P’achakuna – Spielkritik

Das 2 Personen-Spiel P’achakuna lebt durch und durch von der Nachhaltigkeit: Thematisch bewegt man seine Lamas mit natürlichen Textilfarben durch die Anden und beliefert Dörfer. Auch die Produktion des Spiels mit all seinen Komponenten legt grossen Wert auf Nachhaltigkeit. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das Spiel, womit wir wieder beim Thema wären.

Preview
Das Spiel P’achakuna ist noch nicht im Handel erhältlich. Es wird aktuell via Crowdfunding auf Kickstarter finanziert. Die Bilder zeigen allenfalls noch nicht das finale Spielmaterial. An den Spielregeln ändert sich allerdings nichts. Wir konnten P’achakuna im vollen Umfang testen.

P'achakuna
Bild: Treeceratops

Mit seinen Lamas liefert man Farben in die 7 Dörfer der Andenregion. Jedes Dorf hat sich auf die Produktion einer Farbe spezialisiert, die Verteilung der Produkte wird nun zur Aufgabe der beiden Spieler, die sich im direkten Duell die Liefer-Hoheit verschaffen möchten. Das grosse Spielfeld fordert zuerst die ganze Aufmerksamkeit der Spieler. Das ruppige Gelände der Anden wird damit perfekt simuliert. Während der eine Spieler seine Lamas durch die Täler treibt, bewegt sich Spieler zwei nur über die Berge. Die sechseckigen Spielplättchen sind daher unterschiedliche gebaut, mit zwei Ebenen. Die Dörfer befinden sich in den Randregionen des Spielfeldes, nur das weisse Dorf liegt zentral. Es ist auch der Startpunkt für das Abenteuer. Jedes Transportunternehmen erhält ein Lama, gut ausgestattet mit einem „Laderaum“ für eine Farbkiste. Die Spielfiguren sind natürlich aus Holz, das Farbgepäck klemmt man im Laufe einer Partie ganz einfach auf den Rücken der Lamas.

P'achakuna
Bild: Treeceratops

Der Spielablauf wiederholt sich und ist simpel. Durch das Drehen eines beliebigen Plättchens versucht man sich einen Weg durch die Anden zu bahnen. Danach bewegt man seine Lamas um mindestens ein Geländeplättchen. Nur in den Dörfern darf pausiert werden. Erreicht ein Lama ein Dorf, darf dort Handel betrieben werden. Die Farbnachfrage in den Dörfern ist unterschiedlich. Auf Fahnen erkennen die Lieferanten, welche beiden Farben aktuell gefragt sind.

Ein Lama mit Gepäck kann seine Farbe in einem Dorf verkaufen. Dazu sollte die Farbe natürlich passend zur aktuellen Nachfrage sein. Eine falsche Farbe kann man dort zwar abwerfen, erhält aber nichts dafür. Je nach Grösse der Nachfrage erhält man für eine korrekte Farbe als Gegenleistung eine oder zwei Farbressourcen der eben gehandelten Farbe. Diesen Gewinn lagert man bei sich ein.

P'achakuna
Bild: Treeceratops

Ein guter Geschäftsmann rüstet im Laufe eines Spiels nach. Gegen 4 gewonnene Ressourcen kauft man ein zusätzliches starkes Lama, das ab sofort ebenfalls für den Transport durch die Anden zur Verfügung steht. Nach jedem Verkauf wechselt die jeweilige Nachfrage im Dorf und Lamas erhalten neues Gepäck in der Dorffarbe für weitere Tauschgeschäfte.

7 Farben aus 7 Dörfern gibt es bei P’achakuna. Wer seine Lama-Logistik perfekt ausgebaut hat und zuerst Ressourcen aus allen 7 Dörfern geholt hat, gewinnt das Duell in den Anden.


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Fazit

P’achakuna verfolgt sein Prinzip der Nachhaltigkeit von der Spielidee bis zum Material und schafft daraus ein spannendes Duell. Die Illustrationen sind wunderschön, die Spielplättchen mit Berg- und Talanteilen stechen ins Auge. Die Bewegungen der kleinen Lamas auf den gleichen Spielteilen, aber unterschiedlichen Ebenen, funktioniert einwandfrei und erfordert von den Spielern ein ständiges Umdenken und genaues Hinsehen. Denn P’achakuna ist knallhart und eine ständige Gratwanderung zwischen dem Schaffen eigener Vorteile und dem Verhindern fremder Wege. Das bringt, ähnlich wie beim Schach, hin und wieder eine gewisse Bedenkzeit ins Spiel. Man möchte dem Gegner ungern Vorteile zugestehen und sucht nach dem perfekten Plättchen für die nächste Drehung. Die erwirtschafteten Ressourcen setzt man gerne wieder ein. Aber lohnt sich der Kauf eines Zweit- oder Drittlamas? Bei jedem Spielzug sucht man die beste Option, schliesslich möchte man das eigene Geschäft vorantreiben. Es entsteht mitunter ein knappes Wettrennen, wer seine Ressourcen zuerst abliefert. Bei P’achakuna ist viel Denkarbeit gefordert, trotzdem besitzt das Spiel seine Glücksmomente. Die Nachfrageplättchen erscheinen zufällig in den Dörfern und können einzelne Spieler durchaus bevorteilen, wenn die gerade passende Farbe erscheint. Doch P’achakuna zaubert mit wenigen Spielregeln ein Duell mit einiger Spieltiefe ins Gebirge der Anden. Spielerische Lernkurve inklusive.

>> Zur Kickstarter-Kampagne von P’achakuna
>> Zur Webseite von Treecer

Alles über P’achakuna

P’achakuna | Autoren: Moreno Vogel, Stefan Kraft | Illustration: Johanna Tarkela | Verlag: Treeceratops

Spielerzahl: Brettspiel für 2 Personen
Spieldauer: 30 – 60 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Den passenden Dreh für Berg und Tal
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 Personen
Richtet sich an: Familie

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