Paris – Spielkritik

Es ist imposant, wie sich Paris auf dem Spieltisch präsentiert. Sternförmig entfalten sich die Quartiere vom Zentrum beim Arc de Triomphe. Um die Wahrzeichen der Stadt aufleben zu lassen, benötigt man in diesem Optimierspiel das Geld aus dem Immobilienhandel der Quartiere.

Paris

Paris benötigt ein wenig Platz auf dem Tisch. Neben den Quartieren und der Bonus- und Punkteleiste stehen auch die Sichtschirme vor den Immobilienhändlern. Denn keiner der Mitspieler soll Informationen über die eigenen die Finanzen und Ressourcen erhalten. Die Stadt entfaltet sich Runde für Runde auf dem Spielbrett. Die Spieler investieren in vorhandene Immobilien und erweitern ihren Einfluss, um am Ende Wahrzeichen aufzufrischen und Punkte einzufahren. Das alles funktioniert nach einem einfachen Ablauf mit nur wenigen Aktionsmöglichkeiten, die sich im Laufe einer Partie aber erweitern.

Während man bei ähnlichen Spielen Arbeiter einsetzt, sind es bei Paris Schlüssel. Sie öffnen die Türen zu den Immobilien der Stadt. Je nach Spielerzahl steigt man mit einigen Schlüsseln und ein wenig Geld ins Immobiliengeschäft ein. Die Gebäude der Stadt liegen vorerst verdeckt neben dem Spielfeld. Stadtentwicklung braucht eben seine Zeit. Gespielt wird bei Paris reihum. Erst zieht man ein Gebäude und legt es ins entsprechende Quartier auf dem Spielbrett. So wächst die Stadt fortlaufend. Danach führt man eine von 3 Aktionen aus.

Paris

Erste Möglichkeit: Man platziert einen neuen Schlüssel auf dem Spielbrett. Legt man ihn zu einer Quartierbank, erhält man das dort angegebene Kapital aus dem Vorrat. Zugleich wählt man so das Einsatzgebiet des Schlüssels. Ein Schlüssel wechselt sein Quartier nämlich nie. Einen Jokerplatz für Schlüssel gibt es auf dem Arc de Triomphe. Dort erhält man kein Geld, dafür wandert der Schlüssel später in ein beliebiges Quartier.
Zweite Möglichkeit: Man versetzt einen Schlüssel innerhalb des Quartiers und erwirbt damit eine Immobilie. Das kostet Geld, bringt dafür Ressourcen oder Prestigemarker, die man später beim Erwerb von Wahrzeichen oder zum Generieren von Punkten einsetzt. Die günstigsten Immobilien erlauben dafür das Wählen eines Bonusplättchens. Dadurch sind zusätzliche Aktionen oder weitere Punkte möglich.
Erst wenn sämtliche Gebäudeplättchen in der Stadt liegen, ist Aktion drei erlaubt: Ein Spielende-Plättchen auswählen. Dort gibt es noch einmal Geld, Punkte, Ressourcen oder Prestige.

Nun ist eigentlich alles ein Frage des Optimierens. Wer passend investiert, holt sich die Ressourcen für hochwertigere Gebäude oder sogar Wahrzeichen. So arbeitet man sich in den Quartieren hoch, um am Ende vielleicht in ein Wahrzeichen für sein Quartier zu investieren. Denn nur dort generiert man Punkte durch die Abgabe von vorher gesammelten Prestigemarkern.

Paris

Wer den vierten Schlüssel in ein Quartier legt, darf ein Siegpunktplättchen für die abschliessende Quartierwertung in ein beliebiges Quartier setzen. Diese Punkte holt man am Spielende ab, wenn man die höchsten Gebäudewerte vorweist.

Mit der Auswahl des letzten Spielende-Plättchen läutet man die letzte Spielrunde ein. Wer nach den Quartierwertungen punktemässig die Nase vorn hat, gewinnt die Partie und verhilft Paris zu neuem Glanz.


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Fazit

Paris ist ein Spiel aus der Kramer/Kiesling-Schmiede und das merkt man dem Spiel eindeutig an. Die Zahnräder fliessen nahtlos ineinander, das Spielerlebnis ist rund und fordert die Spieler trotzdem heraus. Mit nur wenigen Aktionen schafft man einen schnellen Spieleinstieg. Die Verkettung aller Möglichkeiten verbreitet trotzdem eine Spieltiefe auf verschiedenen Ebenen. Der Ausbau des eigenen Imperiums lockt ebenso, wie das Beschaffen der richtigen Bonusplättchen oder das Setzen der Siegpunkt-Plättchen in den Quartieren. Man möchte gleichzeitig an jeder Stelle mitspielen, benötigt dafür aber Geld und Ressourcen, um gewisse Gebäude zu erhalten. So ist eine stetige Optimierung gefragt, bei der man die Mitspieler nicht aus den Augen lassen sollte. In welchen Quartieren legen sie sich fest? Welche Bonusaufgaben suchen sie? Genauer betrachtet gibt es in Paris drei Spielphasen. Erst platziert man die Gebäude, man legt sich fest, in welche Quartiere man einzieht. Danach treibt man die Entwicklung voran und sichert sich Punkte. Am Ende steigt man mit den Spielende-Plättchen in den Schlussspurt und quetscht die letzten Punkte aus der eigenen Spielsituation. Ein Spiel zu zweit ist gut möglich, doch man belauert sich extrem, um den vierten Schlüssel in ein Quartier setzen zu können. So gefallen mir Partien zu dritt oder viert besser, sie sind ausgewogener. Insgesamt ein sehr schönes Optimierungsspiel. Ganz Paris auf dem Spieltisch, mit einem einfachen Spielablauf, aber einer schönen und herrlich verzahnten Spieltiefe.

Alles über Paris

Paris | Autoren: Wolfgang Kramer, Michael Kiesling | Illustration: Andreas Resch | Verlag: Game Brewer

Spielerzahl: Brettspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 90 – 120 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Gebäude in wichtigen Quartieren
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Kenner

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