Showtime – Spielkritik

Hand aufs Herz: Wer hat sich im Kinosaal nicht schon über das Publikum gewundert, geärgert, belustigt oder einfach gestaunt? Bei Showtime sucht man die besten Plätze für seine Kinogänger, um den Film ganz in Ruhe zu geniessen.

Showtime

Showtime spielt mit unterschiedlichsten Charakteren, die sich im Kinosaal vereinen. Und obwohl der Verlag ausdrücklich auf die Zufälligkeit bei der Charakterwahl pocht: Man kennt sie aus eigener Erfahrung, die Figuren auf den Karten. Jeder Spieler erhält die 16 gleichen Charaktere, von denen jedoch immer nur 4 zufällig auf der Hand sind. Was gibt es da alles? Neben einigen „normalen“ Kinobesuchern findet man beispielsweise Leo Lulatsch. Wer hinter ihm sitzt, sieht nix. Heino Horch geniesst den Film nur in der ersten Reihe, er hört schlecht. Sophie Schnulze vertreibt als ältere Dame Besucher auf die Nachbarsitze. Man ist ja schliesslich ein Gentleman. Benny Blase nervt die ganze Reihe, wenn er innen sitzt und dauernd aufs Klo muss. Es sammeln sich so einige Probleme im Saal, die alle gelöst werden wollen.

Gespielt wird über drei Runden. Drei Mal füllt man den Kinosaal und zeigt unterschiedliche Filme. Der Reihe nach platzieren die Spieler einen Kinogänger auf einem der freien Sitze. Die erste Möglichkeit zu punkten: Jeder Charakter hat seine persönliche Vorliebe. Schaut sich einer seinen Wunschfilm an, bringt das sofort zwei Punkte ein. Die Effekte der einzelnen Personen sind natürlich ebenso wichtig. Einige müssen sofort befolgt werden, andere werten Nachbarplätze erst am Ende der aktuellen Runde auf oder ab. Man sollte immer gut darauf achten, wo man sich hinsetzt.

Showtime
Nur noch wenige Sitze sind frei.

Sind alle Plätze belegt, beginnt die Rundenwertung. Nicht alle Plätze sind gleich gut, es ist wie im richtigen Kino. Als Grundwert erhält man schon einmal Vergnügungspunkte. Die sind hinten in der Mitte höher als vorne am Rand. Doch darauf hat man sicher schon bei der Platzierung geachtet. Hinzu kommen Punkte aus den Charakter-Effekten. Am besten rechnet man jeden Besucher der Reihe nach ab und schreibt die Punkte dem jeweiligen Spieler gut. Es gibt Konstellationen, da ist die Beeinflussung echt gross.

Nach der ersten Abrechnung wird der Saal geräumt, der nächste Film soll pünktlich beginnen. Das Thema des Films zieht man zufällig. Nach drei Filmen ist Schluss. Wer dann punktemässig am weitesten vorne steht, gewinnt Showtime.

Showtime
Gedränge an der Kasse

In meiner Spielschachtel befanden sich noch vier zusätzliche Charaktere. Lasst euch überraschen von den Auswirkungen von Knoblauch-Gary oder dem schlafenden Nick. Charakterlich scheint das Thema definitiv noch nicht ausgereizt zu sein. Die Diskussionen am Spieltisch beweisen das.
Wer es ein wenig taktischer liebt, einigt sich auf 12 Kinobesucher. Dann gibt es keine Ausreden mehr und alle wissen, was von den Mitspielern noch ins Spiel kommen muss.


Spielend auf dem Laufenden sein? Kein Problem, mit dem Newsletter von brettspielblog.ch.
Hier für den Newsletter anmelden


Fazit

Showtime ist ein witziges Familienspiel mit einem gewissen Hang zur Realität. Die Charaktere sind lustig, der Wiedererkennungswert ist hoch. Nach einer Partie weiss man auch, wie sich die Figuren verhalten. Die Symbole auf den Karten lassen keine Fragen offen. Showtime ist eine Mischung aus strategischem Kartenlegen, schadenfreudigem Ärgern der Mitspieler und ein wenig Kartenglück. Nicht alle Charaktere kommen ins Spiel. Wer sich merken kann, was von den Mitspielern noch aussteht, passt seine Spielweise ein wenig an. Kleine Entscheidungen bleiben immer: Mitspieler ärgern oder lieber Punkte sichern mit dem passenden Film oder einem guten Sitzplatz? Der Kinosaal ist flexibel und passt sich der Spielerzahl an. Mit den beigelegten Special Guests vergrössert sich die Charakterzahl. Spielen alle mit denselben 12 Charakteren entwickelt sich ein offener Schlagabtausch, der tatsächlich ein kleines taktisches Element in das Familienspiel bringt. It’s Showtime!

Alles über Showtime

Showtime | Autoren: Anna Oppolzer, Stefan Kloss | Illustration: Christian Fiore | Verlag: Pegasus Spiele

Spielerzahl: Karten-Legespiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 20 – 40 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Charakterstärke bei der Sitzplatzwahl
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: gut, aber Konkurrenz belebt das Geschäft
Beste Spielerzahl: 3-4 Spieler
Richtet sich an: Familien

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.