Perfect Match – Spielkritik

Wer schätzt die Lage genau gleich ein? Für wen ist heiss genau gleich heiss? Und wer kriegt bei spannenden Situationen an derselben Stelle Gänsehaut? Perfect Match ist das Tinder für Unterhaltsame, bei dem man doch früher oder später an seine Grenzen stösst.

Perfect Match

Bei Perfect Match können ganze Teams gegeneinander antreten. Es geht um die Einschätzung einer Situation, um Hinweise für die Mitspieler. Damit die die Welt genauso sehen, wie der Erklärer. Im Zentrum steht das Drehrad, beinahe hätte ich es Glücksrad genannt. Es macht dem Erklärer ganz geheim eine Vorgabe und setzt ein Punkteziel mal links, mal rechts, mal ziemlich in der Mitte. Ziemlich hart wird es bei Vorlagen irgendwo im Zwischenbereich, doch auch das kann man bewältigen. Der Tippgeber des Teams merkt sich den Standort des Punkteziels auf dem verdeckten Drehrad und zieht eine Karte mit zwei gegensätzlichen Begriffen. So ist beispielsweise „Hell“ auf der linken Seite des Rades zu finden, „Dunkel“ hingegen liegt ganz rechts.

Der Tippgeber versucht, seine Mitspieler an die punktereichste Stelle des Rades zu führen. Dazu darf er ihnen einen Begriff oder einen Satz nennen. Nennt er „Tunnel“, so ist es dort eher hell oder dunkel? Und wenn dunkel, wie dunkel? Unter den Spielern beginnt eine rege Diskussion zur Einschätzung der Lage. Mit einem roten Zeiger einigen sie sich und markieren die Stelle am Drehrad, an der sie den Hinweis einordnen.

Perfect Match

Nun ist die gegnerische Mannschaft am Zug. Sie darf ebenfalls ein Statement abgeben und anzeigen, ob sie die perfekte Antwort weiter links oder weiter rechts vermuten. Es folgt die Auflösung. Der Schieber des Drehrades offenbart die richtige Lösung – oder zumindest die Stelle, an die der Zeiger hätte wandern sollen.

Perfect Match

Das Rateteam erhält 0 bis 4 Punkte für seine Zielgenauigkeit. Auch das gegnerische Team erhält einen Punkt, wenn es das Ziel auf der richtigen Seite geortet hat. Gespielt werden so viele Runden, bis ein Team 10 Punkte erreicht hat. Das geht meist viel zu schnell und die nächste Runde folgt sofort.

Perfect Match

Für kleine Gruppen mit wenigen Spielern gibt es bei Perfect Match eine kooperative Variante, bei der man gemeinsam gegen das Spiel antritt. Mit 7 Ratekarten versucht man, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Bei einem Volltreffer verdient man eine zusätzliche Karte. Am Ende entscheiden die Punkte, wie gut man war. Das funktioniert ganz gut, gegen die Teamvariante steht das kooperative Spiel aber klar hinten an.


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Fazit

Perfect Match ist für die richtige Rategruppe das perfekte Spiel. Es gefällt mir sogar noch besser als das prämierte Codenames, bei dem man ebenfalls durch Hinweise Begriffe sucht. Mit der Zusammenstellung der Teams legt man bereits einen ersten Meilenstein für grosse Diskussionen. Und gerade in grösseren Gruppen schmeissen diese Gespräche sicher geglaubte Lösungen noch einmal so richtig über den Haufen. Denn oft denkt man zu weit, sucht nach der ordnenden Nadel im Heuhaufen und orientiert sich am Ende genau an den falschen Fixpunkten. Das ist grosse Unterhaltung, ob Ärger oder Freude. Das gegnerische Team kann in jeder Runde einen Gegenpunkt setzen und ist damit ebenfalls ins Spiel eingebunden. Natürlich sammelt man gerne Punkte, doch man strebt nach der perfekten Lösung und freut sich, wenn Gedankengänge aufgehen. Der Anreiz, es immer noch besser zu machen, ist sehr gross. Das Drehrad ist ein totaler Hingucker und verleiht Perfect Match einen hohen Wiedererkennungswert. Für grosse Spielgruppen ein perfektes und witziges Ratespiel.

Alles über Perfect Match

Perfect Match | Autoren: Wolfgang Warsch, Alex Hague, Justin Vickers | Illustration: Hvass & Hannibal | Verlag: Schmidt

Spielerzahl: Ratespiel für 2 – 12 Personen
Spieldauer: 45 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Klare Kommunikation auf gleicher Ebene
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: es geht, in einer kooperativen Variante
Beste Spielerzahl: ab 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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