Picture Points – Spielkritik

Das menschliche Gehirn vereinfacht die Dinge ja sehr, wenn wir sie uns in Erinnerung rufen. Das ist schlecht, besonders dann, wenn man sie zeichnen und sich auch an Details erinnern sollte. Picture Points bringt das so ziemlich auf den Punkt.

Picture Points

Die Aufgabe klingt grundsätzlich ganz einfach: Zeichne den vorgegebenen Gegenstand möglichst genau. Damit noch ein wenig Pfiff in die Aufgabe kommt, macht man das unter Zeitdruck. Nur 30 Sekunden bleiben den Künstlern für ihr Meisterwerk. 50 Karten bieten ebenso viele Begriffe an, auf der Rückseite findet man den Lösungsschlüssel. Je schwieriger die Aufgabe, desto mehr Punkte erhält man für gezeichnete Details. Gespielt wird gleichzeitig, kontrolliert ebenfalls. Vor dem Spiel einigt man sich auf die Anzahl der Aufgaben. Picture Points macht sonst eine Empfehlung. Und ehe man sich versieht, startet man schon mit seinem ersten Meisterwerk.

Picture Points erwartet keine Kunstwerke, das ist in der Kürze der Zeit gar nicht möglich. An die Details sollte man allerdings denken und sie irgendwie zeichnerisch verwerten oder zumindest andeuten. Nehmen wir als Beispiel ein Fahrrad. Da gibt es eine Menge wichtiger Teile: Sattel, Lenkstange, Pedale, Kette etc. Das wären alles punkteträchtige Begriffe. Nun gibt es aber Unterschiede. Schon die Kette bringt mehr Punkte als der Rahmen. Noch schöner wäre eine Tretkurbel, an der die Pedalen befestigt sind.

Die zu zeichnenden Begriffe bringen insgesamt unterschiedlich Punkte ein. Es gibt leichtere Begriffe mit nur wenigen Teilen, die im Bild sein sollen. Andere gehen sehr stark ins Detail. Bei einigen Begriffen sollte man gewisse Dinge unbedingt vermeiden. Zeichnet man sie trotzdem, bringt das Minuspunkte. In solchen Fällen handelt es sich jeweils um total falsche Vorstellungen, die man sich eingeprägt hat. Die Minuspunkte sind dann durchaus verdient.

Picture Points

Eine Runde Picture Points läuft ziemlich schnell ab: Thema bestimmen, zeichnen, kontrollieren, Punkte verteilen. Nach einer bestimmten Anzahl an Begriffen gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.


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Fazit

Picture Points erinnert an das bekannte Zeichnungsspiel Montagsmaler. Nur versucht man hier, die Begriffe mit allen wichtigen Details zu zeichnen – in 30 Sekunden. Dabei handelt es sich nicht um ein Kinderspiel. Picture Points richtet sich an Erwachsene, denn ein gewisser Erfahrungsschatz ist bei den vorgegebenen Themen wichtig. Bei den Begriffen geht es nämlich um mehr als die alltäglichen Hund, Katze, Maus, Haus… Dabei kommt es nicht auf exakte Skizzen an. Es reicht, wenn gewisse Details angedeutet sind. Der Schwierigkeitsgrad variiert untern den Karten. Wo es schwieriger wird, erhält man auch mehr Punkte. Es ist oft ziemlich witzig, zu erkennen, woran man sich erinnert und welche Aha-Effekte sich nach der Auflösung ergeben. Das Spielprinzip ist einfach und doch fordernd. Besonders schön: Bei diesem Zeichnungsspiel sind immer alle aktiv, sogar bei der Kontrolle. Aber Picture Points lässt noch Spielraum offen: Etwas mehr Begriffe hätten es sein dürfen und eine Anpassung für Kinder wäre auch schön gewesen. Die hätten sicher ebenso viel Spass beim Zeichnen.

Alles über Picture Points

Picture Points | Autorin: Caroline Fox | Illustrationen: crosscreative | Verlag: moses.

Spielerzahl: Zeichnungsspiel für 3 – 5 Personen (auch mit mehr Spielern möglich)
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Den Gedanken an Details
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel, aber wäre möglich
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie

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