Silver Amulett – Spielkritik

Werwölfe lauern den Dorfbewohnern auf. Wer vertreibt die Kreaturen wieder? Silver Amulett ist ein Kartenaufdeckspiel nach bekanntem Muster, das von den Dorfbewohnern und ihren Fähigkeiten zusätzlichen Schwung erhält.

Silver Amulett

Kartenaufdeckspiele liegen aktuell voll im Trend. Beinahe jeder Verlag führt eines im Sortiment. Sie unterscheiden sich allenfalls in der Wahl der Zielgruppe. Silver Amulett ist durch die Karteneffekte eher auf der anspruchsvollen Seite, ohne jedoch komplex zu werden. Jeder Spieler startet mit seinem Dorf aus 5 verdeckten Karten. Zwei davon darf man sich vorab geheim ansehen. Die Karten simulieren Dorfbewohner mit unterschiedlichen Zahlenwerten und Fähigkeiten. Am Ende einer Partie sollten die Zahlenwerte möglichst gering sein, denn sie sind gleichbedeutend mit den Werwölfen, die man im Dorf hat. Daher ist der Auftrag klar: Optimieren!

Wie man es aus Spielen wie Skyjo oder Allegra kennt, tauscht man Runde für Runde seine Karten aus. Die Grundmuster bei Silver Amulett sind: Eine Karte vom Nachziehstapel sieht man sich erst an und legt sie entweder im Austausch verdeckt in sein Dorf, oder man wirft sie offen auf den Ablagestapel. Auch beim Ablagestapel kann man sich bedienen. Diese Karten legt man offen in sein Dorf. Diese Mechanismen kennt man aus ähnlichen Spielen.

Was macht Silver Amulett speziell? Nun, man kann mehrere Karten gleichzeitig austauschen. Dazu benennt man im eigenen Dorf Karten mit demselben Wert und tauscht sie allesamt gegen eine neue. Doch Vorsicht, bei offenen Karten ist das kein Problem, verdeckte Karten muss man erst richtig benennen, sonst erhält man eine Strafkarte. Und dann wären da noch die Eigenschaften der Dorfbewohner. Jede Karte bietet eine Spezialaktion an, die ihre Wirkung dauerhaft, beim Abwurf oder beim Austausch entfaltet.

Silver Amulett

Ein wenig fies: Je grösser die Werte der Dorfbewohner, desto besser sind ihre Eigenschaften. Daher sammelt man gerne zu Beginn hohe Karten, muss sie aber rechtzeitig wieder loswerden. Unter den Fähigkeiten findet man wiederum bekannte Elemente: Karten ansehen, Karten tauschen, Karten aufdecken etc. Es sind, wie so häufig, die Kleinigkeiten zur richtigen Zeit, die das besondere Spielerlebnis ausmachen. Besonders erwähnenswert sind die Dorfbewohner mit dem Wert 0. Liegen beide offen in einer Auslage, endet die Partie sofort und es wird abgerechnet.

Eine Endabrechnung kann von einem beliebigen Spieler eingefordert werden, er muss allerdings 4 oder weniger Karten in seinem Dorf haben. Bei der Abrechnung zählen die Werwolfpunkte. Wer in Summe die wenigsten Punkte besitzt, entscheidet die Runde für sich. Wer die Abrechnung ausruft, MUSS am wenigsten Punkte besitzen, sonst gibt es noch Strafpunkte obendrauf. Das Ausrufen des Spielendes inklusive Rundensieg lohnt sich übrigens doppelt: Man erhält das Silber-Amulett, mit dem man in der nächsten Runde eine Karte gegen jeden Unfug aller Spieler schützt.

Nach insgesamt 4 Spielrunden ist Schluss. Wer die wenigsten Werwölfe für sich notiert hat, gewinnt Silver Amulett.


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Fazit

Ich habe in einem Spielejahr noch selten derart viele ähnliche Spielmechanismen gesehen, wie dieses Jahr. Die Reihe ist mittlerweile lang und auch Silver Amulett gehört in diese Kategorie der Kartenaufdeck- und Optimierspiele. Viele Elemente sind bekannt: Neue Karten holen, offen oder verdeckt auslegen, eine möglichst geringe Punktezahl sammeln. Die besondere Eigenschaft von Silver Amulett sind die Dorfbewohner, die mit zusätzlichen Aktionen das Kartenspiel ein wenig anspruchsvoller machen als die bekannten Vorgänger. Man muss seinen Kopf bei der Sache haben, wenn gewisse Aktionen beim Abwerfen, andere in der Auslage und dritte beim Karten minimieren eintreten. Es benötigt ein paar Spielrunden Zeit, bis man die vielen Möglichkeiten der Bewohner durchschaut hat. Das bringt aber klar mehr Strategie ins Spiel, als bei einem Spiel wie Skyjo. Ab Runde zwei mischt auch der Memo-Effekt noch mit. Da man sich seine verdeckten Karten merken muss, weiss man bald nicht mehr, in welcher Runde man seine Dorfbewohner gesehen hat. Das Urteil ist klar: Wem die Aufdeckspiele gefallen und wer sich mehr Pfiff in der Partie wünscht, der kommt nicht an Silver Amulett vorbei. Es liefert das spielerische Plus zum bekannten Mechanismus.

Alles über Silver Amulett

Silver Amulett | Autor: Ted Alspach | Illustration: Andrey Gordeev | Verlag: Ravensburger

Spielerzahl: Kartenspiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer: 45 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Dorfbewohner mit wenig Anziehungskraft
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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