On the Road – Spielkritik

Als Nachwuchsband mit Ambitionen wagen wir den Schritt aus dem miefigen Probekeller auf die Bühnen dieser Welt. Wir touren zuerst übers Land und schaffen uns eine grosse Fan-Base, um bei On the Road am grossen Festival durchzustarten.

On the Road

Ein erfrischendes Thema erwartet uns also bei On the Road. Der Weg bis zur Hauptbühne des Festivals ist lang, also legen wir uns eine grosse Strecke mit unterschiedlichen Plättchen, dazwischen drei Städte. Gestartet wird bei der Scheune. Mit dem eigenen Tourbus geht die Reise dort los. Fans in der eigenen Spielerfarbe gibt es schon genug, doch die sind noch nicht aktiviert. Drei Fans wirft man in einen Beutel, die restlichen muss man erst noch musikalisch erobern. Mit Tickets und Orts-Chips bildet man einen Vorrat. Und nicht zuletzt muss das Toilettenhäuschen des Festivals vorbereitet werden – ganz wichtig. Gesteuert wird On the Road über Karten. Die Zahlenkarten mischt man gut durch und verteilt allen Musikern drei Handkarten. Radio aufdrehen und los geht’s!

Reihum geht es auf die Reise. Der Spielablauf bleibt immer gleich. Erst spielt man eine Karte und rückt den entsprechenden Zahlenwert mit seinem Tourbus vor. Der Bus bewegt sich von der Scheune über den Plättchenweg in Richtung Hauptbühne.
Schon haben wir die berühmte Ausnahme der Regel. Startet man an einem Tourbus-Ort entscheidet man, ob man vorwärts, rückwärts oder gar mit dem doppelten Wert vorwärts zieht. Landet man auf einem besetzten Feld, rutscht man noch eine Position weiter.
Von seinem Zielort nimmt man sich einen entsprechenden Orts-Chip.
Mit diesen Orts-Chips findet man neue Fans. An seinem jeweiligen Zielort veranstaltet man ein kleines Konzert und holt sich neue Fans. Besitzt man zwei Chips des Zielorts, wirft man zwei neue Fans in den Beutel.

On the Road

Nach der Bewegung und dem gegebenen Konzert, zieht man eine neue Handkarte nach.

Endet die Bewegung auf einer der drei Städte, zieht man Fans aus dem Beutel. Die Anzahl bestimmen die pinken Orts-Chips, die man bisher gesammelt hat. Zieht man einen Fan der eigenen Farbe, stellt man ihn vor die Hauptbühne. Einen Fan in einer anderen Farbe stellt man zum Toilettenhäuschen.

Irgendwann endet die Reise vor der Hauptbühne des grossen Festivals. Bis dahin sollte man genügend Fans On the Road gesammelt haben. Einmal an der Hauptbühne angekommen, gibt man seine Handkarten ab. Von nun an zieht man nur noch Fans aus dem Beutel und erhält in jeder Runde einen pinken Orts-Chip zusätzlich.

On the Road

Das Salz in der Festival-Suppe sind die Spezialaktionen. Wenn jemand Fans aus dem Beutel zieht, darf man Orts-Chips ausgeben, um eine der folgenden Aktionen auszuführen.
Gegen 2 Orts-Chips darf man eben gezogene Fans statt zum Toilettenhäuschen zurück in den Beutel werfen. Ebenfalls gegen 2 Chips darf man das Ziehen aus dem Beutel wiederholen.
Für 3 Chips wirft man alle seine Toilettenhäuschen-Fans in den Beutel, bevor jemand zieht. Und gegen ganze 4 Chips darf man einen eigenen Fan zur Hauptbühne legen statt zum Toilettenhäuschen, wenn jemand anderes zieht.

On the Road endet, sobald die Hauptbühne mit Fans gefüllt ist. Die Band mit den meisten Fans gewinnt die Partei und wird zum heissesten Act des Jahres.


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Fazit zu On the Road

Das Thema und das Spielmaterial sind sehr verlockend bei On the Road. Das Thema Festival ist spielerisch beinahe unverbraucht. Bei On the Road steigt man flott in den Tourbus und gondelt durch die Landschaft, um seine Fans zu aktivieren. Mit den Karten steuert man seinen Bus und sammelt Chips. Das ist ganz einfach zu lernen. Man wird sich aber unterwegs schnell bewusst: Hier spielt man gleich mehrfach mit Glücksmomenten. Beim Ziehen der Karten kann man sich die Werte nicht aussuchen und daher auch die Orte auf dem Weg zur Hauptbühne nicht bewusst ansteuern. Da Orte von anderen blockiert werden können, reist man allenfalls weiter, ohne dass man eine Stadt erreicht. Und schliesslich zieht man seine und fremde zufällig Fans aus dem Beutel. Es ist nur ein schmaler Grat zwischen Toilettenhäuschen und Hauptbühne, den man sich manchmal teuer erkaufen muss mit Chips. Vieles bei On the Road hängt vom Glück ab, daher ist das bunte Festivalspiel nichts für akribische Planer. Aus den zahlreichen Glücksmomenten holt das Spiel aber auch seine Kraft. So gut es geht, passt man sich den Gegebenheiten an und sucht seine Fans aus dem Beutel. Das funktioniert im ungezwungenen Familienrahmen sehr gut und manchmal auch mit Getöse. Schliesslich hängen Aufstieg und Fall einer Band ebenfalls an einem dünnen Faden.

Fakten zu On the Road

Autoren: Gabriele Bubola, Leo Colovini | Illustrationen: Miguel Coimbra | Verlag: Helvetiq

Spielerzahl:  2 – 4 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Viele Fans vor der Hauptbühne
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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