Ruchlos – Spielkritik

Der Start ins Piratenleben ist ganz schön hart. Mit einer Crew, die den Namen noch nicht verdient, und ein paar Münzen geht die Reise los, um am Ende von Ruchlos der Schrecken der Karibik zu werden. Da helfen nur ein paar kluge Entscheidungen und wachsame Augen beim Anheuern neuer Crew-Mitglieder. Alle an Deck!

Ruchlos

Im Zentrum von Ruchlos liegt die Allgemeine Ablage. In der Taverne findet man dort neue Piraten, hebt Schätze und holt sich nach jeder Runde Ruchpunkte ab für den gefürchtetsten Piraten und seine Crew. Zudem findet man dort Legendäre Errungenschaften, zwei Ziele, die man in jeder Partie anstreben sollte. Es locken zusätzliche Ruchpunkte.
Jeder einzelne Pirat bewegt sich in seinem Schiffsbereich. Dort liegen der Schiffstapel, Dublonen, verbuddelte Karten und allenfalls neu rekrutierte Crewmitglieder. Ruchlos ist in erster Linie ein Deckbauspiel. Das heisst, man arbeitet an seinem Schiffstapel, füllt neue und bessere Crewmitglieder ein und spielt den Kartenstapel immer wieder neu durch.

Der Rundenablauf bei Ruchlos wiederholt sich. Gespielt werden 5 oder 6 (2 Spieler) Runden. Erst füllt man die eigene Kartenhand und zieht 5 Karten vom Schiffstapel. Es folgt die Kommandophase. Der Reihe nach gibt jeder Pirat ein Kommando, führt die jeweilige Aktion aus und rekrutiert am Ende ein neues Crewmitglied, wenn man es möchte und kann. Die einzelnen Aktionen sind übersichtlich. Man handelt mit Schätzen und holt sich Dublonen. Mit seinen Pulveraffen, dem niedrigsten Rang an Bord, prügelt man einen Piraten aus der Taverne und damit aus der Auswahl. Pulveraffen können auch Karten verbuddeln, die dann nie mehr ins Spiel kommen. So bessert man die eigene Kartenhand aus. 2 Pulveraffen benötigt man zum Heben eines neuen Schatzes. Den eben gehobenen Schatz verkauft man sofort oder legt ihn in den eigenen Schiffstapel, damit er später regelmässig Ertrag bringt. Echte Piraten, die man erst rekrutieren muss, legt man beim Klarmachen in den Schiffsbereich. Das bringt gleich zwei Vorteile: Jeder Pirat bringt zusätzliche Aktionsmöglichkeiten, die mit Symbolen gut beschrieben sind. Zudem zeigt man mit diesen Piraten am Ende einer Runde seine Stärke an, wenn man um Ruchpunkte kämpft.

Ruchlos
Mit Pulveraffen und einer Hand voll Dublonen

Kommandos führt man so lange durch, bis alle Spieler ihre Karten weggespielt haben. Ebenso wichtig ist in dieser Phase die Rekrutierungen von höchstens drei neuen Piraten aus der Taverne. Das kostet Geld, bringt aber in den kommenden Runden ein starke Verbesserung der Kartenhand, wenn man die Piraten mit ihren Fähigkeiten immer wieder einsetzt.

Am Ende jeder Runde findet ein Kräftemessen statt. Aus den rekrutierten Piraten und den Crewmitgliedern, die man beim Klarmachen rauslegen konnte, stellt man die schlagkräftigste Mannschaft zum Entern zusammen. Dazu bedient sich Ruchlos am Poker-Prinzip: Gleicher Rang, gleiche Farbe, Strassen – die Kombinationen bringen unterschiedliche Stärkepunkte. Die stärksten Crews holen sich begehrte Ruchpunkte. Danach startet eine neue Runde mit frischen Handkarten.

Ruchlos
Bald locken echte Piraten und grosse Schätze.

Nach 5 oder 6 Runden ist Schluss. Die Legendären Errungenschaften müssen noch aufgelöst werden. Welcher Pirat hat die Ziele erreicht? Wer die meisten Ruchpunkte gesammelt hat, wird zum Schrecken der Karibik.


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Fazit

Ruchlos ist ein unterhaltsames Piratenspiel, bei dem man vor allem an zwei Aufgaben arbeitet: Dem Verbessern der eigenen Kartenhand und dem perfekten Kombinieren der eigenen Crew. Dazu nutzt man die Möglichkeiten, die einem von Runde zu Runde neu gegeben werden. Geld beschaffen, Ziele verfolgen, Piraten rekrutieren – es kommt auf den passenden Zeitpunkt an. Den Spielablauf hat man schnell verinnerlicht. Die Symbolik und eine Übersichtskarte helfen zusätzlich. Natürlich gibt es Glücksmomente im Spiel. Sind die passenden Piraten in der Taverne? Ist die Kartenhand stark genug? Welche Schätze hebt man? Man muss den Mut haben, auch einmal unpopuläre Entscheidungen zu treffen und Pfade zu betreten, die auf den ersten Blick nicht erfolgversprechend sind. Vermeintlich schlechte Piraten haben schon manchen Spieler mit ihren Fähigkeiten wieder an Bord geholfen. Durch das Wechseln der Kartenhand ist es kaum möglich, über sämtliche Runden vorne mitzumischen. Es ist hart auf hoher See, die Kräfte müssen eingeteilt werden. Das Spiel bleibt spannend bis zum Schluss, Ruchlos nimmt von Runde zu Runde mehr Fahrt auf mit dem Ausbessern der Kartendecks. Besonders hervorheben muss ich die Illustrationen – toll! Ruchlos ist ein flottes, durchdachtes Piratenspiel für Strategiespieler mit ein wenig Erfahrung.

Alles über Ruchlos

Ruchlos| Autor: Roland MacDonald | Illustration: Roland MacDonald | Verlag: Board Game Circus

Spielerzahl: Deckbauspiel für 2 bis 4 Personen
Spieldauer: 45-60 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Piraten, Schätze, grosse Beute
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: geht, aber mehr Konkurrenz belebt das Geschäft
Beste Spielerzahl: 3-4 Spieler
Richtet sich an: Familien, Kenner

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