Red7 – Spielkritik

Red7 – Ein Kartenspiel mit einfachen Regeln, das trotzdem knifflig zu spielen ist. Denn wer nach dem eigenen Spielzug nicht gewinnt, ist draussen. Daher sollte man bei Red7 die Karten schleunigst so hinbiegen, dass die Welt wieder in Ordnung ist. Denn hier wird nach Zahl und Farbe abgerechnet – nach jedem einzelnen Spielzug.

red7Mit Karten in den 7 Regenbogenfarben und den Werten von 1 bis 7 startet man in bunte Abenteuer. Thematisch darf man nicht zu tief stochern, hier geht es um knallharte Fakten: Bleibt man nach dem eigenen Spielzug drin oder fliegt man raus? Hier zählen Werte, und zwar eher die äusseren. Obwohl die Spielregeln äusserst simpel sind, ist Red7 für einige Spieler gewöhnungsbedürftig. Das hat aber vor allem mit der Wertung zu tun. Da die nach jedem Spielzug überprüft werden muss, bleibt der Knackpunkt natürlich zentral.
Doch der Reihe nach: Mit 7 Handkarten startet jeder Spieler ins Spiel. Zusätzlich erhält man noch eine zufällige Startkarte in die eigene Auslage. Die Karten haben alle einen doppelten Nutzen. Als Wert liegen sie in den Auslagen der Spieler, als Farbe geben sie die aktuelle Siegbedingungen vor. Das Ziel ist klar: Bleibe länger im Spiel als alle anderen Mitspieler. Dazu muss man „nur“ nach jedem eigenen Spielzug als Sieger unter den aktuellen Bedingungen dastehen. Eine lösbare Aufgabe, oder etwa nicht?

Bevor man abrechnet, darf man mit seinen Karten eine Aktion durchführen. Dazu hat man vier Möglichkeiten: Eine Karte in die eigene Auslage, eine Karte in die Mitte und damit neue Siegbedingungen erstellen, eine Karte in die Auslage UND eine Karte in die Mitte, oder man macht nix und fliegt raus. Da die letzte Möglichkeit möglichst vermieden werden soll, holt man aus seinen Handkarten das Beste raus. Es hilft ein wenig Weitsicht: Was kann ich mit meinen Karten noch erreichen? Was werfe ich ab? Aber nicht zuletzt spielt es auch eine Rolle, welche Ziele die Mitspieler verfolgen. Kann man eventuell in ihrem Sog mitziehen und Karten einsparen. Wer den längeren Atem haben muss, ist froh, nicht zwei Karten gleichzeitig legen zu müssen.
Die Siegbedingungen sind total unterschiedlich: Höchste Karte, meiste Karten einer Zahl, meiste Karten einer Farbe, meiste gerade Zahlen, meiste unterschiedlichen Farben, meiste Karten einer Reihe, meiste Karten unter 4.

Schnell können während einer Partie Unentschieden auftreten: Gleich zwei Spieler besitzen 2 gerade Zahlen. In diesem Fall entscheidet zuerst der Wert der höchsten geraden Karte. Ist der bei beiden Spielern immer noch gleich, kürt die Farbe den Sieger. Die Reihenfolge geht entlang des Regenbogens von rot bis violett.

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Im Grundspiel gewinnt, wer als Letzter übrig bleibt. Das kann man ein paar Mal spielen, bis man das Red7 kennt. Danach sind die mitgelieferten Varianten viel unterhaltsamer.
Erweitertes Red7: Nur zwei Regeln bringen schon viel mehr Schwung ins Spiel. Legt man eine Karte auf die Siegbedingungen, die einen höheren Wert hat als die Anzahl Karten in der eigenen Auslage, zieht man eine Karte vom Nachziehstapel nach. Das erweitert das Angebot und verlängert eventuell die eigene Spielzeit. Gespielt wird zudem auf Punkte. Wer zuletzt übrig bleibt, nimmt die Karten der aktuellen Siegbedingung aus dem Spiel. Sie zählen als Punkte. So dauert Red7 mehrere Runden.
Red7 für Experten: Beim Ausspielen von ungeraden Zahlen in die eigene Auslage muss man eine Aktion durchführen: Eine Karte von der eigenen Auslage nehmen und verschieben, eine weitere Handkarte in die Auslage legen, eine Karte nachziehen oder eine Karte aus der Auslage eines anderen Spielers nehmen und auf den Nachziehstapel legen. Aktionen, die das Spiel ganz schön durcheinander wirbeln können und für ein wenig Interaktion sorgen.

Übersichtskarten unterstützen das Kartenspiel perfekt. Wer übrig bleibt, gewinnt!

Fazit:
Red7 hat einfachste Regeln, trotzdem verlangt das Spiel einiges an Kopfarbeit ab. Das ständige Vergleichen der Auslagen, Handkarten und den veränderbaren Siegbedingungen ist mitunter recht anstrengend. Dazu kommen die regelmässigen Vergleiche zwischen Zahlen und Farben – das verwirrt in den ersten Partien ein wenig. Wer sich aber darauf einlässt, erhält ein Spiel, in dem mehr steckt, als man meint. Das Manipulieren der eigenen Auslage und der Siegbedingungen macht Spass. Die eigene Startkarte gibt eine gewisse Spielrichtung vor. Doch das Beobachten der gegnerischen Auslagen gehört ebenso zu den wichtigen Grundlagen der Spielstrategie. Möglich ist fast alles bei Red7: Ein schnelles Ausscheiden, als auch eine unerwartete Verlängerung der eigenen Spielzeit, wenn die Mitspieler ungewollt helfen. So sucht man nach der perfekten Auslage für die eigenen Karten und wird doch immer wieder von den Mitspielern überrascht. Red7 sorgt mit seinen 3 Schwierigkeitsstufen für bunte Unterhaltung.

Red7 | Autoren: Carl Chudyk & Chris Cieslik | Verlag: Lucrum Games
Kartenspiel für 2-4 Spieler | Spieldauer: 15-30 Minuten | Ab 9 Jahren | Benötigt: 7 Zahlen, 7 Farben, 7 Regeln und Köpfchen | Wiederspielreiz: gross

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