Spyrium – Spielkritik

Spyrium, alle wollen Spyrium. Die Kristalle können zur Energiegewinnung eingesetzt werden. Die Wirtschaft boomt. Jeder Spieler versucht, am wirtschaftlichen Höhenflug teilzunehmen und sein Imperium aufzubauen und zu vergrössern. Geschickt werden die eigenen Arbeiter eingesetzt, um an Spyrium, Geld und Gebäude zu gelangen.

Spyrium 1Das industrielle Wettrüsten findet an drei Schauplätzen statt. Beim Spielplan werden die Siegpunkte eingetragen, Ereignisse festgelegt und Spielphasen bestimmt. Neben der Basiskarte baut jeder Spieler an seinem Imperium und legt Patente an. Doch zentral in der Tischmitte liegen immer 9 Karten, um die man spielt.
Eine Partie Spyrium dauert 6 Runden lang, oder in Zeit gerechnet: 3 Epochen. Gespielt wird mit Geld und den Spyrium-Kristallen. Mit ihnen kauft man sich Gebäude und Siegpunkte.

Spyrium ist in 2 Phasen eingeteilt. In der Platzierungsphase setzt man seine Arbeiter oder nutzt ein aktuelles Ereignis. In der Aktivierungsphase zieht man die eigenen Arbeiter wieder ab und verdient Geld, aktiviert Karten oder nutzt bereits gebaute Gebäude. Hier erlebt man bereits den ersten tollen Mechanismus des Spiels: Der Spieler entscheidet selber, wann er die Spielphase wechselt. Es gibt auf jeden Fall kein Zurück mehr. Hier lässt sich ordentlich Druck auf die Mitspieler ausüben. Wer schnell wechselt, kommt eher an die guten Karten in Phase 2.
Spyrium 3Zweites Highlight: Die Arbeiter werden in der Platzierungsphase zwischen die Karten in der Auslage gesetzt. In der Aktivierungsphase kann man die benachbarten Karten nutzen – wenn sie noch da sind. Die Karten (Gebäude oder Spezialisten) haben ihren Preis. Der erhöht sich zusätzlich noch pro umliegendem Arbeiter. Was bedeutet: Wer schnell kauft, zahlt einen höheren Preis. Auch bluffen ist bei Spyrium erlaubt. Ein Arbeiter kann unverrichteter Dinge wieder abgezogen werden, dafür erhält man Geld für jeden Arbeiter, der noch um dieselbe Karte steht. Und von dieser Spannung lebt Spyrium. Meint man es Ernst? Möchte man sich eine gute Karte sichern oder einfach nur ans grosse Geld kommen?
Wenn alle Spieler ihre Arbeiter genutzt haben und passen, endet eine Spielrunde, die nächste startet mit neuen Karten in der Auslage.

Spyrium 2Mit den Gebäudekarten baut man sich sein eigenes Imperium auf, Spezialisten kann man nutzen, um sich zusätzliche Vorteile zu schaffen. Vor jeder Spielrunde erhält man, je nach eigenem Status, Geld. Dieser Lohn lässt sich ebenfalls durch geschickte Kartenplanung erhöhen. Oder fehlen die Arbeiter? Mit einer Arbeitersiedlung ist auch dieses Problem gelöst.
Für die Punktevergabe sind die Patente wichtig. Sie können ebenfalls über die Kartenauslage erworben werden. Patente bringen Vorteile während des Spiels (z.B. mehr Geld bei Rückzug eines Arbeiters) und bringen bei Spielende zusätzliche Siegpunkte (z.B. 1 Punkt für 3 Geld).

Am Ende gewinnt der beste Spyrium-Händler mit den meisten Siegpunkten.

Fazit:
Spyrium ist ein sehr interessantes Spiel mit vielen Möglichkeiten. Der selbst bestimmte Wechsel der Spielphase und der Einsetzmechanismus der Arbeiter sind einfach toll. Sehr viele Wege führen zu Siegpunkten. Wer seine Mitspieler beobachtet, kann Konflikten aus dem Weg gehen oder sich Karten frühzeitig sichern. Doch nur wer geschickt plant und auch flexibel bleibt, kann eigene Engpässe vermeiden. Denn wichtig ist in diesem Spiel irgendwie alles: Geld, Spyrium, Karten, Bauplätze. Der Spielablauf ist leicht zu verstehen, schwieriger ist es, all die Möglichkeiten zu kombinieren und seine Arbeiter bestmöglich einzusetzen. Dazu ist ein wenig Spielerfahrung nötig. Mit grösserer Spielerzahl kann sich Spyrium in die Länge ziehen. Gute Spielzüge müssen eben manchmal genau geplant sein. Die auf der Schachtel angegebene Spielzeit ist aber doch etwas optimistisch. Doch das Urteil ist klar: Spyrium ist ein tolles Spiel für Planer, Strategen und Optimierer. Eine klare Empfehlung.

Spyrium | Autor: William Attia | Verlag: Ystari / Asmodee
Strategiespiel für 2-5 Personen |  Spieldauer: 45 – 120 Minuten | Ab 13 Jahren | Benötigt: Geld, Spyrium und Planung | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Swissgames für ein Rezensionsexemplar von Spyrium!

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