Sleeping Queens – Spielkritik

Schlafende Königinnen, die geweckt werden müssen. Ritter, Drachen, Schlaftrank und Hofnarr – was tatsächlich märchenhaft klingt und auch aus der Feder der Gebrüder Grimm stammen könnte, hat die kleine Miranda Evarts erfunden. Und mit Hilfe ihrer ganzen Familie entstand Sleeping Queens. Und das ist kein Märchen.

Sleeping Queens 1Das Kartenspiel hat einen klaren Auftrag: Wecke die schlafenden Königinnen! Gleich zwölf von ihnen schlafen verdeckt und geheim auf dem Spieltisch. Sie sind mit Punktzahlen zwischen 5 und 20 versehen und warten auf den königlichen Weckdienst. Mit 5 Handkarten versuchen die Spieler die Königinnen zu wecken und zu erobern. Denn nur wer genügend Königinnen oder eine genügend hohe Punktzahl erreicht, kann das Herz seiner vielen Frauen erobern.

Mit den Spielkarten lässt sich einiges anstellen. Der Reihe nach legt jeder Spieler eine Karte ab und führt ihre Aktion aus. Könige wecken eine beliebige Königin auf. Man deckt eine Karte auf und nimmt sie zu sich, in der Hoffnung ganz viele Punkte zu finden. Mit einem Ritter kann man die Königin eines Mitspielers entführen. Ein Drache vereitelt die Aktion des Ritters und beschützt die Königin. Der Schlaftrank versetzt eine bereits geweckte Königin wieder in den Tiefschlaf – und damit verdeckt zurück auf den Spieltisch. Der Zauberstab macht den Schlaftrank unschädlich. Zahlenkarten lösen keine Aktion aus. Na ja, fast keine. Der Hofnarr lüftet später das Geheimnis. Zahlenkarten sind in erster Linie Ballast auf der Hand des Spielers. Man kann sie in unterschiedlicher Anzahl abwerfen, um neue Karten vom Nachziehstapel zu nehmen. Am schlechtesten fährt man, wenn man eine einzelne Karte abwirft. Besser wird es, wenn man zwei gleiche Karten weglegt. Noch schöner ist es, mit einer kleinen Addition gleich drei Karten zu entsorgen (2 + 3 = 5). Die neuen Karten werden hoffentlich besser sein.

Sleeping Queens 2

Bleibt noch der Hofnarr. Er kann tatsächlich Laune machen. Spielt man ihn, darf man sofort eine Karte nachziehen. Ist es eine Aktionskarte, erhält man einen zusätzlichen Spielzug. Ist es eine Zahlenkarte, zählt man den Kartenwert an allen Spielern ab. Bei einer 3 darf der dritte Spieler eine Königin wecken. An dieser Aktion hat doch nicht nur der Hofnarr seinen Spass…

Sleeping Queens 3

Auch einige Königinnen haben ihre speziellen Eigenschaften. Die Rosenkönigin scheint einen derartigen Duft zu versprühen, dass sie gleich noch eine weitere Königin weckt. Dafür vertragen sich Hund- und Katzenkönigin überhaupt nicht. Sie dürfen niemals den selben Besitzer haben.

Das Spiel endet, je nach Spieleranzahl, mit einer bestimmten Anzahl an Punkten oder Königinnen. Sind alle Königinnen geweckt, ohne dass ein Spieler das vorgegebene Ziel erreicht hat, gewinnt die höchste Punktzahl.

Fazit:
Sleeping Queens ist zauberhaft. Die Entstehungsgeschichte entlockt ein erstes Lächeln. Die Illustrationen sind ein Traum. Mein Favorit: Der angeknabberte Pfannkuchenkönig. Spielerisch bewegt man sich im unterhaltsamen Familienbereich. Glück, Interaktion und ein kleiner Ärgerfaktor sorgen für Betrieb am Spieltisch. Hier wird gerechnet, dort werden Abwehrkräfte gebündelt. Den Hofnarr sollte man mit Bedacht einsetzen. Gegen Ende kann er auch einem Mitspieler die letzte Königin vermitteln. Eingängige Regeln und die kurze Spielzeit bringen immer eine Folgepartie, auch wenn die Karten einmal überhaupt nicht das bringen, was man gerade sucht. Meist sind Aktions- und Zahlenkarten aber ausgewogen vorhanden und ganz oft legt man mehr als eine Karte weg, um die eigene Kartenhand auszuwechseln. Und so spielt sich Sleeping Queens eben doch wie ein Märchen.

Sleeping Queens | Autoren: Miranda Evarts und Familie | Verlag: Game Factory
Kartenspiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Ab 7 Jahren | Benötigt: Aufgeweckte Spieler mit ebensolchen Königinnen | Wiederspielreiz: gross 

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für die Kritik von Sleeping Queens. Ich wollte mir schon immer mehr Informationen darüber im Internet holen und bin dabei auf diesen Blogartikel gestossen. Es klingt wirklich zauberhaft und verlockend. Auch die Bilder regen meine Spielphantasie sehr an. Es ist doch schön, sich wie in einem Märchen zu fühlen.

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