Papageno – Spielkritik

Papageno ist der Vogelfänger in Wolfgang Amadeus Mozarts wohl bekanntester Oper „Die Zauberflöte“. Zusammen mit Tamino wird er von der Königin der Nacht ausgesandt, um ihre Tochter Pamina zu retten. Eine musikalisch äusserst schön umgesetzte Geschichte. Dagegen ist die Aufgabe von Papageno beim neuen Spiel aus HELVETIQs kleiner Schachtel deutlich einfacher.

Papageno

Eine bunte Vogelschar tummelt sich im Garten der Königin. Die schönsten Vögel sollen sich auf der Leine versammeln. Doch die ist alt und spröde, also müssen möglichst leichte Vögel her. Papageno schafft das sicher. Das kleine Kartenspiel orientiert sich an Aufdeckspielen wie Skyjo oder HILO. Jeder Spieler erhält ein verdecktes Kartendeck im Raster von 2×3 Karten. Mit einem Nachziehstapel und einer ersten aufgedeckten Karte, die den Ablagestapel simuliert, kann es auch schon losgehen.

Papageno ist ein wirklich flottes Spiel. Ein Spielzug dauert nur kurz und erfordert eine schnelle Entscheidung, danach ist auch schon der nächste Spieler an der Reihe. Vom Nachzieh- oder vom Ablagestapel nimmt man eine Karte und ersetzt damit eine in der eigenen Auslage. Kleine Unterschiede bestehen allerdings. Eine Karte vom Nachziehstapel darf man gleich wieder abwerfen, wenn man sie nicht möchte. Tauscht man sie gegen eine verdeckte Karte in der eigenen Auslage, liegt die Karte nun offen aus.
Eine Karte vom Ablagestapel muss verwendet werden. Das macht auch Sinn, da man sieht, was man erhält.

Die Positionen der Karten in der Auslage darf nie verändert werden. Verbessern kann sich die Lage trotzdem, nämlich mit tieferen Karten und damit leichtgewichtigeren Vögeln oder mit Spezialkarten. 3 Spezialkarten mit unterschiedlichen Funktionen gibt es bei Papageno.

Papageno

Die Vogelfang-Karte ermöglicht den Tausch einer beliebigen Karte mit einem Mitspieler. Leider darf die Vogelfang-Karte nicht selber getauscht werden. Mit einem Wert von 10 hilft sie zwar auf die Schnelle, doch bis zum Ende soll sie doch nicht bleiben. Die Vogelei-Karte nimmt den Wert der Karte links oder rechts neben ihr an und scheint also ein Kuckucksei zu sein. Die Panflöten-Karte ist nur ab 3 Spielern im Spiel. Mit ihr geben alle Spieler die Karte einer bestimmten Position dem Nachbarn weiter. Die letzte Karte in der Stafette kommt auf den Ablagestapel. Auch die Panflöten-Karte mischt die Runde ein wenig auf, besitzt aber ebenfalls einen schlechten Wert von 10.

Papageno

Alle Spieler versuchen, ihr Kartendeck zu optimieren, dass am Ende möglichst kleine Werte sichtbar sind. Liegen bei einem Spieler sämtliche 6 Karten offen, endet die Partie. Nun decken alle Spieler ihre verdeckten Karten auf. Die Summe aller Vogelkarten ergibt das Gewicht der Vögel auf der Leine. Einen Kniff gibt es noch: Gleiche Werte in einer Spalte heben sich auf. Das ist doch mal ein Sammelziel. Wer die leichtesten Vögel besitzt, gewinnt.


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Fazit

Papageno ist ein kurzes Spiel. Das Tauschen der Vogelkarten dauert kaum die angegebenen 15 Minuten. Es ist ein Spiel der kleinen Entscheidungen. Soll man eine Karte nehmen oder auf eine bessere warten. Die Zeit drängt, denn hat ein Spieler seine Karten aufgedeckt, ist man schon bei der Abrechnung angelangt. So sind die Spezialkarten manchmal eine Bürde mit ihren hohen Werten. Tauchen sie erst spät auf, bringt man sie unter Umständen nicht mehr weg. Die Gestaltung der Karten ist genial. Man leidet förmlich mit den Vögeln mit, wenn sich die Leine unter ihnen biegt. Das Spielprinzip selber ist nicht neu und aktuell gerade bei einigen Verlagen angesagt. Papageno hat seine Vorteile in der kurzen Spieldauer, der kleinen Verpackung und den wenigen, knackigen Aktionen. So reiht es sich perfekt in die Kleine-Schachtel-Kollektion von HELVETIQ ein.

Alles über Papageno

Papageno | Autor: Kevin Kim | Illustration: Felix Kindelán | Verlag: HELVETIQ

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 5 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 6 Jahren
Benötigt: Leichte Vögel
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: geht gut
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie

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