Sarkophag – Spielkritik

Unglaublich, was die alten Ägypter so alles in ihren Sarkophagen versteckten. Da findet man nicht nur Nachbars Katze schön einbandagiert, auch die Putzfrauen hielten sich so ganz schön lange. Von den witzigen Figuren sollte man sich aber nicht blenden lassen – Sarkophag ist ein knallhartes Stichspiel.

SarkophagDie Karten sind von 1 bis 60 durchnummeriert und neben den Zahlenwerten findet man auch kleine Mumienköpfe darauf. Hier unterscheiden sich die Werte nicht so sehr. Es gibt Nuller, Einer, Zweier, Dreier und Fünfer. 10 Karten erhält jeder Spieler zu Beginn. Sind die 10 Runden gespielt, endet die Partie. Der Sarkophag schliesst sich wieder.
Als Startspieler hat man in diesem Spiel für einmal nichts zu befürchten. Der Startspieler legt lediglich eine Karte in die Tischmitte und setzt einen ersten Wert. Der zweite Spieler legt nun richtungsweisend eine weitere Karte dazu und entscheidet gleichzeitig, ob höher oder tiefer als der Startspieler gespielt werden muss.

Jetzt können zwei Szenarien eintreten. Können alle weiteren Spieler der angegebenen Richtung folgen, nehmen wir an, dass höher gespielt wurde, so sticht der Spieler mit dem höchsten Kartenwert. Dasselbe geschieht natürlich mit tieferen Werten: Die kleinste Zahl sticht. Damit kassiert man zwar Karten, entscheidend werden am Ende aber die Mumienköpfe darauf sein. Sind viele Nuller in einem Stich, kümmert das den Spieler also wenig, zudem ist er im nächsten Zug geschützt, da er Startspieler wird.
Schnell kommt es vor, dass einzelne Spieler die Richtungsvorgabe nicht mehr erfüllen können. Statt höher, müssen sie eine tiefere Karte legen. Damit durchbrechen sie das Gesetz und der Spieler mit dem niedrigsten Wert kassiert den Stich.

Sarkophag 2

Bei grösseren Spielrunden ergeben sich damit herrlich schöne Spielzüge. Wer die Mitspieler beobachtet, lenkt das Spiel auf deren Schwachpunkte. Sind grössere Abstände zwischen den einzelnen Werten, entsorgt man schnell viele Mumienköpfe mit einem Wert in der Mitte. Was am Anfang vielleicht als billiger Stich gedacht ist, wird schnell zum reichhaltigen Mumien-Buffet.

Nach 10 gespielten Karten gewinnt, wer am wenigsten Mumienköpfe gesammelt hat. Natürlich kann man Sarkophag auch gleich über mehrere Runden spielen.

Fazit:
Sarkophag überzeugt als schnelles Kartenspiel mit Ärgerpotenzial. Jeder wird wohl im Verlaufe einer Partie Stiche einfahren, doch es gibt eben gute und bessere Stiche. Sarkophag ist schnell erklärt und macht vor allem in grösseren Spielgruppen ab vier Spielern ganz viel Spass. Es spielt sich ein wenig wie das bekannte 6 nimmt, hier darf man aber zusätzlich noch Karten dazwischen ablegen. Gerade die 5er-Karten schenken dabei mächtig ein. Selbst bei vermeintlich schlechten Karten, ist eine Partie noch nicht verloren. Auch wenn man sticht, kommt man als Startspieler in der nächsten Runde ungeschoren davon und kann den Mitspielern erst noch einen netten Startwert legen. Diesen Sarkophag öffnet man gerne häufiger.

Sarkophag | Autor: Michael Feldkötter | Verlag: AMIGO
Stichspiel für 3-6 Spieler | Spieldauer: ab 15 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Taktisches Kartengeschick im verstaubten Metier | Wiederspielreiz: gross

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