Riverside – Spielkritik

Der Hohe Norden lockt mit zahlreichen Attraktionen: Eisfischen, Eisbärsafari, Bergsteigen oder Rentierschlittenfahrten. Bei Riverside organisieren wir Touren und füllen die Schiffe mit Touristen. Bunte Würfel sorgen für viele Kreuze auf den Booten.

Riverside

Riverside ist ein Roll & Write – Spiel, das keine Wartezeiten kennt. Alle Spielenden widmen sich ständig der Organisation ihrer Flussfahrten auf ihrem eigenen Zettel. Durch die Wahl der Würfel entscheidet man sich, für welches Schiff man Tickets verkaufen will. Als Timer bewegt man ein Schiff einmal über 10 Flussabschnitte bis zum Ankerplatz. Dann endet die Partie sofort für alle. Bis zum letzten Moment füllt man seine Boote auf dem Ankreuzzettel, verkauft Tickets und organisiert Ausflüge. Zuerst bestimmt man einen Kapitän am Spieltisch. Er ist zuständig für das einmalige Würfeln vor jeder Runde und bewegt das Schiff vorwärts. Und schon steckt man mitten in der eisigen Flussfahrt von Riverside.

Der Rundenablauf ist immer gleich. Der Kapitän würfelt die 6 Würfel in den unterschiedlichen Farben neu. Der grüne Aurorawürfel dient als Joker, den man zusätzlich einsetzen darf. Mit den restlichen Würfeln bestimmt man die Temperatur – der mittlere Wert aller Zahlen. Alle Werte, die höher als die Temperatur sind, kommen in den beheizten Bereich. Diese Touristen hätten gern einen warmen Platz auf dem Boot. Die restlichen Touristen sind weniger anspruchsvoll und trotzen der Kälte. Das Schiff bewegt sich auf dem Fluss um die Felderanzahl der Temperatur voran.

Von nun an ist ein gleichzeitiges Spielen möglich. Alle wählen einen Würfel. Die Farbe bestimmt die Art des Ausflugs und das Boot für die Tickets. Der Zahlenwert kann nun mit dem grünen Aurora-Wert addiert werden. Das erhöht die Anzahl der gebuchten Sitzplätze. Doch Vorsicht: Wer nur im beheizten Raum unterwegs sein will, benötigt Energie, die man mit dem Ankreuzen von Flammen bezahlt. Und man ahnt es bereits: Flammen sind nur beschränkt verfügbar bei Riverside.

Riverside

Die gebuchten Sitzplätze kreuzt man auf den Schiffen an. Dort gibt es zusätzliche Bonusplätze zu holen, wenn eine Reihe voll ist. Zudem zählen gefüllte Reihen auch für die Endwertung. VIP-Plätze bringen einen einmaligen Bonus irgendwann im Laufe der Partie. Geschicktes Sammeln und Ankreuzen auf den Schiffen ist in dieser Phase also gefragt, dann profitiert man unter Umständen mehrfach.

Bleibt noch das Geschäft mit den Ausflügen. Das ist in der dritten Phase zwar freiwillig, wenn möglich sollte man es aber nutzen. Am Flusslauf befinden sich einige Dörfer, die ein bestimmtes Angebot für Touristen anbieten. In jeder Runde ist ein Ausflug möglich. Das Dorf muss dann in der Reichweite des Schiffes liegen (3 Felder), und Ausflüge sind nur möglich, wenn mindestens eine Reihe auf dem entsprechenden Schiff mit Touristen gefüllt ist. Mit einer Multiplikation ermittelt man den Ausflugswert und notiert ihn. Zu einem späteren Zeitpunkt kann ein Schiff einen weiteren Ausflug durchführen, der Multiplikationswert muss dann allerdings höher sein.
Als Besonderheit gibt es Dörfer mit mehreren Ausflugsmöglichkeiten, sowie ein Kirchenausflug mit dem Spezialboot, dem Dingi, bei dem sämtliche gefüllte Touristen-Reihen aller Boote zählen.

Riverside

Wie gesagt: Fährt das Schiff am Fluss auf oder über den Ankerplatz, endet die Partie nach mehreren Runden sofort. In der Endwertung muss noch einmal ein wenig gerechnet werden. Jedes der 5 Ausflugsboote erhält den Ticketwert plus die gesamten Ausflugspunkte. Als Kapitänspunkte erhalten alle die Ausflugspunkte der Kirchen plus den niedrigsten Wert aller eigenen Schiffe. Wer nun die meisten oder wenigsten Kapitänspunkte aller Spielenden besitzt, bekommt einen Bonus oder einen Malus von 15 Punkten. Wer die meisten Punkte mit seinen Schiffen generiert, gewinnt Riverside.


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Fazit

Riverside ist ein etwas komplexeres Roll & Write – Spiel, da es doch einige Spielmöglichkeiten besitzt. Je nach Art der eigenen Sammlung holt man sich direkte Boni oder VIP-Boni für zusätzliche Aktionen. Das Bestimmen der Temperatur treibt das Schiff voran und erfordert allenfalls den Einsatz von Flammen, um Sitzplätze zu beheizen. Bei den Ausflügen erhöht man mit dem Einsatz von Tanks seine Reichweite. Die an sich einfachen Grundaktionen weiten sich im Laufe der Partie also immer mehr aus, und es gibt einiges zu beachten und vor allem zu rechnen. Eine gute Verzahnung ist an mehreren Stellen gegeben und machen Riverside mit möglichen Kettenreaktionen attraktiv. Eine spielerische Varianz entsteht, weil die Strecke auf dem Fluss in jeder Partie anders ausliegt. Dadurch passt man seine Ziele an. Riverside ist kein Spiel mit viel Interaktion. Nach ein, zwei Partien kennt man sich aus und setzt seine Kreuze Runde für Runde unabhängig. Alle optimieren vor sich hin, das ist in einem Solospiel nicht anders. Trotzdem ist es erstaunlich, wie sich die Werte am Ende ganz unterschiedlich entwickeln. Wer insgesamt die besten Kombinationen entdeckt, gewinnt das Spiel.

Alles über Riverside

Riverside | Autoren: Asmund & Eilif Svensson | Illustration: Gjermund Morkved Bohne | Verlag: Chilifox, Kobold Spieleverlag

Spielerzahl: Roll & Write – Spiel für 1 bis 6 Personen
Spieldauer: 15 – 25 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Viele Touristen und gute Ausflüge
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 1 bis 6 Spieler
Richtet sich an: Familien

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