Robots – Spielkritik

Wie weit bewegt sich der Roboter? Und in welchem Tempo fährt er überhaupt? Das Einschätzen der Lage ist nicht immer ein Kinderspiel – und darum auch für manchen Erwachsenen eine Herausforderung. Robots ist ein Spiel mit der Zeit.

Robots

Der Nürnberger-Spielkarten-Verlag hat vor ein paar Jahren seine Kinderspielreihe lanciert. Die Spiele haben überzeugt mit einem kompakten Format und einem einfachen Zugang. Zudem muss man die Vielseitigkeit der Spiele hervorheben: Bauen (Kippelino), Wettrennen (Alle gegen Rudi), Lautstärke (Li-La-Laut). Nun dreht sich bei Robots alles um den Faktor Zeit. Das Spiel nimmt sogar Anleihen bei The Mind, bei dem es ebenfalls auf das Gefühl für Zeit ankommt. Also lassen wir die Roboter doch einfach sausen.

Robots lässt sich als Teamvariante spielen oder auch gegeneinander. Beim Teamspiel geht es darum, gemeinsam möglichst viele Punkte-Chips zu holen. Die bekommt man, wenn man die Geschwindigkeit der Roboter möglichst gut einschätzt. Auf einer aktuellen Rennstrecke sind 12 Gegenstände an einer Schnur miteinander verbunden. Robbi, der aktuelle Spieler, mit dem Skatebord drückt gleich den Startbuzzer und fährt los. Wohin und wie schnell er fährt, sagt ihm die oberste Karte des Stapels. Auf deren Rückseite findet Robbi alle Informationen. Die aktuelle Rennstrecke ist mit einer Zahl versehen. So schaut Robbi unter dieser Zahl geheim nach und erfährt: Ich fahre schnell wie eine Rakete und muss zum Apfel düsen.

Robots
Tempo und Rennstrecke

Den Mitpielern wird nur das Tempo verraten. Doch Robbi darf beepen, um einen Hinweis zu geben. Mit dem ersten „Beep“ startet Robbi, mit dem zweiten „Beep“ erreicht er in Gedanken sein Ziel. Doch wo ist er jetzt? Die Mitspieler versuchen zu erraten, bei welchem Gegenstand Robbi nun steht, indem sie seine zurückgelegte Strecke zwischen den Beeps schätzen. Bei einem exakten Tipp erhält die Gruppe 3 Chips, 2 oder 1, wenn sie leicht daneben liegt. Nach 11 Runden ist Schluss. Wie viele Chips sind es geworden?

Spielt man gegeneinander, so tippen alle einzeln auf einen Gegenstand. Jeder sammelt seine Chips selber. Auch der Roboterspieler bekommt einen Chip, wenn jemand seine Fahrt exakt tippt.

Robots

Mit Robots lässt sich prima spielen. Man bekommt so langsam ein Gefühl für die Zeit. Das Spiel lässt sich vereinfachen, wenn immer derselbe Roboter fährt oder man sich auf ein normales Tempo einigt. Gerade die Tempowechsel sind grossen Veränderungen ausgesetzt.


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Fazit

Robots schlägt wieder ein neues Thema an für ein Kinderspiel: Die Zeit fühlen! Das kennt man tatsächlich in einer anderen Form bei The Mind. Im Prinzip schätzt man auch hier die Zeitspanne, die der Roboter bis zum Ziel benötigt. Spielt man Robots in einer gewohnten Gruppe, lässt sich tatsächlich eine Lernkurve erkennen. Man gewöhnt sich an die langsamen, normalen oder schnellen „Beeps“. Robots ist ein kurzes Spiel mit einem besonderen Kniff, auch für Erwachsene eine kleine Herausforderung. Ob miteinander oder gegeneinander, spielt keine Rolle, die Varianten funktionieren gleich gut. Das Raten des zweiten „Beeps“ ist das Highlight des Spiels. Ein kurzes, knackiges Kinderspiel eben. Beep!

Alles über Robots

Robots| Autor: Reinhard Staupe| Illustration: Oliver Freudenreich | Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 6 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 5 Jahren
Benötigt: Zeitgefühl bis zum Beep
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: geht gut
Beste Spielerzahl: 3-4 Personen
Richtet sich an: Kinder, Familie

2 Kommentare

  1. Das Spiel kommt bei unseren Kindern – 6 und 8 Jahre – tatsächlich sehr gut an. Hätten wir (Erwachsenen) nach dem Lesen der Regeln so gar nicht erwartet. Aber es wird gerne gespielt, viel diskutiert und auch viel dabei gelacht.

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