Sanssouci – Spielkritik

Wenn Adlige durch den imposanten Schlossgarten von Sanssouci möglichst weit lustwandeln, bringt das viele Siegpunkte ein. Das Problem: Der imposante Garten muss zuerst gestaltet werden. Das funktioniert nicht immer nach Plan. Doch welche Pläne gehen schon immer auf?

Sanssouci 1Sanssouci ist ein Legespiel, das nach einfachen Grundregeln verläuft. Erst wird ein Gartenplättchen ausgewählt, das in den eigenen Schlossgarten gebaut wird. Danach spazieren die Adligen ein wenig weiter, wenn sie möchten. Und schon ist der nächste Spieler an der Reihe.
Da es in einem Schlossgarten aber doch meist ordentlich aussieht, bestimmen einige Eckpunkte die Gartengestaltung. Neue Gartenplättchen werden durch Handkarten gewählt. Aus einigen offen ausliegenden Plättchen schränken die Handkarten die Auswahl ein. Motive oder Farben bestimmen nicht nur die Wahl, sondern auch gleich den Bauplatz im eigenen Schlossgarten – ein geschickter Mechanismus. Ein kluger Einsatz der Handkarten zur richtigen Zeit, erlaubt gar die freie Auswahl, der Bauplatz bleibt vorbestimmt. Will oder muss man eine Stelle doppelt bebauen, dreht man das Gartenplättchen auf die Gärtnerseite und legt es waagrecht oder senkrecht in die vorgesehene Baulinie. Diese Stelle wird nun vom Gärtner verschönert und darf nicht mehr von einem Adligen betreten werden.

Sanssouci 2

Von den Adligen halten sich genau 9 Stück im Garten auf. Sie benötigen wohl dringend frische Luft und dürfen sich zwar auf fertigen Wegen bewegen, dabei den Standort jedoch nur senkrecht nach unten verlegen. Je tiefer ein Adliger in den Schlossgarten vordringt, desto mehr Punkte erhält man. Aber auch jede noch so kleine Bewegung erhöht schon das Punktekonto.

Sanssouci 3Nach 18 Runden sind die Handkarten aufgebraucht und der Garten von Sanssouci wird gewertet. Zu den bereits erhaltenen Punkten kommen noch Punkte aus 2 Auftragskarten hinzu.

Erfahrene Spieler setzen die beiliegenden Erweiterungstafeln ein. Auf ihnen sind Felder markiert, die zusätzlich Plus- oder Minuspunkte bringen, wenn man sie entsprechend bebaut. Mit dieser kleinen Erweiterung muss noch exakter geplant werden.

Fazit:
Sanssouci hat einfache Grundregeln und eignet sich daher bestens als Familienspiel. Die verschiedenen, veränderbaren Kombinationen mit Gartenmotiven, Farben und Handkarten machen das Spiel nie langweilig. Klar liegt nicht immer das optimale Gartenplättchen aus, oder die Handkarten zwingen zu einem (vermeintlich) schlechten Griff. Doch das passiert im Laufe der 18 Spielrunden allen Spielern. Dann besteht die Kunst darin, aus wenig viel zu machen, für weitere Spielzüge vorzusorgen und die Adligen irgendwie bei Laune zu halten. Gegen Ende zeigt sich, wer mit den letzten Karten die besten Lücken im Schlossgarten abdecken kann.
Sanssouci ist ein wirklich gelungenes Legespiel, das nicht nur Gartenplanern grossen Spass macht. Es funktioniert in allen Besetzungen. Die Einstiegshürde ist nicht gross. Glück und Planung sind in einem ausgewogenen Verhältnis. Meist bleibt es nicht nur bei einer Partie – es besteht immer Hoffnung auf einen noch perfekteren Schlossgarten.

Sanssouci | Autor: Michael Kiesling | Verlag: Ravensburger
Legespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | ab 8 Jahren | Benötigt: Ein glückliches Händchen bei der Gartengestaltung | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Carlit + Ravensburger AG Schweiz für ein Rezensionsexemplar von Sanssouci!

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