Space Dragons – Spielkritik

Im Weltall ist ja einiges möglich. Eine Drachenjagd hätte ich dort allerdings zuletzt vermutet. Nun, mit der richtigen Crew lässt sich auch das bewerkstelligen. Space Dragons ist ein Stichspiel mit Sammelfaktor.

Space Dragons

Das Kartenspiel kommt mit nur zwei Arten von Karten aus, nutzt aber die Rückseiten zusätzlich für das Raumschiff, Schutzschilde und Schäden. Space Dragons hat zwei Phasen. Erst heuert man die Crew an. Das geschieht mit einem Drafting-System. 80 Crewmitglieder warten auf ihren Einsatz. Alle haben unterschiedliche Fähigkeiten und Kartenwerte von 1 bis 80. Das Zusammenstellen der Karten ist zentral für die zweite Phase. Dort startet die Drachenjagd mit einem reinen Stichspiel, das sehr gradlinig abläuft. 7 Drachen müssen besiegt werden, die am Ende Punkte bringen. 3 Wertungskarten sorgen für weiteren Punktezuwachs im All.

In der ersten Phase stehen die Crewmitglieder im Zentrum. Sie bringen ihre Fähigkeiten mit in den Bereichen Wissenschaft, Stimmung und Kriminalität. Zudem ihren Kartenwert, der für die zweite Phase ausschlaggebend ist. Jeder Spieler erhält zufällig neun Karten, von denen er eine auswählt. Die restlichen Karten reicht man nach links weiter und wählt die nächste Karte. So holt man sich Karte für Karte seine Crew auf die Hand. Die Mischung muss natürlich stimmen, schliesslich will man ein schlagkräftiges Team besitzen – und das in jeder Beziehung. Von den neuen Crewmitgliedern kommen in der zweiten Phase übrigens nur sieben zum Einsatz.

Space Dragons

Nach der Auswahl der eigenen Crew startet die Drachenjagd. Im Drachenhort liegen 7 zufällige Drachen. Mit dem Umdrehen der ersten Karte ist die Jagd eröffnet. Es beginnt ein direktes Stichspiel. Jeder Spieler legt ein Crewmitglied offen aus. Der höchste Wert holt die Drachenkarte zu sich. Die Crewmitglieder besitzen aber spezielle Effekte, die man beim Ausspielen auslöst. So legt man seiner Raumschiffkarte ein Schild an oder verursacht bei der Jagd Schaden. Mit den Kartenrückseiten macht man das schnell am eigenen Raumschiff sichtbar, indem man die Karte quer darunter schiebt. Ein Schild schützt vor neuem Schaden. Und sogar bereits entstandener Schaden kann mit Werkzeugen repariert werden – ebenfalls auf den Crew-Karten zu finden.

Das Fadenkreuz als letzter möglicher Effekt wertet man immer am Schluss einer Runde aus. Wer sich den Stich mit dem höchsten Wert sichert, muss für jedes ausliegende Fadenkreuz ein Schild entfernen. Liegt kein Schild mehr, nimmt das Raumschiff Schaden. Achtung: Fadenkreuze auf der eigenen Karte zählen nicht, wenn man sich den Stich holt.

Space Dragons

Nach 7 Stichrunden ist die Jagd bei Space Dragons auch schon vorbei. Nun zählt man die Punkte, die es an unterschiedlichen Orten zu holen gibt. Die Wertungskarten bringen Plus- oder Minuspunkte in den Bereichen Wissenschaft, Stimmung und Kriminalität – je nachdem, ob man gut oder schlecht bei der Sammlung dieser Symbole abgeschnitten hat. Unter den Crewkarten oder den Drachen findet man diese Symbole im Spiel. Sämtliche Karten können zudem selber Punkte bringen oder verlieren, der Zustand des Raumschiffs wird ebenfalls dazu gerechnet.
Wer die meisten Punkte besitzt, hat sich die schlagkräftigste Crew zusammengestellt und sie am besten eingesetzt.


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Fazit

Space Dragons ist ein Spiel in 2 Phasen und die zieht es gradlinig durch. Erst startet ein astreines Karten-Drafting, bei dem man sich seine Crew zusammenstellt. Damit ist man selber für sein spielerisches Glück zuständig. In der zweiten Phase ist es ein ganz simples Stichspiel. Der höchste Wert holt sich die Drachen. Es fragt sich nur: Will man die überhaupt? Werfen die Mitspieler noch Fadenkreuze ins Rennen und erzeugen mehr Schaden als die Punkte des Drachen. Und schliesslich locken noch die Sammelpunkte für die drei Wertungen am Ende. Mit der Durchmischung der Crewkarten, den wechselnden Drachen und der möglichen Wertungsänderungen spielt sich Space Dragons (ab 11.09 Euro) in jeder Partie ein wenig anders. Obwohl das Spiel vom Mechanismus gradlinig verläuft, kann man das im eigenen Spiel nicht so praktizieren. Man muss sich den Gegebenheiten anpassen und sich überlegen, welche Ziele man anvisieren möchte. Das kann auch einmal nicht die Jagd sein. Die spielerische Mischung gefällt mir auf jeden Fall sehr gut. Space Dragons ist ein pfiffiges, kleines Stichspiel.

Alles über Space Dragons

Space Dragons | Autor: Richi Haarhoff | Illustrationen: Florian Biege | Verlag: Edition Spielwiese

Spielerzahl: Stichspiel für 3 – 5 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Eine stichfeste Crew
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel
Beste Spielerzahl: 3 – 5 Personen
Richtet sich an: Familie

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