Sultaniya – Spielkritik

Die persische Stadt Sultaniya besitzt zwar schon einige grosse Bauwerke, doch sind wir ehrlich: Für ein paar Paläste ist immer noch Platz. Das muss kein grosses Vorhaben werden. So drei Stockwerke und ein schönes Erdgeschoss – das liegt drin. Sultaniya ist ein eingängiges Legespiel, eine Art Palast-Puzzle mit Unterstützung der höheren Mächte.

Sultaniya 1Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines grossen Palastbauers. Das eigene Spieltableau liefert schon ein paar Grundbausteine. Insgesamt werden 4 Etagen gebaut. Die Bausteine sollen natürlich passend aufliegen und im Mauerprinzip leicht versetzt in die Höhe gestapelt werden. Vier Stapel mit möglichen Etagenkärtchen liegen für den Palastbau in der Tischmitte aus. Sie können auch rückseitig verwendet werden und sind somit nach rechts und links flexibel einsetzbar.
Auf den unterschiedlichen Bauteilen erkennt man Wachen, Fenster, Kuppeln oder Minarette. Sie bringen am Spielende womöglich Punkte, denn jeder Spieler verfolgt andere Ziele. Vier Ziele sind für alle sichtbar, dazu kommen noch zwei Geheimziele. Mal gibt es Punkte für eingebaute Kuppeln, mal werden kleine Türme belohnt, mal sollen viele Gärten im Palast blühen. Die Ziele sind verschieden und bestimmen natürlich massgeblich das Bauverhalten.

Sultaniya 2In einem Spielzug wählt der Spieler zwischen Bauen, Bauen mit Dschinn oder Passen. Diese übersichtlichen Möglichkeiten ermöglichen einen schnellen Spieleinstieg. Für das normale Bauen deckt man von einem Kartenstapel bis zu drei Teile auf und verbaut dann ein beliebiges Teil passend in seinem Palast. Für Notfälle ruft man einen Dschinn zu Hilfe. Der persönliche Geist kostet bis zu drei Saphire, hilft dafür aus so mancher Patsche: Ausgelegte Karten dürfen entfernt werden, ein Palastteil verschiebt sich wie von Geisterhand, ein doppelter Spielzug ist möglich, oder man sucht sich aus einem Kartenstapel DAS passende Gebäudeteil aus.
Der Saphir ist die Währungseinheit in Sultaniya. Man erhält Saphire auf selbst verbauten Karten (also ohne Hilfe eines Dschinns) oder indem man passt.

Sultaniya 3Zug um Zug entwickeln sich die Paläste in den Himmel von Sultaniya. Wer sein 5. Dachplättchen gebaut hat, läutet die letzte Spielrunde ein. Danach folgt die Wertung. Der Spieler mit den meisten Punkten wird zum Grosswesir von Sultaniya ernannt.

Sultaniya passt sich durch die Anzahl der Gebäudekarten der Spieleranzahl an. Wer gerne mehr Konfrontation im Spiel wünscht, spielt mit offenen Zielen.

Fazit:
Sultaniya überzeugt auf den ersten Blick mit hervorragendem Material. Tolle Saphire, dicke Plättchen, schöne Illustrationen. Die Spielregeln sind einfach, dahinter verbirgt sich eine Art Puzzle-Spiel. Natürlich ist man auf die passenden Bauteile angewiesen und damit auch auf ein wenig Glück. Durch die Dschinns ist aber immer ein Spielzug möglich. Damit man sich die Chance auf den Titel des Grosswesirs möglichst lange offen hält, muss man seine 6 Spielziele im Auge behalten und auch Prioritäten setzen. Darin besteht eigentlich die Hauptaufgabe von Sultaniya. Palastperfektionisten und Grübler werden weniger Freude an diesem Spiel haben. Mit einem guten Kompromiss beim Bau kommt man aber jederzeit weiter. Spielende Puzzler sollten sich dieses schöne Legespiel unbedingt einmal anschauen.

Sultaniya | Autor: Charles Chevallier | Verlag: Bombyx
Legespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 45-60 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Überblick im Etagenbau | Wiederspielreiz: gross

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