Palm Island – Spielkritik

„Jede bruucht sy Insel“ sang einst der Schweizer Künstler Peter Reber (für deutsche Leserinnen und Leser: Jeder braucht seine Insel). Und hier ist sie: Palm Island! Findet in einer Hand Platz und gehört dir ganz alleine. Das Solospiel besitzt allerdings auch einen Zwei-Spieler-Modus für gemeinsame Inselträume.

Palm Island

Bei Palm Island treibt man die Entwicklung der eigenen Insel voran. Das Spiel bietet einen Solo-Modus, aber auch eine kooperative Variante für zwei Spieler. Gespielt wird in einer Hand mit nur 17 Karten im Deck, doch die lassen sich drehen und wenden. Und schon steckt man mitten im Ressourcenspiel und optimiert sein kleines Eiland über acht Spielrunden. Am Ende erhält man für seine Mühen Punkte. Je besser der Inselstandard, desto besser schneidet man in der Wertung ab. Ganz einfach, aber mit vielen kleinen Entscheidungen zwischendurch.

Widmen wir uns zuerst dem Solo-Modus. Der Kartenstapel wird nach Startvorgaben in der Hand ausgerichtet, danach aber gut gemischt. Der aktive Bereich einer Karte liegt immer im Sichtfeld des Spielers. Dort findet man auf jeder Karte meist mehrere Möglichkeiten. Die angenehmste: Eine freie Vierteldrehung der Karte, um Rohstoffe ins Lager zu nehmen. So sichert man sich Fische, Steine oder Holz, gut zu erkennen an einer seitwärts nach aussen gedrehten Karte mit den entsprechenden Ressourcen. Im Lager dürfen sich höchstens 4 Karten befinden. Die aktiven Karten lassen sich auch upgraden, das kostet allerdings gewisse Rohstoffe. Hat man die an Lager, dreht oder wendet man die aktive Karte und erhält künftig bessere Gewinne. Verwendete Rohstoffe aus dem Lager kippt man ganz einfach seitwärts wieder zurück in den Stapel. So bezahlt man die Aktionen. Die Spielkarten von Palm Island besitzen mit diesen Kniffen gleich einen vierfachen Nutzen.

Palm Island
Das gesamte Spiel in einer Hand

Bleibt noch der Ablauf. Aktivieren darf man die vorderste oder die zweitvorderste Karte. Nutzt man eine von ihnen, positioniert man sie ganz hinten im Deck – eventuell gedreht, gewendet oder gelagert. Nicht immer sind Aktionen möglich, dann verschiebt man die vorderste Karte ungenutzt nach hinten. Es entsteht in jedem Fall Bewegung im Kartendeck und das ist gut so. Eine Rundenkarte gibt den Takt an. Nach genau 8 Runden endet das Spiel. Genug Zeit, um den Ausbau der Insel durch geschickte Wendungen voranzutreiben.

Palm Island

Jede Drehung und Wendung bringt grundsätzlich Verbesserungen mit sich. Sind einzelne Gebäude besonders gut ausgebaut, bringt das erste Punkte, angezeigt mit einem kleinen Stern. Wirtschaftsbetriebe sorgen für grösseren Ertrag. Hat man einige Partien erfolgreich absolviert, spielt man sich Errungenschaftskarten frei, indem man auf bestimmte Ziele spielt. Mit ihnen erhält man spezielle Fähigkeiten, die man während des Spiels nutzen darf.

Das Spiel zu zweit funktioniert grundsätzlich nach den Regeln des Solospiels. Jeder Spieler bewältigt sein eigenes Kartendeck. Am Ende einer Runde versucht man gemeinsam die Insel vor einer Katastrophe zu bewahren. Das gelingt nur, wenn man die Upgrades der Katastrophenkarten gemeinsam durchführt. Auch zu zweit zählen am Ende die gewonnenen Siegpunkte.


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Fazit

Ein Solospiel – echt jetzt? Ja und wie! Zudem besitzt Palm Island ein grosses Suchtpotential. Nach lauem Start in den ersten Partien kennt man die Karten und ihre Möglichkeiten bald auswendig. Als Herausforderung bleibt in jedem Spiel die zufällige Reihenfolge der Karten, die nicht immer für eine zügige Entwicklung der Insel spricht. Die Symbolik auf den Karten ist grossartig und erschliesst sich sofort. So gleitet der Blick praktisch nur noch zwischen Lager und Ausbaumöglichkeiten hin und her. Die Ressourcen sind anfangs knapp, man muss sie mit Bedacht einsetzen. Nach wenigen Runden bringt man die Wirtschaft in Schwung und kann sich auch den punktereichen Tempeln widmen. Mit den Errungenschaftskarten erhält man neue Ziele, die man freispielen kann. So hält der Spielreiz über längere Zeit an. Die Variante für zwei Spieler ist ok, doch so richtig kooperativ fühlt sich das nicht an, wenn nur am Ende der Runde gemeinsam gebaut wird. Der Vorteil der Variante: Man erhält gleich zwei Kartendecks in der Spieleschachtel. Erstaunlich, was mit einem kleinen Kartendeck möglich ist. Palm Island ist beste, herausfordernde Unterhaltung für einsame Zeiten und für unterwegs.

Alles über Palm Island

Palm Island | Autor: Jon Mietling | Illustration: Jon Mietling | Verlag: Kosmos

Spielerzahl: Kartenspiel für 1 – 2 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Ressourcen für die aufstrebende Insel
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 1 Person
Richtet sich an: Familie

2 Kommentare

  1. Hach, Palm Island… Ich hatte eigentlich doch so viel Spaß mit dem Spiel. Bis es mir dann mitten in einem vielversprechenden Highscore-Run aus der Hand gerutscht ist. Danach hab ich es wütend in die Box zurückgeschickt und seither nicht mehr raus gelassen. Shame on you, Palm Island, Shame on you…

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