Oceanos – Spielkritik

Die U-Boote in Oceanos erinnern an Jules Verne. Mit verbesserungswürdigen Kisten dringt man als Forscher langsam in die Tiefen des Ozeans vor. Ob Tierarten, Korallen oder auch Schätze – wer am Ende die meisten Meeresschätze entdeckt hat, erhält Ruhm und Ehre.

Bei Oceanos spielt man gleichzeitig auf zwei Baustellen. Da wäre zum Einen das Forschungs-U-Boot: Es besitzt bei Spielbeginn einen gewissen Entwicklungsstandard, doch der ist nicht abgeschlossen. Jedes der 5 Bauteile kann bis zu zwei Mal ein Upgrade erfahren. Damit erweitert man im späteren Spielverlauf die eigenen Möglichkeiten. Welche Fähigkeiten verbessert werden sollen, ist den Spielern überlassen. Die einzelnen Teile der U-Boote tauscht man im Puzzle-System aus. Bei Spielmaterial für bis zu 5 Personen bedeutet das: Die Spielschachtel ist gut gefüllt!

Gesteuert wird Oceanos über die Entdeckungskarten – Spielelement Nummer zwei. Mit ihnen baut jeder Spieler seinen eigenen Ozean auf. In drei Spielrunden dringt man auch in drei Meeresschichten vor. Aus zwei Karten wählt man die bessere aus, die man in seinen persönlichen Ozean anlegt. Das geht ganz geordnet vor sich. Die Karten legt man von links nach rechts, das Meer wächst. In der zweiten Spielrunde legt man eine zweite Reihe, später noch eine dritte – fertig ist der Ozean. Entscheidend ist dabei, WAS man legt. Man kann einen beliebigen Schwerpunkt setzen, alles bringt am Ende in einer Form Siegpunkte. Die Vielfalt der Tiere bringt eine hohe Punktzahl, mit einem dementsprechend ausgebauten U-Boot. Ein grosses, zusammenhängendes Korallenriff ist einiges wert. Setzt man einen Taucher an der passenden Stelle aus, findet er am Ende des Spiels lukrative Schatzkisten. Der Ausbau der Schiffsschraube bringt sogar direkte Siegpunkte ein. Das Problem: Nicht jede Entdeckungskarten bietet dieselben, oder die gerade gewünschten Elemente. Es stehen für die Spieler also ständig kleine Entscheidungen an.

Sogar der Ausbau des U-Bootes funktioniert nur über die Entdeckungskarten. Kristalle benötigt man, zudem einen Stützpunkt im Meer. Alles findet man auf den Karten. Und so ein Upgrade eines U-Boot-Teiles ist wichtig. Es können mehr Tiere entdeckt werden, mit zusätzlichem Treibstoff darf man in einer Spielrunde gleich mehrere Karten anlegen, der Einsatz von weiteren Tauchern erhöht den Schatzanteil oder man vergrössert schlicht die Kartenzahl, aus der man seine nächste Spielkarte wählt. Das U-Boot wächst auf dem Tisch mit jedem Ausbau.

Nicht verschweigen darf man die Kraken. Ausgerechnet auf den begehrtesten Karten findet man Krakenaugen. Das allein ist noch nicht schlimm. Doch am Ende einer Spielrunde, bevor man in die nächste Tiefe des Ozeans vordringt, erhält der Spieler mit den meisten Krakenaugen ein entsprechendes Plättchen. Minuspunkte (fast) garantiert.

Gegen Ende bietet sich den Spieler ein tolles Bild auf dem Spieltisch. Der Ozean und das eigene U-Boot sind ein herrlicher Anblick. Die Siegpunkte bestimmen den besten Forscher.

Fazit

Oceanos ist ein prächtiges Spiel. Viel Material, schön gestaltet, entfaltet sich von Runde zu Runde zu einem grossen Ganzen. Für die unterschiedlichen Wertungen am Ende muss man beim Karten legen verschiedene Aspekte betrachten. Tiere sammelt man in einer Reihe, der Taucher sucht in Spalten, Riffe dürfen irgendwie aneinander liegen. Das erschliesst sich den Spielern nicht immer gleich in der ersten Partie, macht Oceanos jedoch zu einem Spiel mit anhaltendem Spielspass. Der Ausbau des U-Bootes will gut überlegt sein. Es gibt viele kleine Entscheidungen zu treffen bei diesem Spiel. Die Spielmöglichkeiten sind dabei von der Kartenauswahl abhängig. Das ist vor allem in der ersten Runde manchmal hart. Ein passender Ausbau des U-Bootes lässt das Kartenglück ein wenig minimieren, wenn man es wünscht. Oceanos ist ein spannendes Familienspiel, allerdings ein wenig komplexer, als man es sich vielleicht sonst gewöhnt ist. In der ersten Partie merkt man, worauf es wirklich ankommt. Danach muss man sich nur noch auf die Geheimnisse des Ozeans einlassen.

Oceanos | Autor: Antoine Bauza | Verlag: iello
Brettspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 30-40 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Den Rundumblick in den Tiefen des Ozeans | Wiederspielreiz: sehr gross

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