Omerta – Spielkritik

Als Gangsterboss in den 30ern in Amerika versuchen wir, unseren Alkohol ins Trockene zu bringen. Denn eine Razzia droht und die Flaschen sollen weg, bevor die Omerta verkündet wird. Es beginnt ein Spiel, bei dem jeder seine Charaktere auf den Tisch legt, um am Ende möglichst ungeschoren davonzukommen.

Omerta

Omerta ist ein Kartenaufdeckspiel, bei dem man ganz geheim seine Situation verbessert und den richtigen Zeitpunkt für das Spielende sucht. Da man beides nicht genau einschätzen kann, bleibt der Alkoholhandel eben eine Gratwanderung bis zum Spielende, Überraschungen inklusive. Mit vier verdeckt ausliegenden Karten startet jeder Gangsterboss. 2 Karten schaut man sich heimlich an und merkt sich die Werte. Im Spiel gibt es Flaschenkarten mit Werten von 1 bis 10 und Charakterkarten für zusätzliche Aktionen. In einem Safe liegen vier verdeckte Karten aus. Sie kommen allenfalls mit einer Charakterkarte zum Einsatz.

Der Spielablauf ist simpel. Der aktive Boss nimmt entweder eine verdeckte Karte vom Aufnahmestapel oder die oberste Karte des Ablagestapels. Mit einer neuen Karte ersetzt er eine eigene Karte ohne sie vorher anzuschauen. Eine Karte vom Aufnahmestapel kann er auch gleich wieder auf den Ablagestapel ablegen, wenn kein Tausch stattfinden soll.

Beim Ablegen einer Flaschenkarte können die Mitspieler ebenfalls aktiv werden. Besitzen sie eine identische Karte, müssen sie schnell handeln. Sie legen die Karte ebenfalls offen auf den Ablagestapel. Nur der schnellste Gangsterboss profitiert und besitzt ab sofort eine Karte weniger in der eigenen Auslage. Nimmt er aber eine falsche Karte, erhält er zur Strafe eine zusätzliche Karte obendrauf.

Omerta
Auch eine 7 im Sortiment? Dann schnell ab auf den Ablagestapel.

Nun sind auch noch einige Charakterkarten im Spiel. Sie verleihen Omerta die besondere Würze. Beim Ablegen eines Charakters findet eine zusätzliche Aktion statt. Persönlich bringen Charaktere meist Vorteile, die Mitspieler stört man jedoch mit fiesen Aktionen: Karten mischen, Karten tauschen, Karten verteilen, Karten blockieren etc.

Omerta

Ist ein Spieler der Meinung, dass seine Alkoholvorräte soweit verkleinert wurden, dass er nur noch 7 oder weniger Flaschen besitzt, ruft er am Beginn seines Spielzuges „Omerta“ und beendet die Partie für alle. Mit der Razzia findet die Kontrolle statt. Wer nun am wenigsten Punkte besitzt, kommt straffrei mit 0 Punkten davon. Gewinnt nicht der Omerta-Rufer, kassiert er 20 Strafpunkte. Alle anderen Spieler erhalten die Punkte ihrer Karten gutgeschrieben. Waren Charakterkarten während des Spiels sehr nützlich, bringen sie in der Abrechnung viele Punkte ein.
Gespielt werden Runden in der Anzahl der Mitspieler. Wer am Ende die wenigsten Punkte vorweist, gewinnt Omerta.


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Fazit

Omerta ist ein Kartenaufdeckspiel, bei dem man heimlich optimiert, sich die Werte merkt und zum besten Zeitpunkt zuschlägt. Vom Spielmechanismus erinnert es stark an ein Biberbande. Mit den Charakterkarten kommt allerdings viel Schwung ins Spiel – und natürlich auch der Zufall. Charaktere sind sehr nützlich, wenn man sie zum passenden Zeitpunkt einsetzt. Leider verhalten sie sich ebenso undurchsichtig wie die Flaschenkarten. Man weiss nie, wann sie erscheinen. Ein schöner Kniff bei Omerta ist das Abwerfen von Karten mit identischen Werten. So sind alle Spieler jederzeit am Spiel beteiligt und die Aufmerksamkeit gilt auch dem Abwurf der Karten. Die einzelnen Spielrunden sind kurz. Doch das Optimieren wird ständig von der Angst überschattet, eine gute Karte abzuwerfen und den Mitspielern eine ungewollte Vorlage zu liefern. Der Vorteil von Omerta ist, dass es an unterschiedlichen Enden ansetzt: Der Auslage, den Charakteren und dem reaktionsschnellen Abwurf. Das ist eine äusserst gelungene und erweiterte Kombination eines bereits bekannten Mechanismus. Werft die Flaschen weg, bevor es zu spät ist!

Alles über Omerta

Omerta | Autoren: Adrien Dumont, Timothée Rignault | Illustration: Timothée Rignault, Florian Bellon | Verlag: HELVETIQ

Spielerzahl: Kartenspiel für 3 – 5 Personen
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Starke Charaktere im Flaschenhandel
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein Spiel für 2
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie

2 Kommentare

  1. Das Spiel „Omerta“ spielen wir in der Familie schon ein paar Jahre, einfach mit Pokerkarten. Bei uns heisst es „No name“ weil es unser Sohn von einem Lager nach Hause gebracht hat, er jedoch den Namen nicht mehr wusste. Die verschiedenen Pokerkarten haben verschiedene Funktionen. Wie lieben das Spiel!

    1. Hallo Karin, aus diesem Spielgenre sind gerade in den letzten Jahren die Kartenspiele wie Pilze aus dem Boden geschossen ;-) Ihren Ursprung haben sie tatsächlich aus traditionellen und lange überlieferten Kartenspielen. Ich staune immer, wie sich das Prinzip noch verfeinern lässt… Omerta macht das tatsächlich sehr gut mit seinen Charakteren.

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