Suspects – Letzter Auftritt – Spielkritik

Als junge Detektivin in den 1930er-Jahren hatte man es wohl schwer. Doch Claire Harper ist bekannt für ihren Scharfsinn und ihr ständiges Nachhaken. So wird sie bei Suspects – Letzter Auftritt an ein altes Theater in Edinburgh gerufen. Der Hauptdarsteller ist tot!

Suspects - Letzter Auftritt

Vor allem mit Karten ermittelt Claire Harper in diesem Spiel. Wir unterstützen sie nach bestem Gewissen. Das Theater in Edinburgh wollte das neue Stück einer Autorin spielen. Das Stück „Das launische Herz“ war sogar erstaunlich gut besetzt für ein etwas heruntergekommenes Haus. Da geschieht bei den letzten Proben ein Unglück und Hauptdarsteller George Singleton wird von einem Bühnenrequisit erschlagen. Zufall? Mord? Unglück? Wir nehmen unsere Ermittlungen auf. Dazu stehen uns zu Beginn ein Programmheft, ein Raumplan und 57 Karten zur Verfügung. Nach einer kleinen Einleitung, in der man die Rahmenbedingungen kennenlernt, startet man das Detektivspiel.

Einen Fragebogen mit brennenden Fragen zum Fall kennen die Ermittler schon zu Beginn. Bei Suspects – Letzter Auftritt gibt es 2 Unterbrüche während des Spiels, in denen die Fragen beantwortet werden können. Das Spielprinzip ist ganz einfach: Je eher man die richtige Antwort weiss, desto mehr Punkte erhält man am Ende. Kann man den Mörder schon beim ersten Unterbruch identifizieren, holt man sich am meisten Punkte. Der Vorteil dieser Methode: Meinungen können revidiert werden. Es ist erlaubt, die Fragen neu zu beantworten in einem späteren Unterbruch. Auch am Ende kann man erneut urteilen, bevor es zur Lösung geht.

Suspects - Letzter Auftritt

Schnell ist man in der Geschichte drin. Bei Suspects – Letzter Auftritt befragt man vor allem Personen, lernt sie genauer kennen oder untersucht die Räume des Hauses. Die Reihenfolge der Aktionen ist völlig frei. Schon zu Beginn der Partie erhält man auf den Plänen zahlreiche Kartennummern, die man aufrufen und lesen kann. Die einzelnen Karten liefern neue Anhaltspunkte, die man weiter verfolgen kann oder als unwichtig taxiert. Die Entscheidungen über den einzuschlagenden Weg liegt bei den Detektiven. Will man Personen genauer befragen? Schaut man sich an anderer Stelle um? Der Tisch füllt sich nach und nach mit vielen Karten.

Nach 30 gezogenen Karten macht man eine Pause und beantwortet die Fallfragen ein erstes Mal. Unter Umständen ist man mit den Recherchen noch nicht so weit, alles schlüssig zu erklären. Einen intuitiven Rateversuch ist es zumindest wert, man kann die Antwort allenfalls in der nächsten Runde abändern. Nach 45 Runden erfolgt der nächste Zwischenhalt. Wieder diskutiert man die Fragen und ergänzt den Fragebogen.

Suspects - Letzter Auftritt

Am Ende darf man sämtliche Karten, die man noch nicht verwendet hat, abarbeiten. Nach einer letzten Diskussionsrunde widmet man sich dem Auflösungsblatt und erfährt die ganze Wahrheit des Dramas. Anhand der Punktetabelle erkennt man, wie gut die Ermittlungen waren.


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Fazit

Suspects – Letzter Auftritt ist ein astreines Detektivspiel. Man erhält Informationen, in zufällig gewählter Reihenfolge und kombiniert sich zur Lösung. Für das eigene Handeln ist man selber verantwortlich, schliesslich wählt man die Karten selber aus. Welche 30 Karten bringen gute Informationen, um eine erste Analyse zu machen. Das Kartenprinzip ist nicht neu, bei Suspects – Letzter Auftritt allerdings ein wenig offener gehalten. Bis am Ende sieht man sich in diesem Spiel alle Karten an, hat alle Informationen in der Hand. Trotzdem muss man sich die Story richtig konstruieren, da wie immer mehrere Stränge durch die Geschichte führen. Welcher Strang lässt eine solche Tat im Theater zu? Im Gegensatz zu anderen Ermittlungsfällen herrscht kein Zeitdruck bei Suspects – Letzter Auftritt. Man zählt zwar die Anzahl der Karten mit, doch Punkte erhält man auch, wenn man erst am Ende auf die Lösung kommt. Nur falsche Antworten bringen nichts ein. Das Detektivspiel hat uns sehr gut unterhalten. Die Zeit verging wie im Flug. Es ist ein eher Personen-zentriertes Abenteuer, das fast schon ein wenig Columbo-Feeling vermittelt. Die bohrenden Fragen kommen hier aber von einer weiblichen Ermittlerin aus den 30er-Jahren. Das ist sehr sympathisch.

Alles über Suspects – Letzter Auftritt

Suspects – Letzter Auftritt | Autoren: Guillaume Montiage, Sébastien Duverger Nedellec | Illustrationen: Emile Denis | Verlag: Kosmos

Spielerzahl: Detektivspiel für 1 – 5 Personen
Spieldauer: 90 – 150 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Kriminalistischer Spürsinn
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

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