spiels. Dort bestimmt man die Spielerreihenfolge, die nicht fix gegeben ist und ständig wechselt. Zudem holt man sich neue Legeplättchen für die eigene Auslage. Jeder Spieler besitzt 20 Scheiben, die er im Laufe einer Partie verwenden muss.

Der Spielzug wird auf der Monduhr gestartet. Wer mit seinem Spielstein zuhinterst steht, ist am Zug. Er darf den grossen Mond um bis zu drei Schritte bewegen und das Legeplättchen dort zu sich nehmen. Das Plättchen muss in der eigenen Auslage platziert werden – Seite an Seite zu einem anderen Plättchen.

Nova Luna

Auf jedem Plättchen findet man eine Zahl. Sie bestimmt, wie viele Schritte sich der Spielstein auf der Monduhr vorwärts bewegt. Zudem findet man bis zu drei Aufträge auf dem Plättchen. Kleine Farbkreise zeigen an, welche Farben der Nachbarplättchen gewünscht sind. Legt man ein Plättchen optimal und ein Auftrag ist erfüllt, deckt man ihn mit einem Spielstein ab. Plättchen gleicher Farbe zählen als Gruppe, wenn sie nebeneinander liegen. So ist man bei Nova Luna gezwungen, über das direkte Nachbarplättchen hinaus zu denken und ganze Ketten zu beachten.
Auf der Monduhr ersetzt man die Plättchen vorerst nicht. Erst wenn nur noch drei Plättchen ausliegen, darf man wahlweise zuerst ergänzen.

Nova Luna
Zwei Spielsteine dürfen noch gelegt werden

Nova Luna ist also ein farblich abgestimmtes Legespiel. Wer seine Plättchen perfekt miteinander kombinieren kann, spielt seine Steine schnell weg und gewinnt.


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Fazit

Nova Luna kommt zwar in einem bunten und schön illustrierten Kleid daher, zerreisst thematisch aber keine grossen Stricke. Es zählen die Spielerreihenfolge, die Auswahl und das Legen der Plättchen. Das alles funktioniert reibungslos und in ganz simplen Abläufen, aber eben sehr abstrakt. Am Ende achtet man auf die Farben, die Aufträge und perfekte Kombinationen, die sich am besten gegenseitig ergänzen. Das spielt sich wie eine kombinatorische Rätselaufgabe, bei der ein wenig Weitblick gefragt ist, sofern der möglich ist. Während man zu zweit noch eher auf gewisse Plättchen spekulieren kann und die Spielerreihenfolge mit einer bewussten Auswahl beeinflusst, schwindet dieser taktische Einfluss zu dritt oder zu viert ein wenig. Die Überblick in der eigenen Auslage mit den Farbpunkten, den Plättchen und der Gruppenbildung zu behalten, ist schwierig. Oft sieht man erst auf den zweiten Blick, dass ein Auftrag eigentlich schon längst erfüllt ist. Fühlt man sich hingegen sicher bei Nova Luna, wirft man auch ein Auge auf die Mitspieler und trifft Entscheidungen unter Einbezug fremder Auslagen. Am besten gefallen hat mir Nova Luna tatsächlich zu zweit. Dann spielt die Taktik voll mit und man wartet nicht zu lange. Das Optimieren benötigt nämlich seine Zeit und verläuft nicht überall gleich schnell. Nova Luna ist ein sehr schönes Legespiel für den Familienbereich, hat aber seine Ecken und Kanten.

Alles über Nova Luna

Nova Luna | Autoren: Uwe Rosenberg, Corné van Moorsel | Illustration: Lukas Siegmon | Verlag: Edition Spielwiese, Pegasus

Spielerzahl: Legespiel für 1 – 4 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Den Durchblick in Farben und Punkten
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 3 Personen
Richtet sich an: Familie

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