Poule Poule – Spielkritik

„Fünf Eier für ein Halleluja“ oder „Das fünfte Ei-lement“, wer kennt die bekannten Filme nicht. Bei Poule Poule geht es tierisch filmisch zu und her. Leider sind die Szenen ein wenig durcheinander geraten. Da hilft nur eins: Den Film neu zusammenschneiden. Also ran an den Film!

Poule Poule

Poule Poule benötigt nur einen Kartenstapel, in dem sich der gesamte Film abspielt. Schön langsam deckt man Karte für Karte auf und entdeckt dabei den ganzen Reiz des Filmes. Blöd nur, dass dauernd irgendwelche Komparsen durch die Szene rennen und für viel Unordnung sorgen. Dabei wäre das Ziel so einfach: Fünf Eier! Zählt ein Spieler 5 Eier im Kartenstapel, haut er mit der Hand auf den Tisch und beendet die aktuelle Runde. Ein wenig Zählen wird man ja noch können! Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Vielleicht kümmern wir uns erst einmal um die Laiendarsteller dieser Tragödie.

Das Ei rollt schnell herbei, ist oft im Stapel und würde ja auch einen vollen Punkt zählen, wenn… ja wenn sich nicht eine Henne draufsetzt, die später vom Stapel rollt. Denn ein verdecktes Ei zählt nicht mehr. Das ändert Reinhard der Fuchs. Erscheint er im Film, denkt man sich die Henne wieder weg und zählt auch das Ei wieder mit. Ei verflixt, es herrscht reger Betrieb auf dem Hof. Man denkt sich die Szenen so durch und behält den Überblick im Kopf bis zum rettenden 5. Ei.

Die Mitspieler können das Zählen des Eiklopfers anzweifeln. Dann wiederholt man den Film ganz gemütlich und sortiert sich Eier, Hennen und Füchse zurecht. So wird ganz schnell klar, ob das Resultat stimmt. Wer richtig gezählt hat, erhält einen Punkt. Die Einsprecher erhalten einen Punkt, wenn sie zurecht angezweifelt haben. Sie verlieren einen Punkt, wenn sie sich irren. Man sollte nie aus falscher Schadenfreude jemanden anzweifeln.

Poule Poule

Ganz einfach, oder? Wer sich zuerst 3 Punkte holt, gewinnt Poule Poule und demnächst wohl den nächsten Oscar. Ach, da gibt es noch ein paar Nebendarsteller, die man nach Belieben im Film einsetzen darf. Der Bauer sammelt sämtliche Eier ein, wenn er erscheint. Der Hund verscheucht den nächsten Fuchs, der folglich keine Henne verscheuchen wird. Nur der Fuchs im Hühnerpelz ist verkleidet und wird vom Hund nicht gesehen. Bei der Ente Quak quaken alle Spieler laut mit. Wer zuletzt quakt, darf sich die nächste Karte, die aufgedeckt wird, nicht ansehen. Der Hahn beendet sofort die Runde. Wer als Erster auf den Stapel schlägt, muss die aktuelle Anzahl der Eier ansagen. Natürlich ist Einspruch möglich. Tiger Worm lenkt die nächste Henne ab, die sich nicht auf ein Ei setzt. Das Straussenei zählt dafür gleich doppelt, ist ja auch mindestens doppelt so gross.

Poule Poule

Ja, Poule Poule bietet viel Abwechslung, man hat längst nicht alle Szenen gesehen. Das Spiel lässt sich mit den Darstellern anpassen und mit dem schnellen oder langsamen Aufdecken der Karten auch in der Gehirnverarbeitung ein wenig regulieren. Ei Ei Ei!


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Fazit

Poule Poule ist so ein richtig sympathischer Hirnverzwirbler wie Dodelido oder Die fiesen 7. Man merkt sich ganz einfach, was da der Reihe nach auftaucht und zählt still und heimlich die Eier mit. Das endet nach kurzer Zeit im Chaos, denn eine kleine Unachtsamkeit genügt. Das Quaken zwischendurch reicht oft, um den Überblick zu verlieren. Und spätestens in der zweiten Runde ist man sich sowieso nicht mehr sicher, WANN man WEN gesehen hat. Poule Poule lebt von der kleinen und grossen Freude an den Mitspielern. Es lohnt sich, einmal nur in die Gesichter der Spieler zu starren und sich nicht auf die Eier zu konzentrieren. Ei, da ist was los! Poule Poule lässt sich gut variieren und an das Können der Spieler anpassen. Mit mehr oder weniger Darsteller schafft man Ordnung im Chaos – oder auch nicht. Für schnellen Spielspass, für aufmerksame Spieler und für viele Lacher am Tisch. Poule Poule ist tatsächlich ein spielerisches Eilight für mich.

Alles über Poule Poule

Poule Poule | Autor: Charles Bossart | Illustration: Pauline Berdal | Verlag: Game Factory

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 8 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Schnelles Denken um die Ecke
Wiederspielreiz: sehr gross

Geeignet für 2 Spieler: es geht so
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie

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