Orongo – Spielkritik

Die Spieler bauen steinerne Statuen auf der Osterinsel. Doch dafür müssen zuerst die entsprechenden Bauplätze gefunden werden, die man sich mit Muscheln ersteigert. Orongo ist ein einfaches Biet- und Bauspiel für die ganze Familie.

Orongo 1Auf der Osterinsel erreicht man mit Muscheln noch ziemlich viel. Mit ihnen handelt man sich geeignete Bauplätze aus und sichert sich auch heilige Plätze, damit man seine steinernen Statuen, die Moais, errichten kann. Der Spielplan der Osterinsel ist gross, es befinden sich dort Ressourcen- und Palmenfelder. In jeder Spielrunde werden zuerst einige Ressourcenplättchen aufgedeckt und auf den Spielplan gelegt. Danach geben alle Spieler ihr geheimes Muschelangebot ab. Wer am meisten Muscheln bietet, darf anschliessend gleich drei Bauplätze belegen. Mit dem zweithöchsten Gebot erobert man immer noch zwei Bauplätze, die weiteren Ränge begnügen sich mit einem Platz. Bebaut werden dürfen nur ausgelegte Ressourcenplättchen oder angeschlossene Palmenfelder.
Wichtig sind alle sämtliche Felder. Denn nur wer eine passende, zusammenhängende Kombination aus gewissen Ressourcen besitzt und zugleich noch ein Palmenfeld an der Küste, darf sofort eine Statue erstellen. Das Ziel ist nämlich klar vorgegeben. Wer alle eigenen Moais errichtet hat, muss für den letzten „Haupt-Moai“ noch ein passendes Plätzchen finden und gewinnt das Spiel.

Orongo 2

Doch Muscheln sind irgendwann rar und werden in doppelter Hinsicht benötigt: Für das Bieten und das Belegen verbrauchter Ressourcenplättchen. Das ist bei Orongo ganz geschickt gelöst. Nur der Meistbietende verliert seine Muscheln. Sämtliche Verlierer dürfen sie für weitere Bietrunden behalten. Bietet man in einer Spielrunde keine Muscheln, so darf man sämtliche bisher bezahlten Muscheln zu sich nehmen und füllt so seinen Vorrat wieder auf. Einziger Nachteil: In dieser Runde belegt man keinen Bauplatz.

Orongo 3

Wer als Erster den letzten Moai erstellt, beendet das Spiel sofort und geht als Gewinner hervor.

Fazit:
Orongo ist ein Familienspiel um heimliche Gebote und geschicktes Bauen. Das Spielmaterial war in einer ersten Version nicht sehr augenfreundlich gestaltet. Dieses Problem soll mittlerweile behoben sein, es wurde nachgebessert. Orongo startet ziemlich unscheinbar, doch ganz langsam fügen sich auf der Osterinsel die Bauplätze zusammen, es wird eng. Der Erfolg hat viel mit Glück zu tun. Sind die gezogenen Ressourcenplättchen in der Nähe der eigenen Bauplätze oder wartet man länger auf dringend benötigte Ressourcen? Doch auch Taktik spielt mit. Wie wenige Muscheln soll man bieten, um möglichst viele Bauplätze zu erhalten. Manchmal bezahlt man wichtige Bauplätze auch ziemlich teuer. Danach muss man erst wieder an Muscheln kommen. Und schliesslich sollte man sich nicht nur um die eigenen Felder kümmern. Manchmal lohnt es sich auch, seine Mitspieler zu ärgern und ihnen Ressourcen vor der Nase wegzuschnappen. Somit bietet Orongo doch einige Möglichkeiten, das Zufallsprinzip muss man aber jederzeit ertragen können. In grösseren Spielrunden hat Orongo besser gefallen, es spielt sich deutlich spannender mit grösserer Konkurrenz.

Orongo | Autor: Reiner Knizia | Verlag: Ravensburger
Biet- und Bauspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 45 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Platz, Ressourcen und immer wieder Muscheln | Wiederspielreiz: gross

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