Pocket Detective – Gefährliche Machenschaften – Spielkritik

Der zweite Fall der Pocket Detective-Reihe heisst Gefährliche Machenschaften und befasst sich mit Verstrickungen aller Art. Nach Mord auf dem Campus bewegen wir uns diesmal als Journalisten durch die Story.

Pocket Detective - Gefährliche Machenschaften

Die kooperative Rätselkrimi-Reihe aus dem Schmidt Verlag heisst Pocket Detective. Mit Gefährliche Machenschaften nimmt man die Ermittlungen des zweiten Falles auf. Wer den ersten Fall gespielt hat, erkennt das Grobgerüst des Spiels wieder. Trotzdem gibt es neue Elemente, mit denen man aber schnell zurecht kommt. Als Journalist logiert man zufällig in einem Hotel, vor dem plötzlich ein Toter auf dem Gehsteig liegt. Diese Story möchte man sich natürlich nicht entgehen lassen. So beginnt man eigene Ermittlungen, um den Chefredakteur mit einer Exklusivreportage zu überzeugen. Nach einer kurzen Einführung steckt man schon mitten im Spiel. Einige Kartenstapel liegen auf dem Tisch bereit. Sie symbolisieren unterschiedliche Örtlichkeiten, die man im Verlauf der Partie wohl früher oder später besucht. Auf den Karten erhält man Hinweise, wann man eine weitere Karte ziehen darf.

Auch bei Gefährliche Machenschaften spielt der Zeitfaktor eine grosse Rolle. Als oberstes Ziel soll der Fall selbstverständlich gelöst und der Hergang erklärt werden. Für die einzelnen Ermittlungsschritte benötigt man unterschiedlich viel Zeit, die man auf einem Notizzettel notiert. Hinweise und wichtige Angaben trägt man dort ebenfalls zusammen. Wer schneller den Durchblick hat, bekommt am Ende deutlich mehr Punkte.

Zudem erhält man bei Gefährliche Machenschaften einen unsichtbaren Gegner, der wie ein Schatten im Nacken der Ermittler sitzt: Die Polizei! Nicht allen Personen gefällt es, wenn Journalisten auftauchen und in tiefen Wunden bohren. So werden die Ermittlungen zu einer Gratwanderung zwischen neuen Informationen und aufdringlichem Verhalten.

Pocket Detective - Gefährliche Machenschaften
Damit beginnt der ganze Fall.

Mit ein paar Storykarten startet man in die Geschichte. Nun eröffnen sich den Spielern immer neue Ermittlungsfelder. Die Journalisten entscheiden, in welchem Ablauf und ob sie sich überhaupt für gewisse Aktionen interessieren. Das kann entscheidend sein. Einige Informationen liegen nur für kurze Zeit vor. Erscheint man zu spät, erhält man keine Hinweise.

Es beginnt eine Story, bei der man die Indizien auf dem Tisch hat und seine Schlussfolgerungen trifft, gewisse Dinge überprüft, Hinweise verwirft oder Vermutungen absichert. Die Diskussionen sind lanciert.

Pocket Detective - Gefährliche Machenschaften

Den Zeitpunkt für das Spielende bestimmen die Spieler selber. Sind sie sich ganz sicher, dass sie den Täter und den Tathergang kennen, wenden sie sich an den Chefredakteur ihrer Zeitung und beantworten seine Fragen. Es folgt die Abrechnung. Im besten Fall erscheint ein toller Artikel in der Zeitung und man hat den Fall bravourös gemeistert.


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Fazit

Die Pocket Detective-Reihe hat mit Gefährliche Machenschaften Fall 2 veröffentlicht. Nach Mord auf dem Campus bewegt man sich hier thematisch auf bekannteren Pfaden. Ein ziemlich klassischer Fall, wie wenn er einem Krimi entsprungen wäre, wartet auf die Lösung. Gemeinsam beraten die Journalisten die neuesten Erkenntnisse und nähern sich Schritt für Schritt dem Tathergang und dem Motiv. Die Diskussionen und Spekulationen sind auch ein Highlight des Spiels. Je nach eingeschlagenem Weg erscheinen die Erkenntnisse mehr oder weniger passend auf dem Tisch. Natürlich gibt es auch irreführende Wege und falsche Spuren. Man darf sich nicht von den Nebengeräuschen irritieren lassen. Manchmal ist aber nur sehr schwer oder gar nicht erkennbar, welcher Weg ein falscher ist. Das Glück spielt bei manchen Entscheidungen eben auch mit. Die Story könnte sich gut so zugetragen haben, an einigen Stellen verlässt sich die Geschichte aber recht stark nur auf die Phantasie der Journalisten. Das Bewertungssystem ist für mich immer noch schwer erklärbar. Eigentlich will man den Fall total klären und seine Thesen absichern, wird aber dafür bestraft, wenn man zu viele Karten, und damit Zeit, verwendet bis zur Lösung. Würde man Gefährliche Machenschaften als Superjournalist beenden, hätte man die Hälfte der Karten nicht benötigt. Macht das Sinn? Daher mein Tipp: Spielt den Fall in Ruhe durch und findet heraus, ob ihr den Tathergang gut recherchiert habt. Die Pocket Detective-Reihe ist solide Krimirätsel-Handwerkskunst und macht Kombinierern sicher Spass.

Alles über Pocket Detective – Gefährliche Machenschaften

Pocket Detective – Gefährliche Machenschaften | Autor: Yury Yamshchikov| Illustration: Leon Schiffer | Verlag: Schmidt Spiele

Spielerzahl: Rätselkrimi für 1 – 6 Personen
Spieldauer: 60 – 90 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Journalistische Recherchearbeit
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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