Sea of Clouds – Spielkritik

Im wunderschönen Sea of Clouds segelt man als Luftpirat durch die Wolken und rafft sich zusammen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die eigene Sammlung wächst von Runde zu Runde an. Entscheidet man immer richtig?

Sea of Clouds ist ein Karten-Sammelspiel. In jeder Runde findet man neue Karten, die man an das eigene Spielertableau anlegt. Dabei verstärkt man sich in ganz unterschiedlichen Bereichen. Soll es eine starke Crew sein? So wählt man Piratenkarten, die in den Enter-Runden sicher ein paar nette Effekte ausleben können. Ist man eher der Sammler? So bedient man sich bei den passenden Relikten oder dem Rum. Durch das Sammeln können am Ende des Spiels unterschiedlich viele Punkte dazu kommen. Von einigen Dingen benötigt man die die Mehrheit, von anderen einfach möglichst viel, wieder andere bringen direkte Punkte ein. Oder liebt man Geheimnisse? So wählt man Karten, deren Effekte erst später zum Tragen kommen. Auch einmalige Sofortaktionen findet man dort.

Doch wie kommt man zu den Karten? Am Haupttableau liegen drei verdeckte Kartenstapel. Ist man am Zug, nimmt man sich den ersten Stapel, sieht sich die Karten an und entscheidet, ob man sie zu sich nehmen will. Wenn ja, sind die Karten weg, eine neue kommt dafür verdeckt ins Spiel und der nächste Pirat sucht sich seine Beute. Ist man mit Stapel 1 nicht zufrieden, legt man eine weitere Karte vom Nachziehstapel dazu und wendet sich Stapel 2 zu. Wieder sieht man sich die Karten an und entscheidet. Zur Not liegt da noch Stapel 3. Aber findet man dort wirklich, was man sucht? Denn das Piratenleben ist nicht immer einfach. Es gibt auch schlechte Karten. Einen Fluch beispielsweise wünscht man sich nicht unbedingt. Verzichtet man auch auf Stapel 3, zieht man die oberste Karte des Nachziehstapels. Man muss nehmen, was es gibt. Einen kleinen Tipp erhalten die Piraten: An der Rückseite der Karten erkennt man, um welche Sorte es sich handelt. Trotzdem ist die Überraschung gross.

Nach gewissen Spielrunden duellieren sich die Crews der Piraten. Ähnlich wie bei 7 Wonders vergleicht man die Stärke der eigenen Mannschaft mit denen der Nachbarn. Die Sieger erhalten Geld, Rum oder klauen auch mal. Nach jeder Schlacht verliert man die Mannschaft und hat Zeit bis zur nächsten, um sich eine neue aufzubauen.

Erreicht der Rundenanzeiger die letzte Insel, ist Schluss. Wer am meisten Siegpunkte aus seiner Sammlung und dem Geld generiert, wird zum neuen Piratenkönig ernannt.

Fazit

Sea of Clouds ist ein wunderschön gestaltetes Spiel. Die Luftpiraten fliegen direkt in die Herzen der Spieler. Die Spielregeln sind einfach, viel Bewegung kommt durch die Karten ins Spiel, die man Runde für Runde sammelt. Die sollte man mit Bedacht auswählen, doch der Ehrgeiz und die Gier locken die Spieler oft aus ihren Reserven. Es wird schon seinen Grund haben, weshalb ein Stapel lange liegen bleibt. Ein Kartenstapel kann höchstens drei Karten aufnehmen, danach wird mit Geld aufgestockt. Irgendwann ist das Schmerzensgeld so hoch, dass plötzlich doch noch ein Pirat zuschlägt. In den ersten Partien staunen die Spieler immer über die Vielfalt der Karten, die auch durch Seeräuber-Humor glänzt. Kennt man nach einigen Partien die Ereignisse, kann man sich ein wenig darauf vorbereiten. Trotzdem weiss man nie, wann sie ins Spiel kommen. Sea of Clouds ist ein lockeres Familienspiel, bei dem das Glück mit den Kartenkombinationen mitspielt. In jeder Runde steht man vor der Entscheidung, wann man bei der Kartenwahl am besten aussteigt. Oft muss man Kompromisse eingehen. Luftpiraten haben ein recht abwechslungsreiches Leben.

Sea of Clouds | Autor: Théo Rivière | Verlag: Iello
Spiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 40 Minuten | Ab 10 Jahren | Benötigt: Selbstdisziplin im Piratenalltag | Wiederspielreiz: gross

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