Schatten über Camelot – Das Kartenspiel – Spielkritik

Schatten über Camelot – Das Kartenspiel ist ein eigenständiges Spiel und hat mit dem gleichnamigen Brettspiel allenfalls gewisse thematische Gemeinsamkeiten. Die Söhne und Töchter der legendären Ritter der Tafelrunde sollen gemeinsam das Böse besiegen. Das erledigen sie vor allem mit grosser Merkfähigkeit und einer gesunden Portion Skepsis. Denn oft befindet sich auch ein Verräter in der Runde.

Schatten über Camelot 1Gleich zu Beginn des Kartenspiels erhält jeder Nachwuchs-Ritter eine Identität. Die muss man geheim halten. Die meisten Ritter sind Getreue, es könnte sich aber auch ein (in grösseren Spielrunden auch zwei) Verräter unter den Spielern befinden. Die meiste Zeit ihres noch jungen Ritterlebens verbringen die Spieler mit dem Lauschen von Gerüchten. Sie decken dabei Gerüchtekarten auf, sehen sich die Werte des Bösen an und merken sich die Punkte. Es befinden sich 5 verschiedene Gefahren (Pikten, Sachsen, Drachen, Excalibur und heiliger Gral) mit Werten von 1 bis 5 unter den Gerüchtekarten. Leider sieht man nur immer die oberste Karte des Stapels, alle vorangegangenen Gerüchte sind vergänglich, man muss sie sich merken.

Wenn ein Ritter meint, dass sich die Gerüchte einer Gefahrenquelle zu einem Wert von 11, 12, oder 13 verdichtet haben, so kann er bei passender Gelegenheit auf eine Quest begeben und das Böse bekämpfen. Macht er das zum richtigen Zeitpunkt, erhält er neben Ruhm und Ehre auch eine Anzahl weisser Schwerter als Belohnung. Ist die Punktzahl zu tief oder (noch schlimmer) zu hoch, wird er mit schwarzen Schwertern bestraft. Das Böse hält langsam Einzug in Camelot.
Zugleich werden auch alle anderen Gefahren des Ablegestapels überprüft. Überschreitet ein Wert die 14, wird das bestraft. So sollte man jederzeit über die Gefahren informiert sein, da man sonst den richtigen Zeitpunkt einer Quest verpasst.

Schatten über Camelot 3  Schatten über Camelot 2

Nun kennt man bereits 2 Aktionsmöglichkeiten: Eine Gerüchtekarte aufdecken oder auf eine Quest gehen. Als 3. Wahlmöglichkeit eines Spielzugs bleibt noch, einen Verräter zu enttarnen. Das kann jeder Spieler allerdings nur ein Mal in der Partie machen. Liegt er falsch, kassiert man wieder ein schwarzes Schwert.

Morgana, Merlin, Mordred oder Vivien, die Magier des Königreichs, stiften zwischen den Gerüchtekarten noch ordentlich Verwirrung. Sie können Punkte abziehen, Punkte dazuzählen oder man darf auch einmal seine Identität wechseln. Herrscht Morgana, so darf in der Spielrunde kein Wort mehr gewechselt werden. Ein hartes Los.
Da es sonst schon schwierig ist, sich alle Karten zu merken, bringen die Sonderkarten noch einmal Unruhe ins Spiel.
Mit 7 weissen Schwertern gewinnen die Jünglinge der Tafelrunde das Spiel. Liegen 7 schwarze Schwerter aus, so gewinnt das Böse – und der Verräter.

Für Experten liegen dem Spiel noch weitere Ritterkarten bei. Bei verlorenen Quests zieht man eine Ritterkarte, die verschiedene Spielmöglichkeiten zwischen den Aktionen zulassen. Ein lohnenswerter Ausbau für Kenner des Spiels.

Fazit:
Schatten über Camelot – Das Kartenspiel benötigt ein sehr gutes Gedächtnis. Sich all die gespielten Gerüchtewerte zu merken, braucht Konzentration. Spielt man zugleich auch noch den Verräter, der versucht seine Mitspieler zu täuschen, benötigt das schon einige Spielerfahrung. Die Gefahr, dass man auffliegt, ist gross. Doch auch die Getreuen machen Fehler. Die Karten der Magier sorgen immer wieder für Verwirrung. Es ist echt schwierig, den Überblick zu behalten. Und was ist nun echt und was gespielt?
Schatten über Camelot  – Das Kartenspiel ist eine Mischung aus Memory, Bluff und Kooperation. Wer gerne Merkspiele spielt, erlebt auf Camelot spannenden und abwechslungsreichen Spielspass.

Schatten über Camelot – Das Kartenspiel | Autoren: Serge Laget & Bruno Cathala | Verlag: Days of Wonder
Kartenspiel für 1-7 Personen | Spieldauer: 30 – 45 Minuten | Benötigt: Gedächtnis, Überblick und Furchtlosigkeit | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und Days of Wonder für ein Rezensionsexemplar von Schatten über Camelot – Das Kartenspiel!

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Hallo Funfairist
      Da habt ihr Fritten wohl das Spiel in zu heissem Öl gekocht ;-) Ich habe eure Meinung gelesen und kann das schon verstehen. Wer keine Merkspiele mag, sollte nicht zu diesem Kartenspiel greifen. Den Vergleich zum Brettspiel habe ich bewusst vermieden. Es ist ein eigenständiges Spiel mit kürzerer Spieldauer, das vor allem von den unterschiedlichen Rollen (Verräter und Getreuen) lebt und deren Interpretation. Falschinformationen zu streuen, ohne dass es auffällt – das ist gar nicht so einfach. Dieses Rollenspiel und dessen Auswirkungen sind in den Testrunden immer sehr gut angekommen. Aber es bleibt trotzdem viel Kopfarbeit!

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