Principato – Spielkritik

Principato spielt in der Renaissance Italiens. Das eigene Fürstentum soll aufgebaut werden. Dazu stehen Landwirtschaft, prunkvolle Bauten, Kultur oder Militär zur Verfügung. Nur die optimale Mischung aller Möglichkeiten bringen den Sieg in diesem Spiel.

Jeder Spieler startet mit einem eigenen Fürstentum, das in vier Bereiche unterteilt ist. Im Umland, der Stadtmauer, im Zentrum oder im Palast können Plättchen mit den entsprechenden Gebäuden gelegt werden, um das eigene Fürstentum zur Blüte zu treiben. Die Plättchen bieten Platz für einen oder zwei Nahrungs- oder Geldsteine. Mit diesen Steinen können neue Plättchen gekauft oder das eigene Militär bezahlt werden. So erkennt man schon einen Mechanismus von Principato. Ohne Steine keine Plättchen, aber ohne Plättchen können keine Steine deponiert werden. Ein sorgfältiger Aufbau ist also notwendig.
Die Nahrungs- oder Geldsteine dürfen dabei im Fürstentum beliebig verschoben werden. Liegen sie aber auf Militärplättchen, darf man sie vorerst nicht mehr entfernen.

Doch Principato wird eigentlich über Aktionskarten gesteuert. In der Tischmitte liegen 5,6 oder 7 Karten in einer Reihe aus (je nach Spielerzahl). Ein Spieler hat immer zwei offene Aktionskarten vor sich. In einem Spielzug kann er 2 Aktionen durchführen: Er darf eine Karte aktivieren, eine Karte tauschen oder er nimmt sich einen Gunststein. Gunststeine dürfen als Jokersteine je nach Bedarf eingesetzt werden. In der Wahl seiner Aktionen ist man frei. So darf man auch zweimal dieselbe Aktion durchführen.

Die Aktionskarten bieten viele Möglichkeiten: Gebäude bauen, Steine nehmen, Militär anwerben, Kunstwerke kaufen usw. Einige Karten muss man nach einmaligem Gebrauch wieder eintauschen (gilt nicht als Spielzug), andere bleiben und blockieren einen wertvollen Kartenplatz. Wenn ein Spieler seine Aktionen durchgeführt hat, verschieben sich die ausliegenden Aktionskarten nach links. Dabei fällt eine Karte aus dem Spiel und wird durch eine neue ersetzt.

Für Spannung sorgen die Militärwertungen. Da die Aktionskarten in 3 Stapel aufgeteilt sind, wird immer am Ende eines Stapels eine Militärwertung durchgeführt. Dazu darf man zuerst sein Militär mit Nahrungs- oder Geldsteinen bezahlen. Danach wird die Stärke mit den Mitspielern verglichen. Nur bezahltes Militär bringt militärische Stärke, nicht bezahlte Gefolgsleute bringen Minuspunkte. Je nach militärischer Stärke bekommen die Spieler Siegpunkte zugeteilt.
In Stapel 2 und 3 der Aktionskarten ist eine zusätzliche Militärwertung eingebaut, die zufällig anfällt. Nach einer Wertung gehen alle Steine von den Militärplättchen zurück in den Vorrat.

Siegpunkte bringen nicht nur die Militärwertungen ein. Bei Spielbeginn erhält jeder Spieler zufällig zwei Zielkarten. Erreicht man seine Ziele, kann man ebenfalls punkten. Im Spiel erworbene Kulturplättchen bringen direkte Punkte. Hier gilt: Wer zuerst kauft, kriegt eine höhere Punktzahl. So ermittelt man nach dem Durchspielen der drei Kartenstapel den Sieger nach Punkten.

Fazit:
Principato ist ein ausgewogenes, gutes Strategiespiel. Die Mechanismen mit den Karten und den Steinen laufen rund und sind schnell eingespielt. Die Aktionskartentausch bietet einige strategische Möglichkeiten und der Kartenaufbau im Spiel ist klug aufgebaut. Katapulte umgehen beispielsweise die ewige Steinbeschaffung für das Militär, sind aber in der Anschaffung teurer. Gebäude können nur zu Beginn gebaut werden, dafür können gegen Ende vermehrt Kulturgegenstände erworben werden. Mit dem Ziehen der Aktionskarten kommt ein wenig Glück ins Spiel, das aber belebend wirkt.
Die Plättchen sind etwas klein geraten und schwer zu lesen. Da man sie aber schnell kennt, ist das nicht so schlimm. Die einzelnen Bereiche im Fürstentum sind so miteinander vernetzt, dass es immer auf eine gute Mischung ankommt. Principato ist auf jeden Fall ein spannendes Strategiespiel mit diversen Möglichkeiten zum Optimieren.

Principato | Autor: Touko Tahkokallio | Verlag: eggertspiele
Strategiespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 90 Minuten | Benötigt: Die optimale Mischung aller Bauteile im Fürstentum | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und eggertspiele für ein Rezensionsexemplar von Principato!

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Oh schön, ein Strategiespiel! Und dass es in der Renaissance spielt ist echt super. Ich interessiere mich sehr für diese Zeit. Vielen Dank für diesen Tipp, ist mal wiederwas anderes beim Spieleabend zwischen Activity und Co.

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