Skull King – Spielkritik

Eilte den Piraten von damals ein total falscher Ruf voraus? Fanden die richtigen Schlachten nicht auf dem Meer, sondern am Spieltisch im Gasthaus statt? Zumindest werden einige von ihnen dort ihre schwer erkämpften Schätze wieder verspielt haben. Denn bei Skull King stechen nur Piraten, die wissen, wie viel sie stechen.

Skull KingDas Spielprinzip von Skull King ist nicht ganz neu. Das Kartenspiel im Piraten-Look ist ein reines Stichspiel mit Ansage. In exakt 10 Spielrunden steigert sich die Kartenanzahl in der Hand von 1-10. Nach einer kurzen Bedenkzeit und dem Piratenschlachtruf geben alle spielenden Piraten mit ihren Fingern die vermutete Anzahl der Stiche bekannt. Gleich danach geht es in die Stichrunden nach bewährtem Schema. Eine angespielte Farbe muss bedient werden. Der höchste Wert sticht und Schwarz sticht sie alle. Na ja, fast alle. Denn da gibt es noch so einige Sonderkarten.
Die Escape-Karte ist immer gut, um sich zurück zu ziehen. Funktioniert meistens, wenn nicht alle gleichzeitig eine Escape-Karte spielen.
Die Mermaid ist höher als alle Farben und schlägt als Einzige den Skull King.
Piraten sind höher als Farben und die Mermaid, ausser die Mermaid flirtet gerade mit dem Skull King.
Die Scary Mary kann, je nach Stimmung, als Pirat oder Escape eingesetzt werden.
Der Skull King schlägt sie eigentlich alle. Eigentlich – aber diese Mermaids…

Skull King 2

Sonderkarten dürfen immer gespielt werden, Farben müssen bedient werden. Aufmerksame Leser haben schon bemerkt. Jeder Pirat hat so seine Schwächen. Genau davon lebt Skull King, von der berechnenden Unberechenbarkeit. Mit wenigen Karten in der Hand lässt sich vermeintlich besser planen, als gegen Ende mit 10 Karten.

Am Ende zählen auf jeden Fall die Stiche. Stimmen sie mit der gemachten Ansage von vor dem Spiel überein, erhält man 20 Punkte pro gewonnenem Stich. Verfehlungen werden mit 10 Minuspunkten pro Stich bestraft. Keinen Stich anzusagen ist risikoreicher, man erhält 10 Punkte pro Spielrunde – aber eben auch im Minusbereich, wenn man scheitert.
Zudem kann man sich noch Bonuspunkte verdienen, wenn der Skull King Piraten fängt oder die Mermaid den Skull King zur Strecke bringt. Mut wurde bei den Piraten schon immer belohnt.

Fazit:
Skull King ist ein wirklich schönes, leicht abenteuerliches Stichspiel. Bis zur letzten Runde spielen die Piraten um den Sieg, die Punktevergabe ist sehr ausgeglichen und holt einen davongeeilten Piraten schnell wieder vom Schiff. Die Spielregeln und die Kartenwerte sind nach kurzer Eingewöhnungszeit klar. Schnell weiss man, wo die Punkte zu holen sind. Und auch die Spielzeit ist kurz und knackig, die Kartenrunden steigern sich langsam bis zum Finale. Das Kartenglück spielt natürlich auch eine Rolle. Selbst bei den Piraten galt: Man ist nur so gut, wie man seine eigenen Karten spielt. Mit einer geschickten Ansage lässt sich vielleicht das Schlimmste verhindern. Skull King lebt von der Spannung der noch kommenden Karten. Und wie schon erwähnt: Ganz am Ende muss der Plan aufgehen. Das ist bei Skull King immer möglich.

Skull King | Autor: Brent Beck | Verlag: Schmidt Spiele
Stichspiel für 2-6 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Piraten? Den Skull King? Oder doch die Mermaid? | Wiederspielreiz: gross

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