Outback – Spielkritik

Einmal als Ranger im Outback in Australien arbeiten. In diesem Würfel-Legespiel ist das möglich. Der Jeep steht bereit, die Landschaft wartet. Jetzt müssen nur noch die Tiere glücklich werden.

Outback

Er fällt auf, der Jeep in der Schachtel von Outback, der mitten auf dem Spieltisch steht und regelmässig mit 5 zufällig gezogenen Tieren bestückt wird. Känguru, Koala, Waran, Schnabeltier oder Emu – diese Tiere sortieren die Spieler möglichst in grossen Gruppen auf ihren Spieltableaus, um viele Punkte zu ergattern. Ein einfacher Würfelmechanismus steht erst einmal hinter dem Spiel. Drei Mal darf gewürfelt werden, Kniffel lässt grüssen. Sammeln sollte man Tiersymbole, die gerade auf dem Jeep zu finden sind. Die Anzahl hängt von der Platzierung auf dem Spieltableau ab. Je höher man das erwürfelte Tier legen will, desto mehr passende Würfel benötigt man. Ein Fehlwurf wird mit einem umgedrehten Plättchen bestraft, das am Ende 2 Minuspunkte bringt.

Die Punktewertung ist besonders in Outback. Für jedes gelegte Plättchen auf dem Tableau erhält man einen Punkt. Denn es können auch mehrere Tierplättchen in einer Runde hinzu kommen, wenn die Würfel günstig liegen. Schafft man eine Gruppe gleicher Tiere, erhält man für jedes Tier derselben Art einen weiteren Punkt. Mit kleinen Markern am Tableaurand zählt man die Punkte für jede Tierart. Das Besondere daran: Erst gehen die Punktewerte in die Höhe, wechselt der Marker aber auf die Längsseite des Tableaus, gibt es eine massive Punktereduktion, die erst später wieder ansteigt.
Warum sollte man diese Schwelle also überschreiten? Nun, gewertet werden am Ende nur die letzten drei Tierarten der linken Punkteleiste. Also lohnt es sich, mit zwei Tierarten die Leiste zu wechseln, bevor man leer ausgeht.

Outback
Ein Jeep kommt im Outback an.

In der Grundvariante des Spiels gibt es für drei Tiere einer Art einen Bonus zu gewinnen. Den nimmt man gerne mit, denn Punkte sind rar im Outback.
Die Outback Plus Variante spielt sich ein wenig spannender. Bonusplättchen mit unterschiedlichen Zielen liegen aus. Nach einem Spielzug prüft man kurz, ob ein Ziel erreicht wurde und nimmt sich im Erfolgsfall das entsprechende Plättchen. Das Spieltableau ist grösser, dafür erhält man einen Würfel mehr. In der Plus-Variante kann man zudem Wertungsplättchen und mit veränderten Wertungspunkten spielen.
In Grundspiel wie in der Variante ist das Spiel beendet, wenn ein Spieler sein Tableau gefüllt hat. Nach Beendigung der aktuellen Runde, sucht man sich den besten Ranger nach Punkten.

Outback

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Fazit

Outback ist für mich ein klassisches Familienspiel, eine Mischung aus Würfel- und Legespiel mit einfachem Zugang. Outback funktioniert reibungslos, aber es fehlt ein wenig die Seele. Das zeigt sich gleich an einigen Stellen im Spiel. Thematisch könnte Outback auch sonst wo spielen. Es wird gesammelt, optimal gelegt – warum muss das in Australien stattfinden? Das zeigt sich am Beispiel Jeep. Ein tolles Gadget, ein Blickfang, der aber lediglich benötigt wird, um die Tierplättchen zu präsentieren. Tiere auf dem Jeep??? Die Punktemarker sind klein, verrutschen schnell mit dem Tableau. Es gibt zwar tolle Einbuchtungen am Tableaurand für die Punkte, aber was macht man, wenn mehrere Tiere auf der gleichen Punktzahl liegen. Die Spielregel gibt darüber keine Auskunft, obwohl man das leicht bei einem angefangenen Beispiel hätte erläutern können. Die Lösung: Die Marker liegen dann im freien Bereich neben dem Spieltableau. Ungünstig.
Outback lebt zu einem ganz grossen Teil vom Spielglück. Erst müssen passende Kombinationen gewürfelt werden. Dann muss auch die gewünschte Tierauswahl vorhanden sein. Beide Faktoren sind nicht beeinflussbar und sind doch entscheidend im Spiel.
Besonders gut gefällt mir der Wertungsmechanismus. Um viele Punkte zu sammeln, treibt man seine Tiere gleichmässig voran, sonst läuft man Gefahr, einen Nuller zu schreiben mit einer Tierart. Dieses Um-die-Ecke-punkten würde ich gerne in einem anderen Spiel noch einmal sehen.
Zusammengefasst: Einfaches Familienspiel, hoher Glücksfaktor, geringer Einfluss, mit einigen Fragezeichen bei der Umsetzung.

Alles über Outback

Outback | Autor: Michael Kiesling | Illustration: Claus Stephan, Martin Hoffmann | Verlag: HUCH!

Spielerzahl: Würfelspiel für 2-4 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Ein doppelt glückliches Händchen mit Tieren und Würfeln
Wiederspielreiz: ok

Geeignet für 2 Spieler: geht gut
Beste Spielerzahl: 2-4 Spieler
Richtet sich an: Familien

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