Schnattergei – Spielkritik

Kartenspiele von Haim Shafir haben oft eines gemeinsam: Sie sind schnell und man muss konzentriert zu Werke gehen. So ist das auch bei Schnattergei, einem reaktionsschnellen Kartenspiel von AMIGO.

Schnattergei

Die Spielkarten sind minimalistisch illustriert, aber irgendwie farblich total daneben. Das gehört zum Konzept von Schnattergei. Bekannte Symbole von Erdbeere, Banane, Elefant, Kakao, Karotte und Paprika erscheinen in völlig falschen Farben. Dazu kommt der lustige Vogel, der Schnattergei. Vorbereitet wird das Kartenspiel wie Halli Galli, übrigens auch ein Spiel von Haim Shafir. Alle erhalten einen Kartenstapel, den man verdeckt vor sich auslegt. Gleich deckt man reihum Karten auf, gut sichtbar für alle Spieler auf einen gemeinsamen Ablagestapel in der Tischmitte. Schon ist man startklar.

Schnattergei ist ein Verwirrspiel. Man sieht gewisse Dinge, muss aber total anders reagieren. Das sorgt schon innert kürzester Zeit für witzige Situationen, wenn man seine Sinne nicht beisammen hat. Daher ist es wichtig, dass man die Karten so aufdeckt, dass alle Mitspieler sie gleichzeitig sehen können, sonst sorgt das für ein spielerisches Ungleichgewicht.

Schauen wir uns doch die möglichen Reaktionen an. Dazu muss man sich lediglich ein paar Farben merken. Deckt man eine Karte mit einem gelben Symbol auf, ruft man „Banane“. Rot steht für Erdbeere, blau für Elefant und braun für Kakao – ganz einfach. Wendet man also einen braunen Elefanten, ruft man „Kakao“. Es ist nur die Farbe entscheidend. Ganz gemein haben sich eine Karotte und eine Paprika unter die Bilder gemischt. Die nennt man nie! Es sind reine Störkarten.

Schnattergei

Kommt ein Schnattergei ins Spiel, plappert der alles nach und man nennt dasselbe Wort, wie der spielerische Vorgänger – egal welche Farbe der Schnattergei besitzt.

Erscheint ein Motiv doppelt, sind alle Mitspieler gefragt. Blitzschnell haut man mit einer Hand auf den Kartenstapel. Wer am schnellsten war, nimmt die Karten zu sich und legt sie unter den eigenen Stapel.

Schnattergei lebt von seinen Fehlern, die in der Hektik begangen werden. Ein falsches Motiv rufen, fälschlicherweise auf den Stapel hauen, einen Mitspieler eines Fehlers beschuldigen oder zu lange zögern – das alles wird bestraft. Man legt die obersten zwei Karten des eigenen Stapels unter den Ablagestapel.

Schnattergei

Hat man seine letzte Karte abgelegt, spielt man mit der letzten Chance weiter. Man legt zwar keine Karte mehr ab, kann bei einer Doppelung aber noch eingreifen und mit frischen Karten wieder ans Werk gehen. Gewinnt ein anderer Spieler die letzte Chance, endet die Partie. Wer am meisten Karten besitzt, gewinnt Schnattergei. Im Spiel zu zweit, endet das Spiel sofort, wenn jemand die letzte Karte gelegt hat.


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Fazit

Schnattergei erfindet das Rad der Reaktionsspiele nicht neu. Es gibt eine Reihe solcher Spiele, bei denen man jederzeit wachsam sein und die passende Reaktion liefern muss. Doch Schnattergei ist mit seinen Möglichkeiten überschaubar. Daher ist es auch ein Kinderspiel und gut ab 6 Jahren spielbar. Farben beachten, Wörter wiederholen oder auf den Stapel hauen – es ist eigentlich ganz einfach, doch die Hektik schlägt manchem Spieler ein Schnippchen. Konzentration und Reaktion sind gefragt, beide Eigenschaften lassen sich mit dem Kartenspiel gut mit Kindern trainieren. Durch die kurze Spieldauer eignet es sich sehr gut für den Unterricht. Mit wenigen Erklärungen steckt man schon mitten in der ersten Partie. Ein bisschen Konkurrenz darf bei Schnattergei schon sein. Zu zweit finde ich es zu direkt, wenn die Stärkenverhältnisse klar verteilt sind. Es gibt tatsächlich richtige Spezialisten für diese Art von Spielen. Aber man soll ja nie aufgeben und kann mit Schnattergei an seinen Skills arbeiten.

Alles über Schnattergei

Schnattergei | Autor: Haim Shafir | Illustrationen: Marina Zlochin | Verlag: AMIGO

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 6 Jahren
Benötigt: Reaktion und Konzentration
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: ok
Beste Spielerzahl: 3 – 4 Personen
Richtet sich an: Kinder, Familie

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