Rapa Nui – Spielkritik

Rapa Nui – so heissen die Osterinseln im Pazifik, vor allem bekannt durch ihre grossen Steinstatuen (Moais). Natürlich trifft man sämtliche typischen Eigenarten der Osterinseln auch im Spiel an. Denn als Stammeshäuptling versucht man, das Beste für sein Volk herauszuholen. Dazu muss man manchmal auch Opfer bringen.

Rapa Nui ist ein reines Kartenspiel. Als Opferkarten dienen Fische, Papiermaulbeeren, Süsskartoffeln und Weizen. Im Spiel versucht man zwar möglichst viele von ihnen zu ergattern, muss sie aber auch wieder opfern, um die Götter gnädig zu stimmen und am Schluss viele Punkte zu erhalten. Als Startkapital bekommt man von jeder Sorte eine Karte. Opferkarten hält man immer verdeckt.

Gespielt wird hauptsächlich mit den Rapa-Nui-Karten. Von diesen Karten hält man immer drei in seiner Hand. Man benötigt sie, um sein Dorf auszubauen. Priester, Jäger und Sammler oder Holzfäller werden mit diesen Karten für das eigene Dorf angeworben. Unter den Rapa-Nui-Karten befinden sich auch die Moais. Baut man eine Steinstatue, so folgt sofort eine Opferrunde. Dazu später mehr.
Bezahlt wird auf den Osterinseln mit Holz-Plättchen. Zudem kann man während des Spiels auch Siegpunktplättchen sammeln.

Jeder Spieler beginnt Rapa Nui mit einem Holzfäller in seinem Dorf und drei Handkarten mit Jäger und Sammlern. In der Tischmitte liegt eine allgemeine Kartenauslage mit 4 Reihen à 4 Rapa-Nui-Karten. Dort werden im Laufe des Spiels Karten nachgezogen. Man kann dabei eine Auswahl treffen zwischen den vier vordersten Karten. Ist eine Reihe leer, so wird sie nachgefüllt. Sind alle Rapa-Nui-Karten aufgebraucht, endet das Spiel.

Der Ablauf von Rapa Nui ist sehr einfach. Ist man an der Reihe, so darf man sich eine Opferkarte kaufen. Das ist optional und kostet zu Beginn 5 Holz. Danach legt man eine Rapa-Nui-Karte in sein Dorf und zieht eine Karte von der Auslage nach.
Das Nachziehen löst jedes Mal eine Wertung aus. Man erhält Opferkarten, Holz oder Siegpunkte. Massgebend für den Nachschub ist immer die jeweilige Karte, die in der Auslage neu offen liegt. Diese Kartensorte wird gewertet. Wer die alleinige Mehrheit davon besitzt, erhält gar einen Bonus.
Nun ist Rapa Nui eigentlich ein Optimierungsspiel. Man versucht, das Beste aus seinen Handkarten und der Auslage zu machen. Oft muss man seine Strategie anpassen und flexibel bleiben.

Einige Karten kosten beim Bau ins eigene Dorf Holz, andere bringen bei Wertungen Siegpunkte, Holz oder Opferkarten. Die Jäger und Sammler-Karten reduzieren den Einkauf einer Opferkarte bei Beginn des Spielzuges und können ebenso attraktiv sein.

Siegpunkte bringen am Schluss die errichteten Moais, Holz (allerdings sehr begrenzt) und vor allem die Opferkarten. Wie viele Punkte die Opferkarten einbringen, entscheidet sich erst nach Durchsicht des Opfersteins bei Spielende. Wird durch den Bau eines Moais eine Opferrunde ausgelöst, so muss jeder Spieler eine seiner Opferkarten auf den Opferstein legen. Der Spieler, der die Aktion ausgelöst hat, legt verdeckt eine seiner Opferkarten und darf eine offene vom Ablagestapel nachlegen. Bei Spielende werden die Karten auf dem Opferstein gezählt. So wird die Punktzahl der Opferkarten bestimmt. Je nach Häufigkeit zählt eine Sorte 3,2,1 oder sogar gar keinen Punkt.

Es gewinnt der Häuptling, der sein Dorf am besten ausgebaut und am meisten Siegpunkte gesammelt hat.

Fazit:
Rapa Nui ist vom Spielablauf her ein einfaches Spiel. Die verschiedenen Karten offerieren aber einige taktische Möglichkeiten und so erhält Rapa Nui doch schnell eine gewisse Spieltiefe. Viele Aktionen sind miteinander vernetzt. So sollte man beispielsweise Karten opfern, um den Wert zu steigern, braucht aber selber noch genug, damit sie Punkte bringen. In der Auslage liegen die Rapa-Nui-Karten bei jeder Partie anders. So gibt es auch keine sichere Strategie. Nur wer flexibel plant, kann ein Optimum herausholen. Wenn die Auslage aufgefüllt wird, spielt auch das Glück mit. Kommt wohl die Karte, die auch Ertrag bringt?
Rapa Nui spielt sich zu in jeder Runde gleich gut. Zu zweit verlängert sich die Spielzeit ein wenig, man kann dafür sein Dorf besser ausbauen. Zu viert muss man sich auf das Wesentliche beschränken. Kurz: Rapa Nui ist ein Spiel mit Tiefgang, angenehmer Spieldauer und grossem Optimierungs-Spielspass.

Rapa Nui | Autor: Klaus-Jürgen Wrede | Verlag: Kosmos
Kartenspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 40 Minuten | Benötigt: Flexible Planung im Kartenglück | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Kosmos für ein Rezensionsexemplar von Rapa Nui!

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