Roadkill – Spielkritik

Der Schweizer Verlag Helvetiq ist bekannt für seine besonderen Spielumsetzungen. Mit Roadkill begeben wir uns jetzt auf die Strasse. Ein gefährliches Abenteuer, besonders für die Tiere, die in diesem Spiel immer mal wieder ziemlich flach enden. Ein spielerisch gewagtes Unterfangen.

Die Spielschachtel ist schwer und gut gefüllt. Das hat vor allem damit zu tun, dass sich zahlreiche Karten darin befinden. Je nach Spieleranzahl nimmt man sich die passenden Karten – sie sind auf der Rückseite perfekt gekennzeichnet. Ein grosses Spieltableau gehört ebenfalls zur Startaufstellung. Jeder Spieler hat seinen eigenen Strassenabschnitt, den er möglichst sauber halten will. 6 Karten hält jeder Spieler auf der Hand, es wird regelmässig nachgezogen.

Der Reihe nach legt man eine Karte – auf sein eigenes oder ein fremdes Strassenstück. Insgesamt 8 Karten haben auf den Strassen Platz. In einigen Fällen darf man sie auch wieder abdecken und das macht durchaus Sinn. Auf den vielen Strassen tummelt sich schon bald so Allerlei. Lebende Tiere sind natürlich sehr beliebt. Mit Reifen gezeichnete, tote Tiere legt man lieber auf Nachbars Strasse. Die beiden Kartenarten dürfen sich gegenseitig abdecken. Tote Tiere können so wieder reanimiert werden, es geht aber auch in die andere Richtung. Der Tierarzt hilft auch gern und entfernt ein totes Tier, wenn es auf einem lebenden liegt. Die Hupe erschreckt dagegen ein lebendes Tier. Es flieht und hinterlässt ein darunterliegendes totes. Nur beim Lastwagen ist nichts mehr zu machen. Er bleibt liegen und darf auch auf ein totes Tier gelegt werden. Die Kehrmaschine säubert eine Strassenseite von toten Tieren. Es darf allerdings keine weitere Karte darunter liegen. Ein Strassenschild warnt zwar vor Gefahren, besetzt aber einfach einen Platz und hat keine weiteren Auswirkungen.

Mit diesen wenigen Karten füllt man die Strassen. Oft ärgert man die Mitspieler mit schlechten Karten, füllt zwischendurch die eigene Strasse mit lebenden Tieren oder verbessert zumindest die eigene Situation. Jedes Tier darf auf einer Strassenseite nur ein Mal vorkommen.

Das Spiel endet, wenn eine Strasse vollständig mit Karten gefüllt ist oder die letzte Karte vom Nachziehstapel genommen wird. Es gewinnt, wer zu diesem Zeitpunkt am wenigsten Lastwagen und tote Tiere auf der Strasse und in der Hand hat. Nun werden vom Gewinner Punktechips gezogen. Er wählt sich einen aus und gibt die restlichen weiter. Gespielt werden insgesamt drei Runden. Wer dann am meisten Punkte hat, gewinnt.

Fazit

Rein thematisch ist Roadkill ein heisses Eisen. Wer spielt schon gerne mit überfahrenen Tieren? Doch nach dem ersten Schock findet man hier ein sehr unterhaltsames und witziges Ärgerspiel. Die eigenen Handkarten versucht man bestmöglich zu streuen. Je nach Karten richtet man Schaden an oder renoviert die Strasse. Der Zufall spielt zwar beim Ziehen der Karten mit, aber gerade mit mehreren Spielern weiss man nie, auf welcher Strasse gerade die Post ab geht. Da man über drei Runden spielt, sollte man nicht zu früh in Führung gehen. Die Strafe folgt in der nächsten Runde, ab sofort gibt es keine freundlichen Mitspieler mehr. Roadkill ist ein rasantes, taktisches Spiel mit einfachen Regeln. Mit den Karten lässt sich viel anstellen. Die Frage ist immer: Wo legt man die nächste Karte am besten hin? Wen soll man bremsen?

Roadkill | Autor: Martin Nedergaard Andersen | Verlag: Helvetiq
Kartenspiel für 2-5 Strassenrowdys | Spieldauer: 20-30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Wenig Rücksicht auf der Strasse | Wiederspielreiz: gross

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