Prehistories – Spielkritik

Mit unserem Stamm sind wir bei Prehistories in der Urzeit unterwegs. Unsere Errungenschaften feiern wir mit Höhlenmalereien. So wird das Spiel zu einer Mischung aus Kartenspiel und Legespiel, bei dem wir am Ende unsere Ziele erreichen müssen.

Prehistories

Das Spielmaterial ist wunderschön gestaltet. Jeder Stammesanführer erhält einen Kartenstapel an Jägern mit unterschiedlichen Zahlenwerten, 8 kleine Totemplättchen und eine Höhle für die Wandmalereien. Für alle zugänglich gibt es ein grosses Jagdgebiet. Es passt sich der Spieleranzahl an. Je mehr Jäger teilnehmen, desto mehr Tierplättchen liegen aus. Die gibt es in 5 Tierarten und unterschiedlichen Formen, zudem noch Legendäre Tierplättchen. In jeder Partie liegen ein paar Spielziele aus. Neben fix vorgegebenen Zielen kommt so ein wenig Varianz ins Spiel. Schon geht es los!

Mit der Initiativ-Phase legt man die Spielerreihenfolge in jeder Runde neu fest. Aus den 3 Start-Handkarten wählen alle ihre Jäger die sie mit einem verdeckten Gebot ins Feld schicken möchten. Die Summe aller Werte ist für die Reihenfolge entscheidend. Ein Spieler mit dem Wert 12 kommt vor dem Spieler mit dem Wert 10 an die Reihe. Bei einem Gleichstand gilt die Laufstärke des schwächsten Jägers als Tie-Breaker. Es gibt also immer eine Lösung.

Nun geht es auf die Jagd. In den Jagdgebieten gibt es Richtzahlen, die man mit seinen Jägerkarten zusammenstellen kann, um sich die Beute, das Legeplättchen, zu nehmen. Da eine Jagd in der Urzeit nicht ungefährlich war, trägt man auch mal eine Wunde davon, wenn man die Richtzahl ein wenig unterbietet. Das hat Auswirkungen: Jagt man erfolgreich ohne Wunde, nimmt man sich zwei neue Karten vom Nachziehstapel. Trägt man eine Wunde davon, bekommt man noch eine neue Karte. Mit mehreren Wunden gibt es keine Karten in dieser Runde. Dafür hat man hoffentlich seine begehrten Tierplättchen bekommen.

Prehistories

Es ist auch möglich, keine seiner Jäger auf die Jagd zu schicken. Ohne ein Plättchen zu sammeln, erhält man drei neue Karten. Zudem nimmt man Jäger, die man nicht einem Jagdgebiet zugeordnet hat, wieder auf die Hand. Anhand der Spielerreihenfolge besitzen die ersten Jäger noch die volle Auswahl im Jagdgebiet bei Prehistories.

Die errungenen Tierplättchen legt man auf die Höhlentafel, man malt sie an die Wand. Dort muss man seine Ziele erfüllen: Reihen oder Spalten komplett belegen, gewisse Plättchen einkreisen, Tiere gruppieren, Einzeltiere legen etc. Die Aufgaben sind vielfältig. Wer ein Ziel erreicht, kann eines oder sogar zwei Totemplättchen ablegen, wenn man es als Erster erfüllt.

Prehistories

Mit einem neuen Kartengebot geht es in den nächsten Durchgang, in dem die Spielerreihenfolge neu ermittelt wird. Spielt ein Nomadenstamm alle Totemplättchen weg, er hat also genügend Ziele erfüllt, endet die Partie sofort und der Sieger steht fest.


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Fazit

Es steckt tolles Spielmaterial in der Schachtel von Prehistories, das eine Mischung aus Kartenbietspiel und Legespiel ist. Die einzelnen Spielelemente sind nicht neu, aber sehr eingängig: Karten herauslegen, Plättchen eintauschen und an die Höhlenwand malen. Das Legespiel erinnert an Tetris mit den vorhandenen Formen. Bei Prehistories ändern sich einige der Ziele in jeder Partie. Es gibt auch eine Kartenseite mit etwas schwierigeren Zielen. Doch eine wirkliche, spielerische Varianz gibt es nicht. Der Ablauf ist in jeder Partie gleich. Das ist nicht weiter schlimm für ein Familienspiel mit einfachen Regeln. Das Spiel ist gut verzahnt. Das Kartengebot hat Auswirkungen auf die Reihenfolge, mit der man an alle Plättchen kommt. Manchmal muss man Kompromisse eingehen, erhält dafür weniger Karten für die nächste Runde. Dabei achtet man, wie weit die Mitspieler beim Erreichen der Ziele sind. Für jedes erreichte Ziel kann man Plättchen abgeben. Zwei kleine Schwächen sind beim Spielen aufgefallen. Die Höhlentafeln sind nicht sehr ausgeglichen, da sie jeweils drei Fixpunkte enthalten. Bei einzelnen Zielen bekommt man Vorteile mit den passenden Tafeln. Dann fällt noch die Regel auf, dass man seine Jäger wieder auf die Hand nehmen kann, wenn man sie nicht nutzt. Weshalb sollte man also nicht jedes Mal alle Jäger in seinem Gebot rauslegen, um den höchsten Wert zu erzielen? Trotz der kleinen Mängel funktioniert Prehistories gut. Beim Erfüllen der Ziele geht es meist sehr knapp zu und her, vor allem wenn die Spielrunden gut gefüllt sind. Dann ist es ein schönes Biet- und Legespiel, bei dem man seine Karten geschickt einsetzen muss, um ohne grosse Wunden durch die Jagdgebiete zu streifen.

Alles über Prehistories

Prehistories | Autoren: Alexandre Emerit, Bendit Turpin | Illustrationen: Camille Chaussy | Verlag: The Flying Games / Asmodee

Spielerzahl: Detektivspiel für 2 – 5 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Verteilte Jäger
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: ab 3 Personen
Richtet sich an: Familie

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