Oh my Goods! – Du meine Güter! – Spielkritik

Oh my Goods! Du meine Güter! ist das wohl meistgetestete Spiel auf brettspielblog.ch. Als der Rezensionstext geschrieben war, wurden einige Regeländerungen veröffentlicht, die laut Autor Alexander Pfister das Glück reduzieren sollen. Da gab es nur eins: Produktionsketten neu starten und wieder von vorn. Es hat sich gelohnt!

Oh my Goods - Alle meine Güter 1Mit 110 Karten in der kleinen Schachtel hat man ganz schön zu tun. Zudem nutzt man die Karten gleich dreifach: Als Waren, als Ressourcen und als Produktionsstätten. Was am Anfang leicht verwirrend wirkt, entpuppt sich schnell als genialer Schachzug. Nach einer Partie sitzen die Mechanismen und die Blicke schweifen automatisch an die richtige Stelle der Karten.
Die Spieler müssen möglichst gute Handwerksbetriebe bauen, um mit den produzierten Gütern viel Geld zu erwirtschaften. In vier Phasen baut man sich Runde für Runde durch das Spiel. Zu Beginn erhält man neue Handkarten. Neu kann man auch wählen, ob man gleich alle Handkarten austauschen möchte. Sonst erhält man auf jeden Fall zwei neue Karten dazu. In Phase 2 wird die Marktauslage bereit gelegt. Hier zählen nur die Rohstoffe auf den Karten. Die Auslage ist jedes Mal anders, es werden Karten gelegt, bis zwei halbe Sonnen auf den Karten sichtbar sind. In dieser Phase setzen alle Spieler auch gleichzeitig ihren Arbeiter. Man legt ihn unter die Produktionsstätte, wo man gerne Waren produzieren möchte. Um eine Produktion zu starten benötigt man eine bestimmte Anzahl von Rohstoffen – entweder aus der Marktauslage oder von den eigenen Handkarten. Der Arbeiter kann ordentlich oder schlampig produzieren. Bei einer schlampigen Produktion benötigt man einen Rohstoff weniger, erhält aber auch nur eine statt zwei Waren, wenn es klappt. Bevor es zur dritten Phase geht, legt man schliesslich noch ein Gebäude verdeckt zur Seite. Dieses Haus könnte man zu einem späteren Zeitpunkt bauen, wenn es das Geld zulässt.

Oh my Goods - Alle meine Güter 2

In Phase drei kommt eine zweite Reihe an Rohstoffen auf den Markt. Das Prozedere ist gleich wie in Phase zwei. Nun kann man an der eigenen Produktion aber nichts mehr ändern. Der Reihe nach produzieren und bauen die Spieler nun in ihren Gebäuden. Eine Produktion ist erfolgreich, wenn die Rohstoffe auf dem Markt, gegebenenfalls ergänzt durch Handkarten, die gewünschten Bedingungen erfüllen. Produzierte Waren legt man mit verdeckten Karten auf die entsprechenden Produktionsgebäude. Bei einer erfolgreichen Produktion (egal ob ordentlich oder schlampig) kann man mit den passenden Handkarten noch weitere Waren nachlegen. Die Anforderungen für derartige Produktionsketten findet man ebenfalls auf den Karten. Und zum Schluss einer Runde kann gebaut werden. Die produzierten Ware besitzen nämlich einen Geldwert. Damit kauft man sich neue Gebäude. In jeder Runde ist ein Neubau möglich, mit der Karte, die man in Phase zwei bereit gelegt hat. Wer nicht bauen will oder kann, nimmt die Karte jetzt wieder zurück auf die Hand.

Oh my Goods - Alle meine Güter 3Nun geht es „nur noch“ ums Verfeinern der eigenen Produktion. Mit geeigneten Gebäuden erstellt man richtige Produktionsketten. Die Waren gewinnen dabei immer mehr an Wert. Als Beispiel: Während die Mühle nur Mehl produziert, macht man mit einer Bäckerei auch Brot. Das bereits gemachte Mehl verwendet man weiter und erzielt am Ende einen höheren Preis dafür.
Baut man spezielle Marktämter, erhält man einzelne Rohstoffe in jeder Runde. Engagiert man Gehilfen, so produziert man mit den passenden Rohstoffen gleich in mehreren Gebäuden. Diese Spezialkarten sollte man auf jeden Fall nutzen, um seine Wirtschaft anzukurbeln.
Hat ein Spieler 8 Gebäude erstellt, ist nach einer letzten Spielrunde Schluss. In dieser Runde darf man alle Produktionsketten noch nutzen, auch ohne Arbeiter. Gebäude und Gehilfen bringen direkte Siegpunkte. Je 5 Geld ergeben ebenfalls einen Punkt. Wer die meisten Punkte einfährt, gewinnt.

Was hat sich nun gegenüber den ursprünglichen Regeln geändert:
– Am Beginn einer Runde darf man alle Karten tauschen. Damit bleibt man nicht auf vermeintlich schlechten Karten sitzen.
– In der 4. Phase nimmt man die Karte für ein nicht gebautes Gebäude wieder auf die Hand.
– Die Gehilfen sind nicht mehr limitiert, man entscheidet sich aber für den Bau ODER die Anstellung eines Gehilfen.
– In der letzten Spielrunde kann man alle Produktionsketten nutzen, auch ohne Arbeiter.
– Eine Marktamtkarte wurde ein wenig entschärft.
» Link zu den neuen Regeln von Oh my Goods!

Fazit:
Es ist echt erstaunlich, was für ein Spiel sich aus der kleinen Schachtel entfaltet. Oh my Goods! Du meine Güter! spielt mit der Mehrfachnutzung der Karten, setzt Produktionsketten in Gang und erweitert Runde für Runde die eigenen Möglichkeiten. Natürlich läuft nicht alles gleich nach Wunsch. Die Karten erscheinen zufällig – auf dem Markt, wie auch auf der Hand. Wer sie am besten einsetzt und in Bau und Produktion geschickt plant, wird auch Punkte generieren. Mit den neuen Regeln kann die Kartenhand in jeder Runde komplett ausgetauscht werden. Das ermöglicht die Suche nach bestimmten Karten und lässt einen nicht ewig auf weniger guten Karten sitzen. Man freut sich, wenn man so richtig schöne Produktionsketten bilden kann und die Waren immer teurer werden. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit beherrscht man bei Oh my Goods! Du meine Güter! die Karten und den Spielablauf. Das Kartenspiel eignet sich übrigens sehr gut zu zweit. Eine spannende Sache.

Oh my Goods! Du meine Güter! | Autor: Alexander Pfister | Verlag: Lookout Spiele
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 45-60 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Rohstoffketten, Produktionsketten, Wirtschaftsketten | Wiederspielreiz: gross 

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